Ronalds Notizen

Donnerstag, 5. Februar 2009

Hoffen und Warten

Abgelegt unter: Lyrik und Prosa, Liebe und Beziehungen — Ronald @ 1:02

Der Wein ist im Glas,
Die Kerzen sind an.
Das Bild liegt bereit,
ich schaue es an.
Träumend von dir, das ist die Zeit.
Die Zeit, die ich hoffe und warte.

Grün und braun
sind die Farben im Wald.
Sie führte mich hin,
ich vergess’ es bald,
durch das Laub, in das Tal,
das Tal von Hoffen und Warten.

Ich verlor meinen Weg,
sie verlor ihn auch.
Aber tief in mir,
da gibt es ihn auch.
Ein Teil von dir, ein Teil von mir,
dazwischen das Hoffen und Warten.

Der Tag war schön

Abgelegt unter: Lyrik und Prosa, Liebe und Beziehungen — Ronald @ 0:51

Hoch über die weißen Wolkenberge
jagt Pegasus, mein Pferd, dahin
Ich liege hier auf einer Wiese
und schau’ ihm nach, wie er entschwind’

Der Grashalm in meinem Mund
schmeckt bitter, auch etwas sauer
Doch das stört mich gar nicht im Moment
denn hier liegt die Faulheit auf der Lauer

Die Gedanken verweilen bei meinem Herzen
und der, die darin wohnt
Setzt sich ein Schmetterling auf meine Füße
So wird die Liebe denn belohnt

Und wenn ich gleich nach Hause gehe
wartet sie mit off’nen Armen schon
und fragt, wie der Tag gewesen
O ja, der Tag war schön

Deine Liebe

Abgelegt unter: Lyrik und Prosa, Liebe und Beziehungen — Ronald @ 0:39

Deine Liebe erob’re dich wie ein Sturm
und gleichzeitig wie ein sanfter Hauch,
geatmet aus dem Munde eines Freundes
über dein Wangen und über deinen Bauch

Der letzte Akt einer Liebe

Abgelegt unter: Lyrik und Prosa, Liebe und Beziehungen — Ronald @ 0:34

Langsam drehe ich das Glas Rotwein auf dem Bierdeckel hin und her.

„Wie meinst’n das jetzt? Ironisch oder so?“ fragt sie. Gerade hatte sie von ihren Auswanderungsplänen erzählt und dass sie sich in einen anderen Typen verliebt hat, worauf ich ihr alles Gute wünschte.

„Nein, ich meine es ernst“, antworte ich. „Der letzte Akt der Liebe.“

„Dann danke ich dir recht schön“, betätschelt sie meinen Oberarm unter der Lederjacke, Verblüffung, aber auch Erleichterung im Gesicht.

„Aber ich kann nichts dafür, stimmt’s? Ich kann nichts dafür!“ drängt sie.

„Nein. Das war mein Risiko“, als ich mich in dich verliebte.

Mein Gott, denke ich, und das alles nur, weil sie mich an einem Abend gerne „zufällig“ bei einer Ballettaufführung getroffen hätte, ich aber von einer anderen Frau dazu eingeladen wurde. Einer guten Freundin.

Ich hatte sie während einer Pause gesehen. Auf der Damentoilette, als kurz die Tür aufging. Über dem Waschbecken, sich das Gesicht abkühlend. Sie musste fürchterlich geweint haben, denn als die Pause zu Ende war, ist sie nicht herausgekommen. Danach hatte sie mich nicht mehr an sich herangelassen, alle Gefühle für mich verdrängt.

Als hätte sie meine Gedanken erraten, sagt sie: „Aber ich habe dich nie geliebt! Ich wollte immer nur eine Freundschaft mit dir, ich habe mich dir gegenüber immer so verhalten!“

Leises Kopfschütteln meinerseits.

Sie weicht vor mir zurück und ruft mit einer Lautstärke, als müssten es jeder der wenigen Gäste im Lokal und alle Bedienungen hören: „Ich habe dir das neulich schon gesagt, und alle hier im Café haben das auch mitbekommen: Ich habe mich immer so verhalten, wie wenn ich nur eine Freundschaft zu dir wollte. Alle haben das mitbekommen!“

Das braucht sie jetzt, denke ich. Sie braucht für sich eine weiße Weste, ein reines Gewissen, um den Absprung zu schaffen und um sich nicht eingestehen zu müssen, dass sie dabei ist, einen riesen Mist zu bauen.

Sie geht wieder an ihren Platz zurück.

Alle hatten auch mitbekommen, wie sie vor einigen Wochen total verliebt um mich herumscharwenzelt ist. Und wie ich sie mit knallroten Ohren und glänzenden Augen angehimmelt hatte.

Zu spät! Den Mist, den sie ins Rollen gebracht hat, kann sie jetzt nicht mehr aufhalten.

Ich auch nicht.

Ich trinke den letzten Schluck Wein und beschließe zu zahlen. Sie blickt verstohlen zu mir herüber. Ich gehe zu ihr, streichele ihr kurz über die Schulter, sage: „Mach’s gut“ und wende mich dem Ausgang zu.

Aus den Augenwinkeln sehe ich noch, wie sie sich erstarrt mit beiden Händen am Tresen festhält, Augen und Mund weit offen vor Entsetzen.

Mein Gott, was hast du denn erwartet, das ich tun soll, denke ich, und: Warum musstest du dir noch einmal die Haare hochstecken, wie du es immer nur für mich getan hast, mit einer Haarklammer, die ich dir kurz vorher geschenkt hatte und für die du dich noch nicht einmal bedankt hast?

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