Archive for Juni, 2009

Nachtrag zu „Suchanfragen Mai 2009“

Dienstag, Juni 9th, 2009

Soso, einer meiner letzten Arbeitgeber besucht mich seit meiner Kündigung durch diesen hier also auch immer noch regelmäßig, was mir, als Nachtrag zu „Suchanfragen Mai 2009“, nach Auswertung meiner Logfiles nicht nur für diesen Monat auffällt.

Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Einerseits freut mich natürlich das Interesse, das an meinen bescheidenen Notizen entgegengebracht wird, andererseits erhöht sich dadurch die Anzahl der dokumentierten Statuscodes „404 Dokument nicht gefunden“, ganz abgesehen davon, dass es mir viel lieber wäre, wenn er mir endlich mein letztes Gehalt überweisen würde, wozu er nach Aktenzeichen 7 Ca 2360/09 des Arbeitsgerichts Frankfurt am Main vom 8. Mai 2009 verurteilt wurde.

Also bitte: Ich will endlich mein Geld! Und dann sollte vielleicht endlich das entsprechende Feed gelöscht werden; Sie wissen schon, welches …

Stimme, leise

Samstag, Juni 6th, 2009

Rascheln, seidig
Knistern, laut
Weiche Maske
und bedeckte Haut

Hand auf Mund
Mund auf Bauch
Glatte Folie
hält atmenden Hauch

Kapuze, warm
feucht unter
Hand darüber
auf Mund darunter

Kuss durch Maske
Weicher Zwang
Eng gefesselt
und gedämpfter Klang

Streicheln, heftig
Mantel weise
Große Liebe
macht Stimme leise

Wealth

Freitag, Juni 5th, 2009
Take my freedom
For giving me a sacred love.

(Aus dem Lied „Wealth“ von Talk Talk, komponiert und getextet von Mark Hollis/Tim Friese-Greene. Auf YouTube ansehen und hören?)

Suchanfragen Mai 2009

Mittwoch, Juni 3rd, 2009

Suchanfragen für die eigenen Internetauftritte sind immer wieder interessant zu lesen!

So fand ich heraus, dass das Älterwerden die Meisten beschäftigt: 24 Suchanfragen nach „woran du merkst dass du wirst“ mit wechselnden Kombinationen, etwa mit „alt“, „älter“, „erwachsen“, „21“ usw., wobei letztere merkwürdig ist: Vielleicht solltest du eher einen Blick auf das Geburtsdatum in deinem Ausweis werfen oder deine Eltern fragen?

Danach folgte die Nachfrage nach dem Peter-Prinzip: insgesamt 20 Anfragen mit verschiedenen Suchbegriffen und deren Kombination, z. B. mit „hörbuch“ oder „hörspiel“. Auch die Nachfrage nach dem Hohelied der Liebe war recht hoch: 16 Anfragen, ebenso mit wechselnden Suchbegriffen. Das Thema „Kündigung mit Freistellung“ beschäftigt viele Menschen, was wohl an der Situation auf dem Arbeitsmarkt liegt (13 Anfragen mit Suchbegriffen wie „kündigung“, „freistellung“ u. Ä.), und „Mobbing“ scheint nichts an Aktualität verloren zu haben (11 Anfragen in diese Richtung).

Neben den seriösen Suchanfragen gibt es immer wieder solche, die etwas aus dem Rahmen fallen (siehe etwa „Klappe die zweite“ bei ¿No, en serio?): Bevor immerhin dreimal nach „blog.ronaldfilkas.de“ gesucht wird, kann man diese Adresse gleich in die Adressleiste des Browsers eingeben. Rätselhaft ist mir auch, warum immer wieder nach meinem Namen gesucht wird, obwohl ich dann nie etwas von den (diesmal sechs) Suchenden höre.

„bodenlanger lackmantel“, „frauen im lackmantel“, „ihr lackregenmantel“, „kurze lackregenmäntel“, „lackregenmantel“: Gefallen mir auch, ich gebe es zu, und findet man hier teilweise auch, so in „Die große Liebe“ und „Verpasste Chance“, aber deswegen gleich so viele Suchanfragen? Vielleicht eher eine Bildsuche, ein Auktionshaus oder einen Versand bemühen?

„cholesterin einkaufen“: besser nicht, eher die Hände davon lassen; siehe die PDF-Datei „Bewusst ernähren“!

„finger hinein“: Die Anfrage nach „erotikund finger hinein“ hatte ich schon abgehandelt (siehe „Erotik und Finger hinein“), aber diesmal Finger hinein ohne Erotik? Nun, wenn es beispielsweise ein Marmeladenglas ist, obwohl man dazu besser einen Löffel nehmen sollte …

„glückwünsch für einen radfahrer“: falsche Textcodierung? Wieder einen Fußgänger umgesemmelt? Dafür gibt es von mir keinen Glückwünsch; siehe „Arme Radfahrer!“!

