Verlangen

Mein Auge sieht sie noch vor mir,
die Jacke auf dem Gang,
träum’ Träume immerfort von ihr
und keiner weiß, wie lang.

Büro gestrichen hätte ich
mit Rosa, Himmelblau,
und kenn’ doch ihren Namen nicht,
weiß nichts von dieser Frau.

Die Stimme klingt mir noch im Ohr,
ihr Lächeln schaut mich an.
Geliebt wär sie wie nie zuvor
und ich so gern ihr Mann.

Ein Zettel war’s und klein dafür
mit Gruß und Name drauf,
doch fand sie ihn vor ihrer Tür
und hebt ihn auch noch auf?

Verlangen hat hier viel Figur
und Blicke voller Heiterkeit.
Verlangen ist es ohne Kur,
geheilt nur von der Zeit.

Verlangen ist es, Wünsche pur,
ein Hafen für die Sinnlichkeit.
Ein Sehn, ein Wort, die Stimme nur
wär’n Liebe für die Ewigkeit.

5 Antworten auf “Verlangen”

  1. Cornelia sagt:

    Schön…. ein Zettelchen für wichtige Dinge ist ein Risiko….
    Bitte Fortsetzung, falls der Zettel (doch noch) gefunden wird. ;-)

  2. Ronald sagt:

    Fortsetzung? Nachtrag:

    Dies war für sie ein Christgeschenk,
    hat sie es jemals gelesen?
    Doch ist sie meiner ungedenk,
    so war es niemals gewesen!

  3. lyriksplitter sagt:

    Ein tolles Gedicht! Da erkenne ich mich doch glatt selbst wieder! Ich sehe, ich muss mir mal mehr Zeit nehmen und deine Lyrik und Prosa Ecke durchlesen! Ich bin begeistert! :-)

  4. Ronald sagt:

    Danke und gerne!

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