Ronalds Notizen

Sonntag, 29. Mai 2011

ein kommen und gehen

Abgelegt unter: Lyrik und Prosa, Liebe und Beziehungen — Ronald @ 18:36

ja
ja geh
ja geh doch
ja geh doch bald
ja geh doch bald schon
ja geh doch bald schon weg
denn bald schon
kommst du wieder

nein
nein komm
nein komm nicht
nein komm nicht bald
nein komm nicht bald schon
nein komm nicht bald schon her
denn bald schon
gehst du wieder

Donnerstag, 19. Mai 2011

Wintersonnenwende

Abgelegt unter: Lyrik und Prosa, Liebe und Beziehungen — Ronald @ 9:28

(Sommersonnenwende, siebter Teil)

Wintersonnenwende, denkt er, als er durch die bedeckte Vollmondnacht geht. Die Sonne hat die geringste Mittagshöhe über dem Horizont erreicht, die Tage werden wieder länger.

Nachdem er im Verhältnis zu seinen sonstigen Kleidungsgewohnheiten ungewöhnlich lange überlegt hatte, was er anziehen sollte (heute durfte es doch mal wieder der Sakko mit passender Weste und ein gutes Hemd sein), gönnte er sich noch einen kleinen Imbiss als Grundlage und ein gutes Glas Rotwein.

Danach hatte er sich ein Taxi bestellt, aber während der Fahrt beschlossen, sich nicht bis zur angegebenen Adresse fahren zu lassen, sondern schon vorher auszusteigen und noch ein wenig die Vollmondnacht zu genießen, auch wenn der Himmel bewölkt war und sich der Mond nur hin und wieder zwischen den Wolken zeigte.

Sie wohnt anscheinend in einer Gegend, in die es ihn selten gezogen hat. Oder nie. Ein Stadtteil, der früher ein typisches Arbeiterviertel war und der inzwischen angefangen hat, „hip“ zu werden, wie er gehört hatte und jetzt selbst sehen kann: frisch verputzte und sanierte Häuser, vor denen der eine und andere teure Wagen steht, darunter oft ein „Hausfrauenpanzer“, wie er diese für eine Stadt völlig unpassenden und stets pieksauberen Geländewagen nennt, die meist von verheirateten Frauen gefahren wurden, um damit ihre Kinder von der Schule abzuholen und Biolebensmittel einzukaufen. Irgendwie lächerlich …

Zwischen den sanierten Häusern gibt es jedoch immer wieder solche, die sicher seit Jahrzehnten nicht mehr gestrichen worden waren, mit alten Holzfenstern, an deren Rahmen kaum mehr Farbe zu erkennen ist, nicht nur wegen der Dunkelheit. In manchen Straßen stehen noch diese alten Bogenlampen mit den grünen Masten, die an Gaslampen erinnern und um diese Uhrzeit reduziert und trüb brennen. Und am Himmel zeigt sich inzwischen immer öfter der Vollmond, der die Wintersonnenwende in diesem Jahr zu einem fast schon magischen Erlebnis werden lässt.

Er freut sich langsam auch auf die Wiederbegegnung mit seiner Bekanntschaft, wenngleich die Unsicherheit und eine gewisse Nervosität in ihm noch die Oberhand haben. Inzwischen musste er schon ziemlich in der Nähe der auf der Einladung angegebenen Adresse sein.

Plötzlich hört er eine Stimme hinter sich.

„Eyalderhastemanekippe?“, nuschelt es von schräg hinter ihm.

(Fortsetzung: Der Joint oder Muss Nutte sein)

Freitag, 13. Mai 2011

2011

Abgelegt unter: Verschiedenes — Ronald @ 0:13

Einige Merkwürdigkeiten in diesem Jahr

Der Betreiber dieses Blogs glaubt nicht unbedingt an Zufälle, auch nicht an solche, die astrologischer oder ähnlicher Natur sind. Doch in diesem Jahr 2011 gibt es einige Merkwürdigkeiten, auf die er durch einen an ihn weitergeleiteten E-Post-Kettenbrief hingewiesen wurde. Wir werden nicht nur vier Tage mit einem außergewöhnlichen Datum erlebt haben bzw. noch erleben, sondern noch anderen seltenen Ereignissen beiwohnen.

2011 haben wir gleich vier Tage mit einem außergewöhnlichen Datum, einer „Schnapszahl“: 1.1.11, 11.1.11, 1.11.11 und 11.11.11. Doch das ist nicht alles.

Nehmen wir die beiden letzten Ziffern des Jahres, in dem wir geboren wurden, addieren dann unser Alter in diesem Jahr und das Ergebnis wird für alle 111 sein!

Nehmen wir ein Beispiel: Jemand wurde im Jahr 1957 geboren und wird in diesem Jahr 54 Jahre alt, dann ergibt das 57 + 54 = 111. Jemand anderes wurde 1974 geboren und wird in diesem Jahr 37 Jahre alt: 74 + 37 = 111. Seltsam, oder?

Weiterhin gibt es in diesem Jahr im Monat Oktober fünf Montage, fünf Samstage und fünf Sonntage. Dies geschieht nur alle 823 Jahre. (Schade, dass es hier nicht „alle 111 Jahre“ heißt oder wenigstens die Quersumme auf 1 hinausläuft, aber auch Zufälle sind wohl nicht immer perfekt.)

Angeblich soll nach dem chinesischen Feng-Shui 2011 das Jahr des Geldes sein. Zumindest ist dem Jahr des Hasen diesmal das Element „Metall“ zugeordnet; es ist also das Jahr des Metall-Hasen, was alle sechzig Jahre vorkommt. (Auch hier leider wieder nichts mit einer 1!)

