Archiv der Kategorie Leben und Arbeiten
Internship Interview
Dienstag, 24. August 2010 von Ronald.
So ein Vorstellungsgespräch für ein Praktikum (Internship interview) kann schon zu einer Herausforderung an bestimmte Charaktereigenschaften werden (in englischer Sprache):
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Theaterblut bis zuletzt
Freitag, 30. April 2010 von Ronald.
Manche Menschen arbeiten bis zum letzten Moment ihres Lebens für die Kunst. Jedenfalls, solange sie sich noch bewegen können. Der Schauspieler Peter Roggisch, der als einer der bedeutendsten Shakespeareschauspieler Deutschlands gilt, gehörte dazu. Und mehr, er trat noch auf, als er sich eigentlich kaum noch bewegen konnte!
Bei meinen Recherchen für den neu zu erstellenden Wikipedia-Artikel über Peter Roggisch stieß ich auf einen Text der Journalistin und Schauspielerin Peggy Parnass, die zeitweilig Tür an Tür mit ihm wohnte. Sie schrieb: „Inzwischen war aber Peter sehr, sehr krank geworden. Er hatte drei Hirntumore, wurde nicht operiert. Die Tumore verschwanden irgendwie. Und er konnte wieder am Thalia spielen, seine großen Rollen. War wunderbar wie immer. Er drehte weiter Filme und spielte im Fernsehen. Aber eines Tages wachte Peter auf und war gelähmt. Völlig gelähmt. Und blieb gelähmt. Dieser wunderbare charmante köstliche hochbegabte Mann im Rollstuhl. Er musste die Treppen runtergetragen werden. Er gab trotzdem noch einige eigene Abende im Thalia. Las die Bücher Dantes, im Alleingang. Wundervoll. Ganz wundervoll.“
Roggisch trat also am Thaliatheater in Hamburg, an dem er engagiert war, mit einer Lesereihe aus Dantes „Göttlicher Komödie“ auf, obwohl er bereits im Rollstuhl saß: Theaterblut bis zuletzt!
Links zum Thema:
Peggy Parnass: „Eine Freundin, zu Tode erschöpft“ in Der lachende Drache, 11/2003, PDF, Seite 7
„Liebe macht hellsichtig: Ursprüngliche Uneinigkeit“ bei dctp.tv, eine Szene mit Hans-Michael Rehberg und Peter Roggisch aus „Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit“ von Alexander Kluge
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Der Sucher
Sonntag, 11. April 2010 von Ronald.
von Theobald Tiger alias Kurt Tucholsky
Such – such
suche immer nach dem Geld.
Dann kommt es an.
Such – such
such es auf der ganzen Welt!
Denk immer dran!
Krieche ihm nach.
Leck auf seine Spur!
Sei nicht schwach –
denk immer nur:
Verdienen! Verdienen! Verdienen!
Verdienen! Verdienen! Verdienen!
Ernst ist die Spekulation.
Aber lieben – aber lieben –
aber lieben mußt du es schon.Such – such
suche immer den Erfolg.
Dann kommt er an.
Pfeif – pfeif –
pfeife auf das ganze Volk!
Tritt auf den Vordermann!
Schmeichle der Macht!
Sag immer Ja.
Bei Tag und bei Nacht
Halleluja – Hurra!
Nach oben! Nach oben! Nach oben!
Nach oben! Nach oben! Nach oben!
Geld winkt dir als Lohn.
Aber lieben – aber lieben –
aber lieben mußt du es schon.Such – such
suche immer nach dem Glück.
Dann kommt es – wenn es will.
Dein Herz
ist ein Serienstück; einmal steht es still.
Wenn du dich dann nach dem goldnen Tanz
präsentierst
zur großen Bilanz:
»Ich hoffe, man wird mich hier loben!
Da unten lag ich immer oben!«
Kann sein, daß DIE STIMME spricht:
Mensch, dein Leben –
Mensch, dein Leben –
Ja, ein Leben war das nicht.
(Theobald Tiger alias Kurt Tucholsy, Erstdruck in Text + Kritik, Nr. 29/1971, Seite 22/Kurt Tucholsky: Gesammelte Werke in zehn Bänden. Band 10, Reinbek bei Hamburg 1975, Seiten 153 bis 154, zitiert nach Zeno.org)
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Offener Brief an Roland Koch
Donnerstag, 21. Januar 2010 von Ronald.
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident!
Nachdem Sie als solcher bereits vor sieben Jahren, als es bundesweit noch eine rot-grüne Regierung gab, forderten: „Arbeit statt Stütze, Sprungbrett statt Hängematte“, haken Sie nun, wohl auch in Ihrer Eigenschaft als stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU, nach: „In Deutschland gibt es Leistungen für jeden, notfalls lebenslang. Deshalb müssen wir Instrumente einsetzen, damit niemand das Leben von Hartz IV als angenehme Variante ansieht. Wir müssen jedem Hartz-IV-Empfänger abverlangen, dass er als Gegenleistung für die staatliche Unterstützung einer Beschäftigung nachgeht, auch niederwertige Arbeit, im Zweifel in einer öffentlichen Beschäftigung.“ Und weiter: „Politik muss die notwendige Härte haben, solche fordernden Elemente einzuführen und durchzusetzen, weil sie die Gegenleistung für eine sehr großzügige Unterstützung der Bürger und Steuerzahler sind.“
Zunächst einmal, Herr Koch: Ich „empfange“ nicht „Hartz IV“! So wurde diese Reform genannt, die zum Vierten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt führte (erinnern Sie sich?), sondern Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II), hier: Arbeitslosengeld II. Wenn ich Hartz IV bzw. die Hartz-IV-Reform empfangen könnte, ich würde sie ausschalten oder zurückschicken! Auch wenn sich die Bezeichnung „Hartz-IV-Empfänger“ im Volksmund und bedauerlicherweise inzwischen selbst in den seriösen Medien durchgesetzt hat, sollten gerade Sie als Politiker zur korrekten Wortwahl greifen, um sich nicht Inkompetenz vorwerfen zu lassen!
