Fünfundfünfzig

Fünfundfünfzig seit diesem Jahr: Mir wird nicht angst und bange. Und fehlt auch schon so manches Haar, Braucht Tod, hoff ich, noch lange! Ob Alter schützt vor Torheit nicht, Ob alters wird man weise: Ich weiß, ich bin nur kleines Licht, Und wurde doch nicht leiser. Ich wurd’ lediglich gelassen, Reg nicht so oft mich auf. Leben und leben lassen, Das Leben folgt dem Lauf. Bin als immer noch alleine, Sehn oft mich nach ‘ner Frau. Doch lebt sich’s auch mit keiner, Denn meist ich mich nicht trau. Fantasien noch … Weiterlesen

Nicht offenbarte Verliebtheit

Kein Feuer, keine Kohle kann brennen so heiß wie die heimliche Liebe, von der niemand nichts weiß. (aus Theobald Tiger alias Kurt Tucholsky: Subkutan, erschienen in Die Weltbühne, Nr. 14, vom 5. April 1927) Es gibt in der Liebe wenig Tragischeres als nicht offenbarte Verliebtheit! Vielleicht kennen Sie diese Möglichkeit ja auch aus eigener Erfahrung. Der Autor macht sich Gedanken darüber. Es gibt in der Liebe wenig Tragischeres als gegenseitig nicht offenbarte Verliebtheit. Haben Sie schon einmal überlegt, dass jemand, in den Sie einmal wahnsinnig verliebt gewesen waren oder gerade sind, … Weiterlesen

Faites vos jeux!

Eines Tages in Deutschland: Man stelle sich einmal vor, dass Angestellte einer Bankfiliale, denen gekündigt wurde, ihre Kasse leeren, indem sie Kunden mit Barschecks versorgen, Beschäftigte eines Supermarktes, der geschlossen werden soll, systematisch dessen Waren verbrauchen, Busfahrer an ihrem letzten Arbeitstag vor der Entlassung so lange durch die Stadt fahren, bis das Benzin zu Ende geht, arbeitslose Schauspieler eine Bühne besetzen und Texte aus sozialkritischen Stücken vortragen … Alles nur geträumt? Nein, nicht ganz: vorhin im Radio gehört. Im Hörspiel „Faites vos jeux“ von Hannah Hofmann und Sven Lindholm, einer … Weiterlesen

Jugendämter: die unheimliche Macht hinter der Justiz

(Vorwort: Normalerweise veröffentlicht der Betreiber dieser Notizen außer Zitaten keine Fremdtexte, vor allem dann nicht, wenn sie ihm anonym zugesandt werden. Hier macht er eine Ausnahme. Nach der Lektüre dieses stark gekürzten und bearbeiteten Beitrags, der, soweit möglich, verifiziert und durch eigene Recherchen ergänzt wurde, erklärt sich die Frage nach dem Warum von selbst.) Das Schwarzbuch der Kinder- und Jugendämter Deutschlands Die unheimliche Macht hinter der Justiz Wir haben an unserer gesellschaftswissenschaftlichen Einrichtung Forschungsarbeiten zur Arbeit der Kinder- und Jugendämter (hier abgekürzt „JA“) durchgeführt. Die Ergebnisse sind so erschreckend, dass … Weiterlesen

Bücher, Texte und das Universum

Wer Bücher lesen kann, kann auch Menschen lesen. Wer Texte schreiben kann, kann auch die Welt verändern. Ob man sich einem Universum der Worte gegenüberstellt oder einem Universum der Dinge, macht letzten Endes keinen Unterschied. (aus Marc Buhl: Der rote Domino, Frankfurt am Main 2002) … Weiterlesen

Der Trick mit Thomas Bernhard

(Sommersonnenwende, dritter Teil) Auf dem Weg zum Supermarkt beschließt er, statt den Wein dort zu kaufen, ein Glas Wein in einer Tapas-Bar zu trinken und sich von dort eine Flasche mitzunehmen. Von der Qualität der spanischen Weine ist er überzeugt. Früher verkehrte er hier fast jeden Abend; als Stammgast diskutierte er mit dem spanischen Wirt oder anderen Gästen oft bis zum Morgengrauen: meist über die Liebe. Nach der Einführung des Rauchverbots in Gaststätten trank und rauchte er lieber zu Hause, obwohl ihm die nächtlichen Gespräche fehlten. Aber ein Glas Wein … Weiterlesen