Steak’s und etwas mehr …

Deppenapostrophe, Idiotenleerzeichen und andere Katastrophen

Über Deppenapostrophe, Idiotenleerzeichen, Fälle von Denglisch und andere schriftsprachliche Merkwürdigkeiten, um nicht zu sagen: Katastrophen. Eine Sammlung, die immer wieder ergänzt wird.

Steak’s und etwas mehr…

Anzeige des Restaurants Buenos Aires in Frankfurt am Main in mehreren Ausgaben von FRIZZ — Das Magazin, man beachte auch das fehlende Leerzeichen vor den Auslassungspunkten, oder meinten sie etwa „mehrmals“?

Die richtige Zeit für’s eigene Heim.

Internet-Startseite und Plakate der Commerzbank, September 2010

coffee togo

Mittagstipp.de, Restaurant ucon-lodge in Köln, zuletzt abgerufen am 11. Mai 2013

Sonnenstudio sucht nette Mitarbeiterin (m/w) […]

Die Mitarbeiterin darf auch männlich sein? Stellenanzeige in der Frankfurter Rundschau vom 12./13. März 2011

Top-VIP-Clup sucht […]

Englisch Sprakk, shwäre Sprakk: Stellenanzeige in der Frankfurter Rundschau vom 12./13. März 2011

Täglich Schnäppchen sichern! Bis 04. April 2011

Alles digital oder was oder warum die Null? Anzeige der Frankfurter Rundschau in derselben vom 19./20 März 2011

Wir sind ein technologieorientiertes Dienstleistungsunternehmen für effiziente und transparente Online Marketing Maßnahmen mit Hauptsitz in Eschborn bei Frankfurt am Main.

Bindestriche ausgegangen? Stellenangebot der Firma Vexeo in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit vom 16. März 2011, zuletzt abgerufen am 21. März 2011; siehe auch Ronalds Notizen: Würfel Zucker

„Coffeetainment ist … wenn man zu 100 % Genuss 20,- € geschenkt bekommt!“ „Coffeetainment ist… wenn aus Kaffee Leidenschaft wird.“

Aha, dachte schon an so etwas wie unterhaltenden oder unterhaltsamen Kaffee. Auf was diese Werber so alles kommen: „Tchibo Newsletter“ [sic!] und die entsprechende Tchibo-Kaffeemaschinen-Internetseite, inklusive des fehlenden Abstands vor den Auslassungspunkten!

Banda Dos Seixos aus Amersfoort / Holland spielt schöne Samba’s und groovige Reggae’s.

Fast so schön wie die „Steak’s“: Banda dos Seixos auf sambadwildungen.de, zuletzt abgerufen am 10. April 2011

Feintypografie ist Mehraufwand: z.B. Spationierung/Kerning von Ziffern in Überschriften; Trennunterdrückungen z.B. in Überschriften, Initiale.

Feintypografie heißt auch, zwischen Teilen von Abkürzungen, die mit einem Punkt getrennt werden, einen Leerschritt zu setzen! Gesehen bei Rombach eBooks, Preise, zuletzt abgerufen am 15. Juni 2011

„Social Media kann helfen, […]“, „[…] kann Social Media es nicht retten“, „Social Media heilt eben keine Wunden“ und „Social Media muss Spaß machen […]“

Mal was vom Unterschied zwischen Plural und Singular gehört, Herr Guido Augustin von der gleichnamigen Social-Media-Agentur? Gesehen in einem Interview mit ihm im [sic!] IHK WirtschaftsForum 06.11

„An alle Beach-Fans, Sonnenanbeter & Cocktail-Freunde“ „Sonne, Snacks, Cocktails, Kaffee & Kuchen.“ „KUBU Beach Feeling in der angesagtesten Open Air Bar Frankfurts“

Angesagt sind auch Bindestriche und die Verwendung des Wörtchens „und“ bei Aufzählungen! Gesehen im April 2013 auf einer Einladungskarte von Kuffler & Bucher in Frankfurt am Main

Bildschirm-Schnappschuss Heute-Show

Bildschirm-Schnappschuss „Heute-Show“ mit Deppenapostroph (eigenes Werk)

Darf Satire alles, auch einen Deppenapostrophen verwenden, der zudem falsch herum steht? Gesehen in der „Heute-Show“ vom 10. Mai 2013 (Bild zum Vergrößern anklicken!)

Die Copa Cabana, der bunte Karneval, der kreative Fußball und die lecker fruchtigen Salsas — dafür steht Brasilien. Für unsere Chipsfrisch Salsa de Brasil haben wir den Geschmack fruchtiger Tomaten mit leckeren Kräutern kombiniert. Das bunte, lebensfrohe Brasilien genießen: Fruchtig, tomatig, lecker!