Wie Sie diese „Leistungen“ als „eine sehr großzügige Unterstützung“ bezeichnen können, ist mir schlicht rätselhaft! Im Gegensatz zu Ihrem Parteikollegen von der CDU Herrn Philipp Mißfelder, der meinen Eintrag „Soziokulturelles Leben mit Arbeitslosengeld II“ vermutlich gelesen hat (siehe „Danke, Herr Mißfelder …“), war dies bei Ihnen wohl nicht der Fall (oder etwa doch?). Zudem sollte Ihnen als Jurist und wenn Sie schon ein solches Thema ansprechen bekannt sein, dass ich auch ohne Ihren Vorstoß verpflichtet bin, jede zumutbare Arbeit anzunehmen, andererseits drohen empfindliche Sanktionen bis hin zur kompletten Streichung der Leistungen, wonach ich mich mit vielen anderen, die auch aus anderen Gründen davon betroffen sind, auf der Straße und unter Brücken wiederfinden werde. „Fordernde Elemente“ müssen Sie also keineswegs einführen, das Programm dieser Reform steht bereits unter der Überschrift „Fördern und Fordern“! Dass meiner Erfahrung nach der zweite Teil inzwischen bei Weitem überwiegt, vermerke ich hier nur am Rande.
Da ich aber arbeiten möchte, frage ich Sie, woher Sie neue Arbeitsplätze nehmen wollen bzw. wie und wo Sie diese einzurichten gedenken. Mir scheint, dass Sie Opfer einer (weiteren) Inkompetenz, nämlich einer völligen Verkennung der aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt sind.
Sagen Sie nun bitte nicht: Durch den erneuten Ausbau des Frankfurter Flughafens werden neue Arbeitsplätze geschaffen! Von den vor dem Bau der Startbahn West prognostizierten 4000 neuen Arbeitsplätzen sollen es m. W. noch nicht einmal 400 gewesen sein, die nach der Fertigstellung dabei herauskamen. Für mich wie für die meisten Arbeitssuchenden war leider keiner dabei! Vom zusätzlichen Fluglärm wollte ich in diesem Zusammenhang eigentlich schweigen, wenn nicht bekannt geworden wäre, dass Sie im Zug der erneuten Erweiterung Ihr „Unser Wort gilt!“ betreffs des Nachtflugverbots bereits gebrochen haben! Meinen Sie denn wenigstens diesmal, dass ich dort einen dauerhaften Arbeitsplatz finden würde, auch wenn absehbar ist, dass die Region infolge des Fluglärms einen Bevölkerungsschwund und -wandel wird hinnehmen müssen?
Aber vielleicht kann ich Sie im Zusammenhang mit der „sehr großzügige(n) Unterstützung“ auf den Schwarzgeld-Skandal und die Spendenaffäre Ihrer Partei von vor zehn Jahren ansprechen. Sie hatten damals „brutalst mögliche Aufklärung“ versprochen (und auch nicht eingehalten!). Ich meine: Hammse davon nicht noch ‘n bisschen was übrig?
Ich würde dann eventuell auch darüber hinwegsehen, dass Sie als Jurist die Verfassung des Landes Hessen offensichtlich nicht kennen, auf die Sie als Ministerpräsident Ihren Amtseid geschworen haben und die im Artikel 59 die Unentgeltlichkeit von Schul- bzw. Hochschulunterricht verlangt, als Sie Studiengebühren einführten.
In freudiger Erwartung Ihrer Antwort

Quellen:
Wirtschaftswoche vom 16. Januar 2010: „CDU-Vize Koch fordert Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger“ von Henning Krumrey und Roland Tichy
Frankfurter Rundschau vom 17. Januar 2010: „Wiedergänger aus Wisconsin“ von Karl Doemens, erschienen am 18. Januar auf Seite 5 der Druckausgabe
Ministerpräsident Roland Koch: „Politik muss die notwendige Härte haben“ vom 18. Januar 2010
Bundesministerium der Justiz: Sozialgesetzbuch (SGB) Zweites Buch (II)
Verfassung des Landes Hessen, Artikel 59
Wikipedia: Roland Koch: Politik und CDU-Spendenaffäre: Die Spenden der Hessen-CDU
Zwar nicht zum Thema gehörend, doch nicht uninteressant:
YouTube: Roland Koch über die (von ihm lancierte) Entlassung von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender, Teil 1 und Teil 2 (viel Geduld und die Fähigkeit, zwischen den Zeilen hören zu können, mitbringen!)
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Die besten Wünsche
Donnerstag, 24. Dezember 2009 von Ronald.
An alle, die mir für 2009 die besten Wünsche gesendet haben: Das hat überhaupt nix gebracht!Schickt für 2010 bitte entweder Geld, Alkohol, Schokolade oder Benzingutscheine.
(Aus den elektronischen Weihnachts- und Neujahrsgrüßen meines Bruders. Da ich selbst mit Benzingutscheinen nichts anfangen kann, würde ich die Wünsche für mich um „eine Frau“ ergänzen wollen, sogar mit „eine bestimmte Frau“, denn ich weiß sehr genau, um wen es sich dabei handelt und wen ich einfach nicht vergessen kann …)
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