Archive für Februar 2009

Verlorene Augenblicke

Heute Nacht bist du wieder alleine
Alleine mit dir,
deiner Verzweiflung,
deiner Sehnsucht
und dem Gedanken,
dass du doch ganz schön verrückt bist
nach deinem Mädchen

Die Nacht scheint stillzustehen
unbewegt von den Windgeschenken
ihrer fühlbaren Gegenwart
Verzweiflung breitet sich aus
deine Gedanken werden erstickt vom Wunsch der Wünsche
und dir fällt ein, dass sie schön ist
Wieder und wieder liest du ihre Worte
„Augenblicke sind deshalb Augenblicke
weil sie unwiederholbare, endlose,
unmittelbare Möglichkeiten sind,
die wir halten können oder vorbeigehen lassen,
und das, was wir halten, zählt einzig.“

Du grübelst nach
über die Weisheit dieser Worte
und denkst an die Augenblicke
die dir jetzt verloren gehen

Dann machst du dir noch ein Bier auf
und legst dich bald schlafen
Morgen wird niemand merken
wie verdammt alleine du warst
letzte Nacht
und dass es dich fast den Verstand gekostet hat
letzte Nacht

(inspiriert von einem Gedicht von Wolf Wondratschek)

Danke, Herr Mißfelder …

… von der CDU, dass Sie wahrscheinlich meinen Blog „Soziokulturelles Leben mit Arbeitslosengeld II“ gelesen haben! Denn wie sonst könnte aus Ihrem Munde der Ausspruch kommen, dass eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze nur ein „Anschub für die Tabak- und Alkoholindustrie“ sei? (Zitiert nach Frankfurter Rundschau vom 21./22. Februar 2009. Dazu passt die Meldung der FR vom selben Tag, dass Arbeitslose keinen Anspruch auf die Abwrackprämie für Altautos haben.)

Nun, Sie haben sich nur leider das für Sie Öffentlichkeitswirksame aus meinem Eintrag ausgesucht. Wollten wohl mal wieder auf die Schwachen einschlagen?

Eigentlich wollte ich gerade dafür, also für Bier und andere Alkoholika (die Kippen vergaß ich leider zu erwähnen), mehr Geld: wenn schon kein Job und keine Kultur, dann eben Schnaps und Kippen! Und das wollen Sie mir nun nehmen?

Hammse ma ne Kippe und n paa Euro?

Die Ferne

Räder drehen sich und rollen
Ich suche einen Platz zum Verstecken
Ich werde weiter fahren –
Zu dem fernen Strand, Muscheln liegen im Sand
Sie schauen mich an wie Augen
An der See
Ich werde dich finden wie den Sonnenaufgang
golden und – du weißt wie
Hier hörte ich Geschichten
von Störtebeker und der See
„Hier köpften sie ihn.“
Von hier zum Nordpol
nichts als ein paar Inseln
Wie Juwelen im Sand
liegen sie im Meer
So verließ ich es
so wird es sein wenn ich wieder komme
Hinter der Küste begleitet dunkler Wälder Rauschen
meinen Gesang
Eine Elfe lässt meine Träume vergessen
und bläht meine Segel –
Ja ich werde Segel setzen

Instinkte

Vielleicht sollte ich mich nach meinen Instinkten richten, dachte er, bevor ihm zu Bewußtsein kam, daß er deren Sprache nicht verstand.

(aus Jurek Becker: Amanda herzlos)

Ein Tag und Ein Traum

Nichts ist vollkommen. Auch nicht
der Schlaf, aus welchem ich gerade erwache
Die Müdigkeit noch in mir, erhebe ich mich
aber sie verfliegt, als ich mich zu den Sonnenstrahlen
auf meinem Balkon geselle

Ein Mädchen bringt mir ein paar Zeitungen
in denen die Summe alles Schlechten im Menschen
lesbar ist
und vielfach auch des Guten

Aus einem gegenüber liegenden Fenster
dringt Musik zu mir herüber (Pink Floyd)
Sie hallt zwischen den Häusern hin und her
klingt wie aus einer anderen Welt
als ich gerade frühstücke
und dabei anfange diese Zeilen zu schreiben

Kurz darauf kommt eine Freundin zu mir
Ich umarme sie, öffne ihren Mund
mit meiner Zunge
Sie drückt mich fester an sich
ihr Atem wird heftiger
Ich schiebe meine Hand unter ihrem Pullover
nach oben massiere ihren Rücken
fallen zu Boden küssen weiter unsere Beine umschlingen sich
sie presst ihr Gesicht in meinen Pullover
ich suche ihre Brüste und streichele sie
sie beißt in mich hinein öffnet mein Hose
als ich anfange meinen Unterkörper rhythmisch zu bewegen
nach einer Musik der Liebe
und sie stöhnt und keucht schwer
als ich feststelle, dass meine Wunschträume
mit mir durchgehen
und ich aufhöre diese Zeilen zu schreiben