Das Mädchen im roten Anorak

Ein Traum

vor langer zeit lebte ich in einem brückenhaus. daneben standen zwei bretterhütten, wovon die linke durch einen kurzen gang mit dem haupthaus verbunden war. wenn ich in die rechte hütte wollte, musste ich außen herum. eines tages bekam ich besuch von ein paar freunden (dieter, jano, urmel), die sich auf meine ganzen zimmer verteilten. ich fühlte mich gelangweilt, wollte meine ruhe haben, so ging ich durch den gang in die linke hütte, die am wenigsten wohnlich war. große, offene fenster (es war kein Glas mehr drinnen) gaben einen blick auf die dahinter liegende landschaft frei. da erblickte ich das mädchen, das da stand. sie lächelte mich an. ihr roter anorak lag locker über ihren schultern, nun zog sie ihn sich langsam, immer noch verführerisch lächelnd, über ihren kopf und ihr gesicht. ich ging auf sie zu und wollte den reißverschluss schließen, sodass sie unter ihm gefangen gewesen wäre, aber es klappte nicht. wir umarmten uns und gaben uns einen so tiefen kuss, dass ich meinte, meine zunge steckt fast in ihrem hals. anschließend schliefen wir zusammen auf einer matratze. so plötzlich sie erschien, so plötzlich war sie verschwunden. irgendwie lernte ich ein anderes mädchen kennen, von dem ich dachte, es wäre ihre schwester, und bat sie, mir bei meiner suche nach dem mädchen im roten anorak behilflich zu sein. und sie tat das auch, in einer sehr netten, fast schon kameradschaftlichen art. wir suchten die ganze landschaft ab, bis wir auf einem hügel standen, von dem wir auf die flache, etwas hügelige ebene schauen konnten. vor uns tat sich ein see auf (der neusiedler see?). ich legte einen arm um sie, was sie erwiderte. dann wurde es gleich dunkel, ein gewitter begann, die gelben blitze hoben sich kontrastreich vom himmel ab. wir suchten noch eine ganze zeit, bis meine freundin wieder auftauchte. sie erzählte von ihrer reise, ihrer suche, ihrem leben, von der landschaft, in der sie gewesen war. damit zeigte sie mir ein bild ihrer landschaft, das meine fantasie erzeugte (ein park, ein weg, der eingerahmt von bäumen ist, die links und rechts des weges standen und die sich in der ferne zu einem dunklen punkt trafen), und sie zeigte mir ein foto, worauf uli meinte, das wäre doch am rhein, und ich schaute das bild länger an, bis ich feststellte, dass das papier immer größer wurde und das motiv immer kleiner und an den nun frei gewordenen rändern sich neue bilder auftaten, die ineinander übergingen, ohne sich jedoch zu überlagern, und die sich in ihrer schönheit gegenseitig übertrafen.


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