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Kuscheljacke — 2 Kommentare

  1. Als ich den Beitrag zuerst las, bzw. irgendwann von so einer Kuschel- bzw. Knuddeljacke auch schon woanders gehört habe, war ich hin- und hergerissen, was ich dazu für eine Meinung bilden soll.

    Ich finde es erschreckend, dass es (immer mehr) Menschen gibt, deren minimale Bedürfnisse an zwischenmenschlichem Verhalten nicht erfüllt werden. Wir haben immer mehr Singles, werden immer älter, müssen im Berufsleben immer flexibler sein – örtlich oder zeitlich -, was Trennungen von Partnern und Kindern bedeutet (Eltern haben kaum noch Zeit für ihre Kinder und für sich als Paar). Und in Deutschland und der westlichen Welt ist man auch noch körperlich distanzierter als in südlichen Ländern.

    Vor rund 25 Jahren habe ich in einem Buch über Körperkontakte im Zusammenhang mit Babymassagen (Leboyer?) gelesen, dass Berührungen, Massagen sogar den Tod verhindern können. Ich erinnere mich an ein Fallbeispiel, bei dem einer Frau gesagt wurde, dass ihr nächster Asthmaanfall tödlich enden würde. Sie hatte zuvor immer wieder schwerste Anfälle gehabt und die (üblichen) Behandlungsmöglichkeiten waren ausgeschöpft. Mit gezielten Massagen eines qualifizierten Masseurs wurde dieses Schicksal dann aber abgewendet. In dem Buch, dessen Titel ich nicht mehr weiß, wurden viele Beispiele genannt, aus denen die große Bedeutung von Berührung und Hautkontakten hervorging.

    Massagen gibt es heute für „normale“ Kassenpatienten nicht mehr. Und in Zeiten von Billigjobs können sich zu viele Menschen diese nicht selbst finanzieren – eine Kuscheljacke aber auch (noch) nicht.

    Erst vor kurzem hatte ich wieder von der hierzulande zunehmenden Zahl von Kaiserschnitten gehört, inzwischen werden hierzulande (!) fast ein Drittel der Kinder so geboren. Der taktile Reiz, auch wenn unangenehm, hat aber offenbar eine große Bedeutung, denn Kaiserschnittkinder haben auffällig mehr Krankheiten…. Aber Kaiserschnitte lassen sich natürlich besser im Krankenhausalltag einplanen und welche Mutter kann schon sicher sein, dass ihre Entscheidung gegen die Meinung des Arztes wirklich nicht dem Kind schadet….

    Ich habe nun noch mal nach „taktile Kontakte -Baby“ im Internet gesucht und folgende Seite gefunden http://www.karteikarte.com/card/92276/taktile-kommunikation-kommunikation-ueber-den-tastsinn Die virtuelle Karteikarte ist zwar optisch nicht gut aufbereitet, aber vielleicht interessant.

    In einer Zeit, wo Freundschaften oft nur noch virtuell bestehen, muss mensch aufpassen, dass er seinen zweitältesten Sinn regelmäßig „trainiert“ und immer jemanden oder NOTFALLS etwas findet, der, die oder das seine taktilen Bedürfnisse befriedigt. Viel Erfolg!

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