Frage: Wie viele und welche Fehler stecken in diesem Werbetext auf einer Tüte Kartoffelchips?

Wir haben in der Vergangenheit stets deutlich gemacht, dass weitere Betriebseinschränkungen für diesen Flughafen hochproblematisch [sic!] sind, da wir heute schon die härteste Nachtflugregelung und die härtesten Betriebsbeschränkungen aller internationalen Hubs weltweit haben.

Ein schöner Fall von Denglisch! Der Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, Stefan Schulte, in seiner Kritik am Flughafenkompromiss der neuen schwarz-grünen Landesregierung in Hessen, zitiert nach Journal Frankfurt vom 19. Dezember 2013

Internet-Pausenbild während der TV-Werbung bei ran.de (Bildschirm-Schnappschuss: eigenes Werk)

Internet-Pausenbild während der TV-Werbung bei ran.de (Bildschirm-Schnappschuss: eigenes Werk)

Auch hier stimmt etwas mit dem Apostroph nicht, und zwar wieder in doppelter Hinsicht (Bild zum Vergrößern anklicken)! Weiß jemand, was? Kleiner Tipp: siehe den Bildschirm-Schnappschuss von der „Heute-Show“ oben!

F-Nordend, suche erfahrene, freundliche Aushilfskraft […] für alteingesessenes Ffm-Stammlokal (Pilzstube) […]

Wer nichts wird, wird Wirt? Oder gibt es dort tatsächlich nur Pilze? Stellenanzeige in der Frankfurter Rundschau vom 26. März 2014

Salsa Quark
Grüße aus Brasilien!

Die (erneut falsche!) Verwendung des Worts „Salsa“ in einem Zusammenhang mit Brasilien kommt einem bekannt vor, wenn man hier regelmäßig stöbert, siehe oben! Warum nur kommen so viele Werber auf die Idee, dass dieses Wort portugiesisch ist? Das wird nämlich in Brasilien gesprochen und nicht Spanisch, aus dem dieses Wort stammt! Außerdem verwendet man in Brasilien das Wort „molho“ für eine (scharfe) Soße. Ein erneuter Beweis dafür, dass Werbung keineswegs informiert, sondern die Leute für dumm verkauft! Und warum sich die Schreibweisen auf der Packung und auf der Website unterscheiden und warum nicht zusammengeschrieben oder ein Bindestrich verwendet wird (Achtung: Binnenversalie!), wissen wohl auch nur die Werber. Gesehen auf der Packung (und gekostet; der Quark selbst ist keineswegs zu beanstanden: interessante geschmackliche Idee!) und auf MILRAM SalsaQuark, abgerufen am 11. Juni 2014

KulturRegion FrankfurtRheinMain

Donnerwetter, mit der Länge von Wörtern mit Binnenversalien habt ihr Werber euch ja selbst übertroffen! Oder kennt jemand ein längeres Beispiel? Gesehen beispielsweise auf der Website der KulturRegion Frankfurt RheinMain gGmbH, abgerufen am 12. März 2015

7 Übernachtungen in renovierten Komfortzimmern, mit Bad/Dusche, WC, Fön, Sat-TV, Kühlschrank,
Internet Anschluß mit Balkon.
Frühstück.- Salatbuffet, 3/4 Pension nach Wahl,
Willkommensdrunk – Obstteller im Zimmer,
freie Getränke im Zimmer,
Fala-Dinner-Life Musik Abend in der Taverne,
Super Konditionen bei unseren Partnern-Langlauf,
Ski – Snowboard Verleih,
Prämium Card – Zubringer Dienst gratis u.v.a.
Jeden Tag freie Whirl Pool u. Saunen Benutzung,
gratis Rodel Verleih, u. aller im Wochenprogramm enthaltenen Nebenleistungen.

Donnerwetter, bei diesem Angebot muss man einfach zuschlagen, auch wenn man beispielsweise nicht weiß, was das „Frühstück.-“ und das „Fala-Dinner-Life“ so alles beinhalten und ob man den „Partnern-Langlauf“ unbedingt mitmachen will, aber die „Prämium Card“, der „Anschluß mit Balkon“, „3/4 [der?] Pension“ und vor allem der „Willkommensdrunk“ entschädigen bestimmt für vieles! Aus einer von der Ahrner Touristik unter der Überschrift „Besser u. günstiger wirds [sic!] nicht“ erhaltenen E-Mail des Ferienhotels Schwarzbachhof in Luttach/Ahrntal, Südtirol, vom 25. März 2015; siehe hier auch „Willkommensdrunk“, wo dieses Angebot einen eigenen Beitrag erhalten hat!