„jugendlicher trommler konzert usa“: O je, sowohl hier als auch unter meinen eigenen Seiten ist da nichts zu machen.

„jurek becker amanda herzlos wikipedia“: Hier gibt es zwar ein kurzes Zitat aus ebendiesem Buch von ihm, aber Wikipedia ist woanders. Außerdem lässt sich mittels einer Erweiterung der Suchmöglichkeiten des Browsers Wikipedia direkt abfragen.

„meine erotiche seite“: Tippfehler oder im Deutschunterricht nicht aufgepasst? Wo Ihre/deine erotische Seite ist, weiß ich leider nicht. Soll ich suchen helfen?

„neue arbeitslosenregelung?“: Ich bin leider nicht das zuständige Jobcenter. Tendenz scheint aber: immer übler; siehe „Soziokulturelles Leben mit Arbeitslosengeld II“ und „Danke, Herr Mißfelder …“.

„peter schneiders freundin l“: „L.“ ist nicht die Freundin von Peter Schneider, sondern die Ex-Freundin des Protagonisten in Schneiders Erzählung „Lenz“; siehe „Gedanken über Trennungen …“.

„ron du blog“: „Ja, ich blog’, guckst du hier! Woher kennst du Spitzname von mir?“

„trennungen 2009“: Dazu vermag ich leider (oder: zum Glück?) keine Prognosen abzugeben.

„tröstendes gedicht bei einer verpassten chance“: Auch damit kann ich leider nicht dienen, selbst wenn ich kürzlich wieder eine Chance verpasst habe.

„wie merkst du dass du schwanger ist“: Tippfehler? Oder weder das Fach Aufklärung gehabt noch im Deutschunterricht aufgepasst? Ich empfehle dringend einen Schwangerschaftstest oder einen Besuch beim Gynäkologen, auch falls es inzwischen offensichtlich ist!

Hallo!

Montag, Juni 1st, 2009

Seit einer ganzen Weile fällt dem Autor auf, dass er immer öfter mit einem Hallo begrüßt wird. Nein, nicht von engen Freunden oder guten Bekannten; das ist üblich und keine Notiz wert!

Er betritt ein Geschäft und schon schallt ihm ein fröhliches „Hallo!“ entgegen, ebenso an der Kasse eines Supermarkts (hier meist weniger fröhlich), der Marktleiter begrüßt ihn als Stammkunde damit, in Kneipen ist es von Bedienungen genauso das Erste, was er hört, wie auch am Telefon von Fremden. In offiziellen, also nicht privaten E-Mails wird er damit angesprochen, begegnet er Nachbarn, gibt es nur noch „Hallo“, und sogar am Arbeitsplatz ersetzte inzwischen anscheinend das Hallo sämtliche tageszeitlich abgestuften Begrüßungen wie etwa das gute alte „Mahlzeit“ (dem er allerdings immer etwas ratlos gegenüberstand; meist hat er mit „Danke, gleichfalls!“ geantwortet, aber das wäre eine andere Notiz wert …).

Moment mal, denkt er sich: Hat er da etwas nicht mitbekommen? Sind wir denn schon näher bekannt, gar intim? Haben oder hatten wir etwas miteinander?

Oder soll dadurch vielleicht eine Nähe provoziert werden, so nach dem Motto: Wir sitzen alle in einem Boot? Verkaufsfördernde Maßnahmen: Wenn wir uns nahe sind, kaufst du bestimmt etwas? Mit einem Hallo löschst du die E-Post nicht sofort? Wenn ich dich am Telefon mit einem Hallo begrüße, legst du nicht gleich wieder auf? (Hier springt sogar die Frankfurter Rundschau auf ihren Karriereseiten vom 30./31. Mai 2009 auf den Zug, indem sie in ihrem Artikel „Der erste Eindruck zählt“ empfiehlt, sich bei geschäftlichen Anrufen mit „Hallo Frau X, hier ist Frau Y“ zu melden.) Oder einfach nur zu faul ein paar Silben mehr auszusprechen?

Ihm geht dieses dauernde Hallo auf die Nerven und er sehnt sich zurück nach Zeiten, in denen am Morgen mit „guten Morgen“, ab etwa mittags mit „guten Tag“, abends mit „guten Abend“ und eventuell noch nachts mit einem „gute Nacht“ gegrüßt wurde, selbst wenn das erste Wort fast immer verschluckt wurde (auf „Morgen“ hat er dann oft mit der Nennung des folgenden Wochentags geantwortet, aber auch das wäre …).

Begrüßt er Sie, eine wildfremde Person, etwa mit „Grüß dich“, „Na, mein Bester“, „Ei Gude, wie?“ oder „Na, altes Haus“?