Archive für März 2009

Pfirsiche

Ich liebe Pfirsiche! Auch, wenn sie nicht gerade mein Lieblingsobst sind, so mochte ich schon als Kind diesen süßen Geschmack, die etwas fleischigen Fasern und die pelzige Haut (okay, gerade Letzteres mögen viele gerade nicht, aber für die wurden ja die Nektarinen erfunden).

Inzwischen gibt es Pfirsiche das ganze Jahr über. Nein, ich meine nicht irgendwelche Importe aus tropischen Ländern oder europäischen Gewächshäusern. Ich meine auch weniger das Obst selbst als seinen Geruch. In der letzten Zeit mal auf einer Toilette zum Beispiel in einer Behörde oder einer anderen öffentlichen gewesen? Ein Geruchsausströmer mit Namen (sic!) AirControl (heißt das nicht „Luftraumüberwachung“?) mit Pfirsichgeruch!

Schon auf dem Weg zur Toilette meiner Arbeitsstelle, auf einem Gang zwischen zwei geschlossenen Feuertüren gelegen, kommt mir der Geruch entgegen! Von „Duft“ mag ich jetzt schon gar nicht mehr reden. Es riecht, als hätte ein Obstverkäufer kiloweise ausschließlich überreife Pfirsiche zu verkaufen.

Betritt man jedoch das „stille Örtchen“, riecht es, als hätte jemand kiloweise Pfirsiche gegessen und diese gerade vor meinem Betreten ausgeschieden.

Alles wo oder wie?

Jetzt, wo so schönes Wetter ist, will ich die Gelegenheit nutzen, mir während eines langen Spaziergangs Gedanken über meine berufliche Situation zu machen, wo es im Moment nicht gut aussieht.

Ich hatte einen schweren Unfall, wo ich lange im Krankenhaus lag. Ich war in einer Phase, wo es mir nicht so gut ging. In dieser Woche, wo ich den Unfall hatte, lernte ich X kennen, der mir die Rolle des Y vorschlug, wo er sich gedacht hatte, dass ich sie gut ausfüllen würde.

Die Rolleneinteilung war klar, wo ich meinen Wünschen und Bedürfnissen nachgeben musste. Ich komme in ein Alter, wo ich mir meine Rollen nicht immer aussuchen kann. Wo wir gerade davon sprechen: Natürlich gibt es Rollen, wo ich gerne spielen würde, ohne Frage! Da gibt es schon Beispiele, wo man darüber nachdenken könnte!

Es gibt auch Sachen, wo ich unzufrieden mit mir bin. Wir haben einen Beruf, wo man viele Leute kennen lernt und reisen muss. Das ist ein Spiel, wo ich nicht immer gerne mitspiele.

Meine Genesung, wo ich therapiert werden musste, verlief schleppend. Aber jetzt, wo ich dieses Angebot habe, werde ich es annehmen. Es ist ein Text, wo man als Schauspieler nicht lange darüber nachzudenken braucht. Dieses Stück, wo unsere ganze Leistung gefordert ist, möchte ich zu einer Aufführung machen, wo man lange nichts Vergleichbares gesehen hat! Ein Werk, wo man sich nicht wird entziehen können!

Ich habe wieder ein Ziel, wo es sich lohnt, eine Performance zu bringen.

Und nun, wo wir am Ende sind: Fällt jemandem etwas auf, wo man optimieren könnte?

(Inspiriert von der modernen Umgangssprache, besonders der von Psychologen, Soziologen, Schauspielern und anderen „Künstlern“ sowie Werbern – und Sportlern.)

Die Flamme

Wenn die Flamme in uns verschwindet,
die uns am Leben hält –
Laufen im Dunkeln – zu allein,
die Augen fast zu
Wenn dein Verstand ist schon fast tot
und durch deine Lippen kommt nur ein Seufzen
und ein halb erstickter Schrei.

Wenn wir allein sind,
wenn wir allein sind –
Wenn wir allein sind,
sind wir bald tot.

Wenn du deine Augen hältst geschlossen,
nimmst du nicht mehr wahr –
Läufst im Dunkeln – zu allein
um nur ein Lächeln zu sehen
Wenn die Liebe stirbt, die in dir lebt,
und durch deine Lippen kommt nur ein Röcheln
und ein Tropfen Blut.

Wenn wir tot sind,
wenn wir tot sind –
Wenn wir tot sind,
sind wir allein.

Ein Selbstmörder

Ein Haufen Leute, die nicht weitergehen.
Es gibt keinen Zweifel, was sie da sehen.
Auch ich schaue hoch zum Dach des Hauses:
Ein Selbstmörder steht dort und streckt die Arme aus.
Einige rufen gleich nach der Feuerwehr –
„Nein, hier gehört die Polizei nur her!“
Ein Selbstmörder auf dem Dach –
eine Einmannshow auf dem Dach.

„Heiße Würstchen, Cola, Bier,
auch Popcorn haben wir hier!“
„Der da oben ist verrückt, last ihn doch fallen!
Dem wird schon anders beim Aufknallen.“
Inzwischen haben die Leute Buden aufgebaut.
Er schaut nur nach unten und schreit laut.
Ein Selbstmörder auf dem Dach –
eine Einmannshow auf dem Dach.

Rotes Kreuz und die Feuerwehr
konnten nur sehen: Nichts geht mehr!
Umwelt, Arbeit, Leben oder Liebe
machten aus ihm eine gejagte Fliege.
Über die See und weit weit weg
fängt er an zu fliegen, weit weit weg.
Ein Selbstmörder auf dem Dach –
Einmannshow, wer sagte das?

Ein Selbstmörder auf dem Dach –
Einmannshow, wer sagte das?

(inspiriert von „A Christmas Camel“ von Procol Harum)

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