Kaffee aus Togo
(Nein, nicht vom unsäglichen Kaffee oder Coffee „to go“ — manchmal findet man sogar ein „Café to go“: Kann man dann also gleich den ganzen Laden mitnehmen? — soll hier die Rede sein, dazu gibt es inzwischen viele andere Blogs, sondern tatsächlich von Kaffee aus und in Togo!)
Vom Kaffeegenuss in Kaffee anbauenden Ländern
Unsere Weltwirtschaftsordnung schafft Merkwürdigkeiten, die es teilweise schon gab, bevor der Begriff der Globalisierung in unseren Sprachgebrauch trat. Und manche dieser Merkwürdigkeiten zeigen sich erst dann in vollem Ausmaß, wenn man sich in dem Land aufhält, in dem diese auftreten: In dem kleinen westafrikanischen Land Togo wird unter anderem auch Kaffee angebaut. Nicht viel, doch ausreichend für die Bevölkerung und für die Touristen, wenn man Röstereien bauen und das Produkt im Lande selbst verarbeiten würde. Wahrscheinlich bliebe sogar noch etwas für den Export übrig. Allein: Dem ist nicht so! Und, wie der Autor später erfuhr, nicht nur in Togo, sondern auch in den Nachbarstaaten.
(Zeichenerklärung: r = Anbau von Robusta-Kaffee, m = Anbau von Robusta- und Arabica-Kaffee, a = Anbau von Arabica-Kaffee; zum Vergrößern anklicken)
Bestellen Sie in Togo mal eine Tasse Kaffee! Was glauben Sie, was Sie dann bekommen werden?
Eine Karaffe mit heißem Wasser, Zucker, Milch und eine Dose dieses einschlägig bekannten wasserlöslichen, pulverisierten Kaffeeextrakts, das hierzulande nicht zu Unrecht keinen guten Ruf genießt und deren Herstellerfirma auch in Afrika durch die aggressive Vermarktung und die Unzulänglichkeit eines Säuglingsernährungsmittels für einen Skandal sorgte! Und zudem ist das Getränk noch nicht einmal so billig, wie man es in einem Land erwarten würde, in dem die Rohstoffe dafür, nämlich die Bohnen, angebaut werden.
Togo exportiert all seinen Kaffee, um ihn dann verarbeitet und zu wahrscheinlich überhöhten Preisen wieder importieren zu müssen! Somit bezahlt es seine Auslandsschulden, während die einheimische Bevölkerung nichts davon hat, weil etwa keine Arbeitsplätze zur Veredelung der Bohnen geschaffen werden und das Getränk für sie zu teuer ist, um es selbst genießen zu können. Und Sie als Tourist oder im Lande Beschäftigter auch nicht, es sei denn, Sie mögen einen solchen Extrakt, halten sich vielleicht in einer Luxusunterkunft auf, haben Beziehungen oder bringen ihn sich von zu Hause mit!
Von dort nämlich, wo Sie den Kaffee billiger und besser bekommen können …
(Zum Nach- und Weiterlesen: „Das volle Verwöhnaroma mit der Würze Ostafrikas“ auf Ouagadougou-Blog, zudem lassen sich weitere Beispiele bei Eingabe des Markennamens dieses Instant-Kaffees oder von „kaffee“ und des Landes Togo bei der Suchmaschine des Vertrauens finden, darunter allerdings auch viele Suchergebnisse, die auf den Kaffee aus „to go“ verweisen.)