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Suchanfragen Mai 2010

Neben den ganzen Suchanfragen zu Robert Enke, seiner Leiche und inzwischen vermehrt sogar nach deren Zustand (!) gab es im Mai auch wieder einige ziemlich lustige oder merkwürdige, die ich gerne kommentiere.

Ich kann mich nicht erinnern, jemals zerstörend in eine Ehe eingegriffen zu haben, und eine oder einen „bewo“ kenne ich auch nicht. Daher stehe ich einer Anfrage nach „bewo hat meine ehe zerstört“ doch etwas ratlos gegenüber, zumal ich bei einer eigenen Suche nach „bewo“ als Ergebnisse u. a. zwar eine Betongesellschaft (Partner/-in in Beton gegossen?), einen Elektrogroßhändler (Stromschlag?), eine Immobiliengesellschaft (durch Hausbau völlig verschuldet?), eine Metallbaufirma (vom Balkon gestürzt?) und Vereine und Adressen für begleitetes oder betreutes Wohnen finde (keine oder zu kurze Besuchszeiten?), aber hier leider nichts, was darauf verweisen könnte.

Einfach schön ist die Suche nach „chinesen in bornheim frankfurt jazz“! Sucht da jemand nach chinesischen Jazzern aus dem Frankfurt Stadtteil Bornheim? Also, ich kenne keine. Ich wusste noch nicht einmal, dass es überhaupt chinesische Jazzer gibt! Und dann in „Bernem“, wie dieser Stadtteil auf Frankfurterisch heißt. Man lernt nie aus …

Ein paar „erotische bars in frankfurt“ würde ich eventuell schon kennen, aber hier findet man sicher keine Adressen! Ich könnte Ihnen aber vielleicht welche ins Ohr flüstern …

Die „gehaltsstruktur dfb angestellte“ würde mich zwar auch brennend interessieren, aber hierbei kann ich leider auch nicht mit näheren Auskünften dienen. Wenn Sie sie herausgefunden haben, können Sie sie mir ja mitteilen.

Die Frage, „hat kachelmann jemand auf die füsse getreten“, lässt sich von hier aus schwer beantworten. Ich fürchte aber, dass es da so eine Dame gibt … Und zu „kachelmann vergewaltigung wikipedia“ würde ich doch einfach gleich dort nachschauen.

Bei „leipzig gr%c3%bcnderzeit [=Gründerzeit]“, „luftaufnahmen bonn“, „luftbild oberrohr“ muss ich leider komplett passen: Der Verfasser sitzt in Frankfurt am Main! Und eine „philipp mi%c3%9ffelder [=Mißfelder] unterschrift“ besitze ich auch nicht. Hättense gern, wa?

Als sie „stülpte ihren kleinen mund über [=über] seinen steifen schwanz“, hat es hoffentlich Spaß gemacht! Aber über so etwas würde ich doch (hier) nie schreiben …

Bei solch exotischen Anfragen nach (sic!) „каÑ%80Ñ%82Ñ%8b миÑ%80а“, „ñîöèàëüíàÿ çàùèòà“ und „õðèñòèàíñêèå ñàéòû“ muss ich mich jedoch völlig geschlagen geben und kann nur viel Glück wünschen!

Robert Enkes Leiche

Seit ihrer Veröffentlichung gibt es immer wieder Suchanfragen, durch die Interessierte auf meine Notiz über den Tod von Robert Enke „Robert Enke †“ stoßen. Ob es mit der bald beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft zusammenhängt, ist schwer zu beurteilen, doch es ist auffällig, dass die Häufigkeit der Suchen kürzlich wieder zunahm. Erschreckend ist dabei jedoch, wie häufig und dass fast ausschließlich nach seinem Namen in Verbindung mit dem Wort „Leiche“ gefragt wird!

So hatte ich im Monat Mai drei Anfragen nach „robert enkes leiche“, vier nach „enke leiche“ und sage und schreibe 14 nach „robert enke leiche“. Wenn zwei Anfragen nach „handy bilder enke“ gehen, mag das noch harmlose Gründe haben, schließlich habe ich in meiner Notiz ein solches verwendet, aber spätestens dann, wenn, wie bereits früher geschehen, nach dem Zustand seiner Leiche gefragt wurde, fängt es an makaber und geschmack-, wenn nicht sogar pietätlos zu werden!

Sensations- und (verhinderte) Schaulust? Oder möglicherweise Anfragen von potenziell Suizidgefährdeten?

