25 Jahre Tschernobyl (aktualisiert!)

Atomkraftwerk (Microsoft ClipArt)Am 26. April 2011 jährt sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 25. Mal. Ein erneuter (Super-)GAU ist jederzeit möglich und zudem gibt es weltweit keine Lösung für das Atommüllproblem. Daher: 25 Jahre Tschernobyl, Atomkraftwerke endlich abschalten!

Siehe auch Ronalds Notizen: „Es kam eine dunkle Wolke herein“ und „Wildschweine“!

[Zur aktualisierten Version lesen Sie „30 Jahre Tschernobyl“!]

30 Jahre Tschernobyl

Pripyat - Abandoned funfair

Der Vergnügungspark in der heutigen Geisterstadt Prypjat unweit des Kernkraftwerks Tschernobyl, für mehrere Tausend Jahre unbewohnbar (Justin Stahlman/ Wikimedia Comkons)

(Aktualisierung vom 26. und 29. April 2016 des ursprünglichen Eintrags „25 Jahre Tschernobyl“ vom 18. April 2011:) Heute, am 26. April, sind es genau dreißig Jahre her, seit der Reaktorblock 4 des Kernkraftwerks explodierte. Bis heute und trotz Fukushima ist und bleibt dieser Super-GAU der größte Unfall in der Geschichte der Kernkraft. Bis heute lässt sich die Zahl der Toten nicht genau beziffern.

Bereits kurz nach dem Löschen der Brände wurde die Reaktorruine in einem Sarkophag aus meterdickem Beton verschlossen, dessen geschätzte Lebensdauer jedoch nach 30 Jahren überschritten und der inzwischen bereits an vielen Stellen undicht geworden ist: Radioaktive Strahlung entweicht erneut. Ab 2017 soll ein neuer Sarkophag, eine in ihrer Dimension noch nie da gewesene Konstruktion, über den Unglücksreaktor geschoben werden und diesen für die nächsten 100 Jahre versiegeln: 29 000 Tonnen schwer, über 150 Meter lang, über 250 Meter breit und mehr als 100 Meter hoch — das größte bewegliche Bauwerk der Welt!

Auf die Dauer ist dieser Sarkophag jedoch keine Lösung: Das Problem liegt in der Kernkraft an sich und im Alter der bestehenden und noch betriebenen Atomkraftwerke, nämlich der Gesamtlaufzeit: Viele von ihnen haben 60 Jahre überschritten! Der Reaktor von Tschernobyl war gerade einmal zehn Jahre alt, als er durch Unfähigkeit des Personals und wegen technischer Mängel havarierte. Die Reaktoren von Fukushima Daiichi waren 40 Jahre alt, als durch Erdbeben und Tsunami der Super-GAU eintrat. In Europa hingegen arbeiten wir an einem dritten Szenarium für eine Katastrophe: der durch Materialermüdung!

Siehe beispielsweise auch:
die sehr interessante Seite mit Videos aus „Leschs Kosmos“ im ZDF „Tschernobyl — Lehren aus dem Super-GAU. Das Erbe des Atomzeitalters“ vom 5. April 2016,
den Film aus „Planet Schule“ von SWR und WDR „Spezial: Die Schlacht von Tschernobyl“ (gekürzte Version, 29 Minuten, 15 Sekunden).

Der bereits oben genannte Verweis auf „Wildschweine“ ist übrigens inhaltlich immer noch aktuell; siehe dazu „30 Jahre Tschernobyl — noch immer nicht gegessen“ und die interaktive Karte „Radioaktive Belastung von Waldprodukten“, jeweils vom Umweltinstitut München!

Nachtrag und Aktualisierung vom 18. Mai 2016:
Derzeit gibt es in der Europäischen Union (EU) 131 Atomkraftwerke in 14 Mitgliedstaaten und es sind in 14 Ländern neue Atomkraftwerke in Planung. 30 Jahre nach Tschernobyl droht also in der EU eine Wiederkehr der Atomkraft! Siehe hierzu SPIEGEL online: „Neue Reaktoren: EU will Atomkraft massiv stärken“ vom 17. Mai 2016 und das Interview mit Sönke Tangermann, Vorstand von Greenpeace Energy, auf NO POINT — Keine neuen Atomkraftwerke in Europa: „30 Jahre nach Tschernobyl droht eine Wiederkehr der Atomkraft in Europa“ vom 27. April 2016!

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Über Ronald

Kein Selbstdarsteller, aber auf Stellensuche, daher: Schriftsetzer, Korrektor/Lektor, Weiterbildungen zum Mediengestalter/Desktop-Publisher und zum Online-Redakteur. 11 Semester Germanistik, viele Jahre Erfahrung als Schauspieler und als Sprecher sowie als Perkussionist brasilianischer Musik und als Fußball-Torwart. Mehr? Seite „Zum Autor“!

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