Alle Tage, Künstler, Vorstellungen & Uhrzeiten […]

In seiner unnachahmlichen „Buchshow“ präsentiert Dietrich Faber die alten & neuen Irrungen und Wirrungen […]

Wieder hat eine Fachjury 14 professionelle und talentierte Kabarettisten, Comedians & Poetry-Slammer nominiert […]

Gesungen werden auch wieder Traditionel´s und Gospels […]

Von der ersten Sekunde an werden Rock, Pop, Klassik, Dance & Funk […]

Dass sich das Et-Zeichen, auch Und-Zeichen oder Firmen-Und genannt, im Fließtext immer mehr durchsetzt (siehe auch weiter oben!), ist schriftsprachliche Schluderei und daher sehr bedauerlich, aber köstlich ist hier zusätzlich das „Traditionel´s“, fast doppelt so köstlich wie die „Steak´s“ ganz oben, da sich hier nicht nur wieder einmal zeigt, dass man vom Englischen die Finger lassen sollte, wenn man es nicht beherrscht, denn gemeint sind wohl traditionals, sondern auch wegen des auch hier verwendeten Deppenapostrophen, der sowohl im Englischen als auch im Deutschen völlig fehl am Platze ist! Aus dem KulturNewsletter [sic! Seufz: Sprache ist auch Kultur!] des Theaters Alte Mühle und des Kulturforums Bad Vilbel vom 28. März 2015

[…] Graffitis entfernen lassen muss.

Immer wieder gern falsch gemacht: Graffiti ist bereits der Plural, daher benötigt das Wort kein s am Ende; der Singular wäre „Graffito“! Aus dem Artikel „Wie geschmiert“ der Deutschen Presse-Agentur (dpa) im Immobilienteil der Frankfurter Rundschau vom 28. März 2015

Textildruck-Frankfurt

Ausnahmsweise mal ein Bindestrich zu viel, oder meinten Sie das Textildruck-Frankfurt im Unterschied zum Banken-Frankfurt? Andersherum geschrieben wäre er wichtig! Gesehen bei Textildruck-Frankfurt Ltd., abgerufen am 5. April 2015

Kasten Weißbrot, der Klassiker

Wer will denn schon einen ganzen Kasten Weißbrot? Oder handelt sich hierbei um Kastenweißbrot? Um einen „Klassiker“ handelt es sich allerdings tatsächlich, denn das wird immer wieder gern getrennt geschrieben! Gesehen von einem Leser dieser Notizen und als Kommentar zu „Würfel Zucker“ veröffentlicht

Wir suchen Mediaberater/in für Aqkuise […]

Tja, die deutsche Sprache – oder war es der Setzer/die Setzerin? Gefunden in einer Stellenanzeige in der Frankfurter Rundschau

Nicht’s dabei?!

Deppenapostrophe sterben einfach nicht aus, hier gefunden bei Sackmühle vom 4. August 2015

Bildschirmfoto Werbung Renault Captur

Bildschirmfoto der Fernsehwerbung für den Renault Captur (eigenes Werk)

Glauben Sie (und die Werber) tatsächlich, dass bei der nebenstehenden Werbung (zum Vergrößern bitte anklicken, sonst ist es nicht zu sehen!) alles richtig geschrieben wurde? Wer findet den Rechtschreibfehler?

DAS COSTA GANS WENIG

DAS GANZ KACKE WERBUNG! Plakat- und Internetwerbung der mobilcom-debitel GmbH, gesehen ab November 2015 auf Plakatwänden in Frankfurt am Main. Ob „debitel“ von debil kommt?

Pflege von Vorlagen und Stylguids

Tja, wie hier schon oft festgestellt: Man sollte vom Englischen die Finger lassen, wenn man es nicht beherrscht! Aus einer Stellenanzeige „Mediengestalter/in [sic!] Digital-/Printmedien“ der Firma ARWA Personaldienstleistungen vom 16. Januar 2016

Bearbeiten und Konvertieren von Logo’s

Und wieder ein Beispiel für Deppenapostrophe, gesehen in einer anonymisierten Stellenanzeige für eine(n) Mediengestalter/-in der Agentur für Arbeit Darmstadt vom 8. Februar 2016

[…] sehr gute Englischkenntnisse für die Kommunikation mit dem ausländischen Headquater

Sehr gute Englischkenntnisse? Ich sag’s ja: siehe vorher! Aus dem Anforderungsprofil einer Stellenanzeige der KPM Kreatives Personal- und Marketing Management (Warum hier ein Bindestrich gesetzt und einer weggelassen wurde, wäre einen neuen Eintrag wert, doch lassen wir es!)

