Jobcenter – eine zutiefst verachtenswerte Institution

Heizkosten, die nicht erstattet werden, Stellen, in denen man nie tätig war, Zahlungseingänge, die nie erfolgten, Leistungseinstellung wegen einer Arbeitsaufnahme, die es gar nicht gibt, dazu Zwangsverrentung: Die Erkenntnis reift, dass Jobcenter eine zutiefst verachtenswerte Institution sind!

Die Jobcenter waren hier bereits öfter Thema eines Beitrags. Da ging es „Wärmeabschläge, die -zuschläge sind“ um die „oft seltsamen Berechnungen der Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts“, in „Mehr Interesse an Statistiken als an Menschen“ darum, „wie die Jobcenter ein Leiharbeitsbranchenförderprogramm betreiben“, in „Fördern und Fordern“ um „während eines Beschäftigungsverhältnisses gezahltes Arbeitslosengeld II und anderen Widersprüchen“ und über die meist unüberwindbaren Hindernisse beim „Wohnungswechsel mit Arbeitslosengeld II“. Inzwischen übertrifft das Jobcenter Frankfurt am Main mit vollkommen absurden Entscheidungen und den entsprechenden Benachrichtigungen alles bisher Erlebte.

Energiekosten erst nach Widerspruch oder gar nicht

Da wurde zunächst jahrelang bereits im Spätsommer Heizöl bestellt, und zwar bevor die Preise zum Herbst und Winter steigen. Zum ersten Mal wurde die Kostenübernahme verweigert, weil diese nur während der Heizperiode genehmigt werden, und die war im September noch nicht. Erst der Widerspruch mit Hinweisen auf das Gebot der Wirtschaftlichkeit und dem Umgang mit öffentlichen Mitteln hatte Erfolg.

Keinen Erfolg hatte jedoch der Antrag auf Übernahme einer Nachzahlung für den örtlichen Gas- und Stromanbieter, der im Übrigen erst nach knapp einem Jahr und erst dann bearbeitet wurde, nachdem mit einer Klage wegen Untätigkeit beim Verwaltungsgericht gedroht wurde.

Aber es kommt noch schlimmer!

Angebliche Zahlungseingänge und Arbeitsstellen

Nicht zum ersten Mal trifft ein Schreiben des Jobcenters ein, nachdem eine Beschäftigung stattgefunden hätte, von der ich jedoch nicht das Geringste weiß! Bereits früher gingen Schreiben über angebliche Zahlungseingänge ein, die (leider) nie erfolgten, die jedoch entkräftet werden konnten.

Und es kommt noch schlimmer!

Einstellung der Zahlung wegen angeblicher Arbeitsaufnahme

Als Krönung vom mehreren Schreiben, die in den letzten Tagen eingegangen sind, wird ab dem 11. November die Zahlung der Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts wegen „Wegfall der Hilfsbedürftigkeit“ ganz eingestellt. Grund: eine Arbeitsaufnahme, von der ich weder etwas weiß noch die ich dem Jobcenter ordnungsgemäß mitgeteilt habe – falls eine solche denn erfolgt wäre. Üblicherweise erfolgt eine Abmeldung vom Leistungsbezug umgekehrt, also erst der Nachweis einer Arbeitsaufnahme und dann die Abmeldung des Jobcenters von den Leistungen!

Das Damoklesschwert der Zwangsverrentung

Und über allem schwebt noch das Damoklesschwert der Zwangsverrentung, bei der hohe Abschläge von der Regelaltersrente hinzunehmen sind. Hier haben Widersprüche nämlich bestenfalls eine aufschiebende Wirkung.

Fachlich und menschlich unqualifizierte Mitarbeiter

Unabhängig von alledem besteht noch das Problem der oftmals fachlich und menschlich völlig unqualifizierten Mitarbeiter/-innen. So behauptete eine persönliche Ansprechpartnerin allen Ernstes, dass ich zu meiner Arbeitslosigkeit selbst beigetragen habe. Auf meinen Einwand, dass gleich zwei der Verlage, bei denen ich angestellt war, in juristische oder finanzielle Schwierigkeiten geraten waren, wurde mir noch unterstellt, dass ich selbst dazu beigetragen haben könnte!

Eine Dienstaufsichtsbeschwerde führte dazu, dass mir neue Ansprechpartner zugeteilt wurden. Einer davon ließ mich sage und schreibe eineinhalb Stunden warten, bis ich mich bei ihm beschwerte und danach zufällig der Abteilungsleiterin auffiel, dass ich immer noch im Wartebereich saß.

Inzwischen bin ich nach mehreren Stationen wieder bei der Erstgenannten gelandet, die (natürlich) kein Wort einer Entschuldigung verlauten ließ.

Jobcenter: eine zutiefst verachtenswerte Institution

All das und viele weitere Erlebnisse lassen mich immer mehr zu dem Schluss kommen, dass Jobcenter eine zutiefst verachtenswerte Institution sind, die endlich abgeschafft gehört!

Nachtrag vom 26. Oktober 2016

Letzte Woche erhielt ich einen Anruf von meiner persönlichen Ansprechpartnerin, die anscheinend hinter den beiden letztgenannten Schreiben steckt – die Schreiben sind ja ohne Unterschrift gültig. Angeblich habe ich selbst sie angerufen, um ihr eine Arbeitsaufnahme zu melden, wovon ich aber nicht das Geringste weiß! Entweder hat sie also irgendetwas durcheinandergebracht oder jemand hat sich unter meinem Namen (und meiner Kundennummer, die anzugeben ist, um überhaupt zu einem Sachbearbeiter durchgestellt zu werden!) einen üblen Scherz erlaubt. Ein übler Scherz ist das alles aber ohnehin!

Siehe übrigens auch auf Deutschlandradio Kultur: „Hartz IV vor Gericht. Eine Reform und ihre fatalen Folgen“ vom 24. Oktober 2016!


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