Das Aktbild

Vor langer Zeit träumte ich, dass ich einen Maler kannte. Da ich gerne selbst ein Aktbild malen wollte, fragte ich ihn um Rat. Er bot mir an, mir sein Atelier (das im Traum an die Räume für den Kunstunterricht in der Elisabethenschule erinnerte) und außerdem ein Modell zur Verfügung zu stellen. Er würde in der Zwischenzeit unten in einer Kneipe warten. Wenn ich mit dem Bild fertig wäre, sollte ich ihn dort anrufen und er würde mit einer Flasche Sekt kommen, sich das Ergebnis anschauen und feiern.

Am verabredeten Zeitpunkt betrat ich sein Atelier, in dem schon Farben, eine Leinwand auf einer Staffelei und ein nacktes Modell, das im Hintergrund posierte, bereitstanden. Ich begann mit dem Bild, und nachdem ich damit fertig war, rief ich in der Kneipe an. Er kam hoch, besah sich das Werk und sagte nach einer Weile, dass es zwar nicht schlecht wäre, ihm aber etwas fehlen würde. Er schlug vor, dass ich das Bild gleich noch einmal versuchen sollte, und ging wieder.

Ich ging auf die Frau zu und sagte zu ihr, dass sie ja gehört hatte, was er meinte, und bat sie, mit meinen Fingerspitzen an ihren Konturen entlangfahren zu dürfen, damit ich mehr Gefühl für sie und ihren Körper in meine Finger bekomme, um dies auf die Leinwand übertragen zu können. Sie willigte ein. Während ich also ganz sanft an ihrem nackten Körper entlang fuhr, begann sie plötzlich, dies auch bei mir zu machen. (In diesem Moment des Traums erkannte ich sie erst: Sie war eine damalige gute Bekannte.)

Unsere Berührungen wurden immer wilder und leidenschaftlicher, schließlich fielen wir über uns her.

Nachdem wir uns geliebt hatten, ging sie wieder in Positur und ich malte das Bild ein zweites Mal, das mir jetzt geradewegs „aus den Fingern floss“. Ich rief meinen Freund wieder an, und nachdem er sich das Bild angeschaut hatte, sagte er, dass er ein solch gutes Aktbild schon lange nicht mehr gesehen hätte.


Kommentare

Das Aktbild — 6 Kommentare

Lob, Kritik, Ergänzung, ...? Kommentieren!