Solang sich das Metall nicht als Blech, Blei oder gar als Schwermetall entpuppt, soll es dem Autor recht sein. Sicherheitshalber nennt er auf Anfrage aber gern seine Kontonummer, man weiß ja nie!

Aber zunächst müssen wir uns heute mal wieder mit einem Freitag, dem 13. auseinandersetzen. Aber das gäbe Stoff für ein ganz anderes Thema …

Mittwoch, 4. Mai 2011

Auge um Auge

Abgelegt unter: Religion und Spiritualität, Politik und Gesellschaft — Ronald @ 4:53

Gedanken zur Tötung von Osama bin Laden

Der Tod ist immer ein Ereignis, das traurig macht. Traurig machen sollte! Das weiß jeder, der schon einmal einen Menschen, der einem nahestand, verloren hat, noch dazu, wenn der Tod gewaltsam eintrat. Aber auch, wenn Osama bin Laden wohl keinem der Leserinnen und Leser dieser Notizen sympathisch gewesen sein dürfte oder gar nahestand, und ob der Tatsache, dass es bisher keine tatsächliche Bestätigung dafür gibt, soll die Frage erlaubt sein, ob dessen gemeldeter und zudem gewaltsamer Tod einen Grund der Freude darstellt, darstellen kann und sollte.

Wir erinnern uns: Am 11. September 2001 fanden in den USA grausame Anschläge statt, die, ungeachtet einiger bisher unaufgeklärter Ungereimtheiten hinsichtlich der Ausführung und der Ziele, Tausende von Opfern forderten. Eine gewisse „Terrororganisation al-Qaida“, deren Ursprünge im Irak vermutet wurde, und deren Führer Osama bin Laden wurden vom damaligen US-Präsidenten Bush als Urheber ausgemacht, woraufhin die geschädigte Weltmacht zur Selbstjustiz griff, den „Kampf gegen den Terrorismus“ erklärte und gegen den Irak einen Krieg begann, der sich als mindestens ebenso grausam wie die Anschläge selbst entpuppen sollte. Zudem wurden im Rahmen der Antiterrorgesetze nicht nur kritische Stimmen in den USA, sondern überall auf der Welt zum Verstummen gebracht.

Am 1. Mai 2011 um 22.35 Uhr Ortszeit gab der US-amerikanische Präsident Barack Obama in einer Fernsehansprache die Tötung Osama bin Ladens bekannt. Jay Carney, Sprecher des Weißen Hauses, ergänzte am 3. Mai 2011: „Bin Laden was shot and killed. He was not armed.“ Zuvor soll sich eine im Raum des Anwesens befindliche Frau den Soldaten genähert haben, der „von den Soldaten ins Bein geschossen, [die] aber nicht getötet worden“ sein soll.

Die Menschen in den USA, besonders natürlich in der Stadt New York, jubelten ob der Nachricht der Tötung, aber auch unsere Bundeskanzlerin, die sich daraufhin zu dem Kommentar hinreißen ließ: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, bin Laden zu töten.“

Er war also noch nicht einmal bewaffnet! Auch wenn von einer „Gegenwehr gegen die Verhaftung“ gesprochen wurde (alle Zitate bisher: ZDF, heute journal [sic!] vom 3. Mai 2011, 21.45 Uhr), so darf man doch davon ausgehen, dass die Spezialeinheit bestens gegen eine solche eingestellt und in der Lage gewesen sein sollte, darauf zu reagieren, ohne gleich den finalen Todesschuss zu setzen. Anscheinend handelte es sich um eine sogenannte „gezielte Tötung“, um einen Mord im Staatsauftrag. Und solche kennen wir aus der Geschichte der USA nun genügend.

„[…] so sollst du geben Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß, Brandmal für Brandmal, Wunde für Wunde, Strieme für Strieme“, heißt es im Alten Testament im 2. Buch Mose, Abschnitt 21, Verse 23 bis 25. Auch in der islamischen Rechtsprechung ist dieses Prinzip bekannt, wenngleich die Ausübung dieser Selbstjustiz an bestimmte Bedingungen geknüpft ist, ebenso in der jüdischen. (Ein Grund mehr vielleicht, weshalb der Nahostkonflikt möglicherweise niemals gelöst werden wird, da doch beide Seiten immer noch in dieser Tradition zu verharren scheinen, und zusätzlich, da bin Laden diesen Konflikt noch als Ursache für seinen Hass gegen die westliche Welt nahm und weiter aufheizte.)

In der christlichen Rechtsprechung und nach dem Neuen Testament jedoch wird sie im Sinne der Nächstenliebe immer wieder relativiert, etwa in Jesu Aussage „Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin“ (Matthäus 5, 38).

Ist die gezielte Tötung, selbst wenn es sich um einen Terroristen handelte, nun tatsächlich gerechtfertigt, moralisch und juristisch? Hat bin Laden nicht dadurch, indem er unsere Rechtsprechung und unser Rechtsempfinden im Sinne alttestamentlicher Glaubensauffassungen revidiert und durchgesetzt, unsere Presse- und Meinungsfreiheit eingeschränkt hatte, nicht doch einen Sieg über die westliche Welt erfahren? Noch dazu, wenn die Antiterrorgesetze keineswegs eingeschränkt werden sollen, wie bereits einige Politiker erklären?

Und gehört diese gezielte Tötung sowie viele weitere Einmischungen in die Unabhängigkeit anderer Völker bis hin zu Krieg zum Demokratieverständnis, das die US-amerikanische Großmacht so gerne der Welt vermitteln will?

Auge um Auge, Zahn um Zahn?

(Siehe auch „Osamas gefährlicher Tod“ bei Hebel macht Mittag; ähnlicher Beitrag: Kachelmann ein Vergewaltiger?)

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