Nie wieder Brille! Gut sehen ab 45+

Was bedeutet noch mal das Wörtchen „ab“? Gesehen in einer Anzeige der [sic!] EuroEyes-Klinikgruppe im „Freizeit“-Teil der Frankfurter Rundschau vom 27./28. Februar 2016

Unser Auftraggeber ist ein führender Anbieter im Bereich Druck und Print.

Und wieder die Englischkenntnisse: Ist Print nicht das englische Wort für Druck? Gesehen in einer Stellenanzeige bei Weiss Personalmanagement

Zu ihren Aufgaben gehört es Druckvorlagen zu entwerfen, erstellen und zu bearbeiten, das Pflegen von Produktdatenbanken und Affilinet managment.

Und wieder die Englischkenntnisse, korrekt müsste es heißen: Affiliate Management, das für das Affiliate-Marketing zuständig ist. Aber wenn Arbeitgeber schon nicht wissen, wie das heißt … Gesehen in einer Stellenanzeige der 1ART1 GmbH

GOETHESTRAßE 34 (Eingang in der Fress’gasse – FRANKFURT)

Tja, das große Eszett, das es gar nicht gibt: Wie sieht das doch besch… aus! Was soll zudem der Apostroph verdecken? Die Firma Twin-Set Boutique ist offensichtlich nicht aus Frankfurt am Main, denn der Spitzname der Straße würde hier nämlich „Fressgass’“ geschrieben und ausgesprochen. Und dann noch ein Binde- statt einem Gedankenstrich … Gesehen in mehreren Anzeigen dieses Ladens

Privatstall Pony’s
Feldberg/Ts.

Nein, sie sterben einfach nicht aus, die Deppenapostrophe! Gesehen in einer Stellenanzeige in der Frankfurter Rundschau vom Wochenende 30. April 2017

7.200 Lehrer mehr seid 2010!

Peinlich, peinlich: seid statt seit, und das in einer (SPD-)Wahlanzeige zum Thema Bildung in Nordrhein-Westfalen! Gesehen in Der Westen: „Peinliche Panne – SPD wirbt in NRW mit Rechtschreibfehler für mehr Bildung“ vom 7. Mai 2017 und bei Meedia: „Seid statt seit: SPD feiert in NRW-Wahlanzeige ihre Bildungserfolge und blamiert sich mit Grammatikfehler“ vom 8. Mai 2017

Großmutter’s authentische, französische Küche

Nicht nur ein Deppenapostroph, sondern auch ein Komma zu viel; gesehen auf der Visitenkarte des Restaurants Chez Mamie in Frankfurt am Main

(Wird, je nach Funden, ständig fortgesetzt; zuletzt aktualisiert am 20. März 2016.)


Kommentare

Steak’s und etwas mehr … — 5 Kommentare

  1. Herrlich dämlich, diese ganzen sprachlichen Todsünden. Ich liebe auch immer die falsch gesetzten An- und Abführungszeichen, die man auch Gänsefüßchen nennt. Von der 99-66-Regel hat heutzutage anscheinend noch niemand etwas gehört, noch nicht einmal Redakteure der Online-Ausgaben von Tageszeitungen.

    Das Schlimme ist aber auch, dass so eine große Gleichgültigkeit herrscht, so nach dem Motto: Wieso, ist doch egal, man versteht doch, was gemeint ist!

    Ja, das Denglish ist ebenfalls eine Unsitte (außer bei Gayle Tufts, die es zu ihrem komödiantischen Stil erhoben hat). Man wird zunehmend auf Produktverpackungen fündig. Eigentlich sollte man solche Marken boykottieren. Aber dann kann man bald nichts mehr kaufen.

    • Ja, die falsch geschrieben Anführungszeichen sind ein Thema für sich!

      Da hat, als eines der ärgerlichsten Beispiele, vor Jahren die eigentlich sehr gute Website Design Tagebuch [sic! Man beachte den fehlenden Bindestrich!] den „Grimme Online Award“ [sic!] gewonnen, obwohl der Betreiber jahrelang (falsche) angelsächsische Anführungszeichen verwendet hat (falsch und sogar doppelt falsch deshalb, weil die auf der Tastatur über der 2 weder den typografisch korrekten deutschen noch den typografisch korrekten englischen entsprechen!), und das auf einer Plattform, auf der es viel um Typografie geht!

      Möglicherweise auch aufgrund eines Kommentars von mir hat er das wenigstens inzwischen geändert.

  2. Pingback: Hätten Sie’s gewusst: Apostroph? — Setzfehler

  3. Pingback: Seid statt seit: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen – Setzfehler

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