Es ist im Zusammenhang mit seinem Freitod auch darüber geschrieben worden, dass (zu ausführliche) Nachrichten über erfolgreiche Selbsttötungen Gefährdete geradezu zur Nachahmung anregen. Selbst wenn es also Bilder oder andere Informationen gäbe, sollten selbst unseriöse Sensationsjournalisten davon Abstand genommen haben, sie zu veröffentlichen. Und hier findet man sie erst recht nicht! Dass der Deutsche Presserat das Satiremagazin Titanic, dem bekanntlich nichts heilig ist, wegen mehrerer satirisch gemeinter Bilder inzwischen gerügt hat, dürfte genug verbreitet sein.

Freitod ist niemals eine Lösung, vor allem für die Angehörigen nicht und für solche, die etwa als Lokomotivführer unfreiwillig in diesen hineingezogen werden! Er schafft nur neues Leid.

Lassen wir Enke in Frieden ruhen und vielleicht daran denken, dass er in Südafrika sehr wahrscheinlich die Nummer eins im deutschen Tor gewesen wäre!

(Auszug aus den Suchanfragen für den Monat Mai 2010:

#Anfrag.: Suchbegriff

    4: enke leiche
    2: handy bilder enke
    2: leiche robert enke
    14: robert enke leiche
    3: robert enkes leiche
    2: titanic roberrt enke

Link zum Thema:
medienhandbuch.de: „Presserat rügt Titanic-Cartoons zu Enkes Suizid“)

Kachelmann ein Vergewaltiger?

Hand aufs Herz: Wer hat angesichts der Schlagzeilen der letzten Tage unter anderem der vorgeblichen „Zeitung“ mit den großen Lettern nicht schon mindestens geglaubt, dass daran etwas sein könnte? Vor allem nach der Überschrift von gestern, die scheinheilig fragte, ob Kachelmann „das zuzutrauen“ sei?

Liest man diese Schlagzeilen, ist der Reflex nahe sofort zu glauben oder wenigstens nicht infrage zu stellen, was man da liest, und es ist erschreckend, dass er bei vielen und sogar unter Bloggern bereits (vor)verurteilt zu sein scheint: Man gebe einmal „Kachelmann“ in eine Blog-Suche ein …

Es soll hier nicht um Schuld oder Unschuld gehen, sondern zunächst einmal darum, dass es in unserem Rechtssystem eine Unschuldsvermutung gibt, die besagt, dass jede Person, die einer Straftat angeklagt ist, bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld als unschuldig gilt! Weiterhin besagt der deutsche Pressekodex unter anderem, dass bei der Beschaffung von personenbezogenen Daten, Nachrichten, Informationsmaterial und Bildern keine unlauteren Methoden angewandt werden dürfen und dass unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen als solche kenntlich zu machen sind.

Wie kam es aber überhaupt dazu, dass die Medien herausbekommen haben, dass es um Jörg Kachelmann geht, obwohl die Staatsanwaltschaft Mannheim angeblich lediglich berichtete, dass sie „gegen einen 51-jährigen Journalisten und Moderator ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vergewaltigung führe“ und weitergehende Auskünfte aus Ermittlungsgründen und im Hinblick auf die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten nicht erteilt werden würden? (Eine Frage übrigens, die sich schon im Fall der Trunkenheitsfahrt der damaligen Landesbischöfin Margot Käßmann stellte, da bei Alkoholkontrollen im Straßenverkehr keine personenbezogenen Daten weitergegeben werden!)

Dass diese vorgebliche „Zeitung“ wenig Skrupel kennt, sich ihre „Informationen“ zu besorgen, kennt man spätestens seit dem Fall eines ehemaligen Klassenkameraden von mir, der sich Ende der 1970er-Jahre plötzlich verhaftet und als „Vampir von Sachsenhausen“ in den Schlagzeilen dieses Schmutzblatts wiederfand: Hier sind vorgebliche „Reporter“ sogar in die polizeilich versiegelte Wohnung des Betroffenen eingebrochen, um an private Bilder zu gelangen, die anschließend in diesem Blatt präsentiert wurden, und um den „Tatort“ beschreiben zu können! (Dass auch das „links-alternative“ Blatt Pflasterstrand diese Geschichte in vergleichbarem Stil ausschlachtete, bevor sich sämtliche Anschuldigungen als haltlos herausstellten, sei hier nur am Rande erwähnt …)

Es wird hier also in einer bisher kaum gekannten und zudem widerlichen Aktion ein Prominenter öffentlich vorgeführt, für den eben diese Unschuldsvermutung zu gelten hat, und das mit ziemlicher Sicherheit mithilfe wenigstens einzelner Beamter der ermittelnden Behörden, die seinen Namen publik gemacht hatten! Umso erstaunlicher ist es, dass beim Deutschen Presserat bisher keinerlei Beschwerden über eine verfehlte oder überzogene Berichterstattung einzelner Medien oder journalistische Verhaltensweisen vorliegen. Wenigstens hat sein Anwalt inzwischen Strafanzeige gegen die ermittelnden Behörden gestellt.

