Ronalds Notizen

Samstag, 30. Oktober 2010

Kaffee aus Togo

Abgelegt unter: Essen und Trinken, Reisen und Länder, Markt und Wirtschaft — Ronald @ 18:11

(Nein, nicht vom unsäglichen Kaffee oder Coffee „to go“ — manchmal findet man sogar ein „Café to go“: Kann man dann also gleich den ganzen Laden mitnehmen? — soll hier die Rede sein, dazu gibt es inzwischen viele andere Blogs, sondern tatsächlich von Kaffee aus und in Togo!)

Vom Kaffeegenuss in Kaffee anbauenden Ländern

Unsere Weltwirtschaftsordnung schafft Merkwürdigkeiten, die es teilweise schon gab, bevor der Begriff der Globalisierung in unseren Sprachgebrauch trat. Und manche dieser Merkwürdigkeiten zeigen sich erst dann in vollem Ausmaß, wenn man sich in dem Land aufhält, in dem diese auftreten: In dem kleinen westafrikanischen Land Togo wird unter anderem auch Kaffee angebaut. Nicht viel, doch ausreichend für die Bevölkerung und für die Touristen, wenn man Röstereien bauen und das Produkt im Lande selbst verarbeiten würde. Wahrscheinlich bliebe sogar noch etwas für den Export übrig. Allein: Dem ist nicht so! Und, wie der Autor später erfuhr, nicht nur in Togo, sondern auch in den Nachbarstaaten.

Weltkarte des Kaffeeanbaus (Quelle: Wikimedia Commons)

(Zeichenerklärung: r = Anbau von Robusta-Kaffee, m = Anbau von Robusta- und Arabica-Kaffee, a = Anbau von Arabica-Kaffee; zum Vergrößern anklicken)

Bestellen Sie in Togo mal eine Tasse Kaffee! Was glauben Sie, was Sie dann bekommen werden?

Eine Karaffe mit heißem Wasser, Zucker, Milch und eine Dose dieses einschlägig bekannten wasserlöslichen, pulverisierten Kaffeeextrakts, das hierzulande nicht zu Unrecht keinen guten Ruf genießt und deren Herstellerfirma auch in Afrika durch die aggressive Vermarktung und die Unzulänglichkeit eines Säuglingsernährungsmittels für einen Skandal sorgte! Und zudem ist das Getränk noch nicht einmal so billig, wie man es in einem Land erwarten würde, in dem die Rohstoffe dafür, nämlich die Bohnen, angebaut werden.

Togo exportiert all seinen Kaffee, um ihn dann verarbeitet und zu wahrscheinlich überhöhten Preisen wieder importieren zu müssen! Somit bezahlt es seine Auslandsschulden, während die einheimische Bevölkerung nichts davon hat, weil etwa keine Arbeitsplätze zur Veredelung der Bohnen geschaffen werden und das Getränk für sie zu teuer ist, um es selbst genießen zu können. Und Sie als Tourist oder im Lande Beschäftigter auch nicht, es sei denn, Sie mögen einen solchen Extrakt, halten sich vielleicht in einer Luxusunterkunft auf, haben Beziehungen oder bringen ihn sich von zu Hause mit!

Von dort nämlich, wo Sie den Kaffee billiger und besser bekommen können …

(Zum Nach- und Weiterlesen: „Das volle Verwöhnaroma mit der Würze Ostafrikas“ auf Ouagadougou-Blog, zudem lassen sich weitere Beispiele bei Eingabe des Markennamens dieses Instant-Kaffees oder von „kaffee“ und des Landes Togo bei der Suchmaschine des Vertrauens finden, darunter allerdings auch viele Suchergebnisse, die auf den Kaffee aus „to go“ verweisen.)