Aber jeder liest die „Zeitung“ (und die Blogs), die er verdient (und intellektuell verkraften kann). „BILD dir deine Meinung“? Irrtum! Hier (und nicht nur in diesem Blatt!) wird Meinung vorgekaut und wieder ausgespien, die ihre Leser nur noch zu sich nehmen und verdauen müssen. Und warum sollten einzelne Blogger einen besseren Magen haben?

Mahlzeit!

Registrierungen neuer Benutzer

Es ehrt mich zwar, dass meine Notizen seit Kurzem von Registrierungen neuer Benutzer geradezu überschwemmt werden.

Bei näherer Betrachtung muss ich jedoch feststellen, dass diese, bis auf eine Ausnahme, weder durch vorherige Kommentare aufgefallen sind noch mir persönliche elektronische Nachrichten gesendet haben, in denen ihr Interesse kundgetan oder Lob oder Kritik geäußert wird, was im Übrigen auch nicht auf diesem Weg, sondern über Kommentare geschehen kann.

Da außerdem, wieder bis auf diese eine Ausnahme, der angegebene Name seltenst mit dem in der E-Mail-Adresse übereinstimmt und diese zudem seltsamerweise fast ausnahmslos aus dem angelsächsischen Sprachraum stammen, wird diese Ehre doch ziemlich zweifelhaft und ich muss unlautere Motive unterstellen. Möglicherweise erfolgen diese Registrierungen in der Hoffnung, als Autor oder gar Administrator Beiträge einstellen zu können, die unseriös sind und deshalb hier nichts zu suchen haben.

Aber da muss ich euch enttäuschen, liebe sogenannte „Interessenten“: Nach erfolgter Registrierung erhaltet ihr gerade einmal den Status eines „registrierten Lesers“, was euch noch nicht einmal berechtigt, mit einem Passwort geschützte Beiträge zu lesen! Nicht, dass ich prinzipiell etwas gegen die Registrierung neuer Benutzer hätte, sogar eventuelle Ko-Autoren ließen sich vorstellen, aber solche „anonymen“ Benutzer werden so schnell wie möglich wieder gelöscht!

Einhundert

Da zeigt mir mein Administratoren-Paneel, dass ich mit dem vorigen Eintrag den einhundertsten veröffentlicht habe! Da ein Irrtum seitens der Blog-Software nicht ausgeschlossen werden konnte, habe ich nachgezählt: Es sind tatsächlich einhundert und dies ist also der 101. Beitrag, seit ich Ende Januar 2009 mit diesen Notizen begonnen habe.

Es erfüllt mich schon mit einem gewissen Stolz und mit Freude, wenn ich feststelle, dass sich die Zahl meiner Leserinnen und Leser und damit die Zahl der Kommentare kontinuierlich gesteigert hat und vermehrt auf die Texte zugegriffen wird, die die eigentliche Intention meiner Notizen widerspiegeln, nämlich mein Interesse an Lyrik und Prosa und an Liebe und Beziehungen (sowie, damit zusammenhängend, an Erotik und Sexualität).

Aber nicht nur das, besonders zwei Artikel haben sich geradezu zu „Dauerbrennern“ entwickelt, die regelmäßig hohe Zahlen von Suchanfragen und Seitenansichten erhalten: „Mein Stadtteil: das Frankfurter Nordend“ mit Anfragen sogar etwa aus Russland und „Jugendämter: die unheimliche Macht hinter der Justiz“ mit sogar einer Anfrage aus Mexiko einschließlich Übersetzung durch die Suchmaschine, mehreren Verweisen darauf und Zitaten daraus. Ähnlich verhält es sich mit dem Eintrag über Mobbing. Bei Auswertung meiner Logfiles stelle ich immer wieder fest, dass sie seit ihren Veröffentlichungen regelmäßig auf den obersten Plätzen stehen.

Suchanfragen sind häufig ein Thema, das mich zum Schmunzeln oder auch Erstaunen bringt. Solche wie nach „dontblog ronald“, „adickesallee liebe“, „himmlichen samstag“ oder „texte aus dem universum“ sind dabei noch solche der nicht ganz so schrägen Art.

Einen herzlichen Dank an meine Leserinnen und Leser, denen ich hiermit eine hoffentlich angenehme Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr wünsche und auf deren Kommentare ich mich auch dann wieder freuen werde!