Montag, 25. Oktober 2010

Der Mörder ist immer der Gärtner

Abgelegt unter: Technik und Umwelt, Information und Medien — Ronald @ 23:23

„Der Mörder ist immer der Gärtner“, sang Reinhard Mey 1971 in seinem gleichnamigen Lied, mit dem er schon damals Stereotypen in Kriminalromanen und deren Verfilmungen parodierte. Für viele heutige Autoren und Drehbuchschreiber von Kriminalfilmen scheint der zum geflügelten Wort gewordene Titel aber immer noch Vorbild zu sein, allerdings in einer modernisierten und zeitgemäßeren Form.

Es vergeht kaum eine Fernsehserie im Angebot der Kriminalfilme, in der es früher oder später eine Folge gibt, in der das, was damals der Gärtner sein sollte, hier und heute durch Umweltaktivisten, Biobauern, Nahrungsmitteltester, Wirtschaftskritiker oder Ähnliche ersetzt wird, wie zuletzt wieder einmal im „Tatort“ in der Folge „Borowski und eine Frage von reinem Geschmack“ vom 24. Oktober 2010 zu beobachten war.

Nachdem solche Berufs- oder Gesinnungsgruppen in inzwischen viel zu oft gesehenen einschlägigen Krimis von deren Autoren wiederholt zuerst zu hochgradig Verdächtigen geschrieben werden, stellt sich im Lauf der Ermittlungen jedoch regelmäßig heraus, dass sie mit dem vorangegangenen Unheil überhaupt nichts zu schaffen hatten. Wahrscheinlich will man dann doch nicht zu „politisch inkorrekt“ werden, und in dieser Hinsicht stellt sich eine weitere Gemeinsamkeit zwischen unserer heutigen Krimiserienlandschaft und Meys Lied her, in dem es letztendlich der Gärtner ja auch nicht war („… man lernt eben täglich dazu.“).

Manchmal wünscht man sich geradezu, dass solche Schreiberlinge einem Mord zum Opfer fallen, etwa dem eines Filmproduzenten oder Programmchefs … oder eines Gärtners …

(Zum Nachlesen: der komplette Text von „Der Mörder ist immer der Gärtner“ auf Reinhard Meys Internetauftritt)

Samstag, 16. Oktober 2010

Kleines Hartzgedicht

Abgelegt unter: Lyrik und Prosa, Politik und Gesellschaft, Leben und Arbeiten — Ronald @ 0:13

Fünf Euro mehr
und kein Wein und kein Bier,
auch Zigaretten und Tabak
gibt es nicht mehr.

Pro Monat sind weg elf Euro achtzig
für Wein und für Bier,
für Tabak und Zigaretten acht Euro elf.
Dafür kann man
mit zwei Euro achtundzwanzig
ins Internet
und für eins einundsechzig
außerschulischen Unterricht
und Hobbykurse besuchen.
Gesund essen,
das ging noch nie
mit drei vierundneunzig pro Tag.

Mit Rundrechnen, Runterrechnen
und Sparen, Sparen, Sparen
lebt sich’s nun mal schlecht!

Ist das „ein transparentes
und sachgerechtes Verfahren
nach dem tatsächlichen Bedarf,
also realitätsgerecht“?

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Fehler sind wie Berge

Abgelegt unter: Zitate — Ronald @ 20:51
Fehler sind wie Berge, man steht auf dem Gipfel seiner eigenen und redet über die der anderen.

(Sprichwort des nigerianischen Haussa-Volks, zitiert aus Sebastian Herrmann: Über alle Berge, in Frankfurter Rundschau vom 2./3. Oktober 2010, Reiseteil, Seite T8)

Freitag, 1. Oktober 2010

Kennen Sie BOOK?

Abgelegt unter: Kunst und Kultur, Information und Medien — Ronald @ 14:48

Kennen Sie schon BOOK? Nein? Diese Erfindung ist so genial (einfach), dass man sich fragt, warum sie nicht schon früher gemacht wurde:

läuft stressfrei mit WordPress ( WordPress.de )