Archiv der Kategorie Religion und Spiritualität
Die Einladung
Donnerstag, 3. Juni 2010 von Ronald.
Es interessiert mich nicht, womit Du Deinen Lebensunterhalt verdienst. Ich möchte wissen, wonach Du innerlich schreist und ob Du zu träumen wagst, der Sehnsucht Deines Herzens zu begegnen.Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist. Ich will wissen, ob Du es riskieren wirst, wie ein Narr auszusehen für Liebe, für Deinen Traum, für das Abenteuer am Leben zu sein.Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu Deinem Mond stehen. Ich will wissen, ob Du den Mittelpunkt Deines Leids berührt hast, ob Du geöffnet worden bist von all dem Verrat, oder ob Du zusammengezogen und verschlossen bist aus Angst vor weiterem Schmerz.
Ich will wissen, ob Du mit dem Schmerz, meinem oder Deinem eigenen, dasitzen kannst, ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu beseitigen.
Ich will wissen, ob Du mit der Freude, meiner oder Deiner eigenen, da sein kannst, ob Du mit Wildheit tanzen und Dich von der Ekstase erfüllen lassen kannst, von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen, ohne uns zu ermahnen vorsichtig zu sein, realistisch zu sein oder an die Beschränkungen des Menschseins zu erinnern.
Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du erzählst, wahr ist. Ich will wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, um Dir selber treu zu sein. Ob Du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht die eigene Seele verrätst. Ob Du treulos sein kannst und daher vertrauenswürdig bist.
Ich will wissen, ob Du Schönheit sehen kannst, auch dann, wenn sie nicht schön ist, jeden Tag. Und ob Du Dein eigenes Leben aus ihrer Quelle speisen kannst.
Ich will wissen, ob Du mit dem Scheitern, Deinem und meinem, leben kannst und trotzdem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Vollmondes rufst: „Ja!“
Es interessiert mich nicht zu erfahren, wo Du lebst und wie viel Geld Du hast. Ich will wissen, ob Du aufstehen kannst nach einer Nacht des verzweiflungsvollen Kummers, müde und bis auf die Knochen zerschlagen, und tust, was für die Ernährung der Kinder getan werden muss.
Es interessiert mich nicht, wen Du kennst und wie Du hergekommen bist. Ich will wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst und nicht zurückschauderst.
Es interessiert mich nicht, wo oder was Du mit wem gelernt hast. Ich will wissen, was Dich von innen trägt, wenn alles andere wegfällt.
Ich will wissen, ob Du alleine mit Dir sein kannst und ob Du in den leeren Momenten wirklich gern mit Dir zusammen bist.
(oft zitiert, aber immer wieder gut: aus „Die Einladung“ von Oriah Mountain Dreamer, Übersetzung von mir korrigiert und leicht geändert. Ihre Internetpräsenz mit der Originalfassung: Oriah Mountain Dreamer | Home, von wo aus Verweise u. a. zu ihren Anmerkungen hierzu oder zu ihrem Blog führen.)
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Wünschelrute
Dienstag, 30. März 2010 von Ronald.
von Joseph Freiherr von Eichendorff
Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.(Joseph Freiherr von Eichendorff)
Göttergleich mit Engelszungen
Und erhaben über Zeit und Raum,
Gesprochen, geflüstert, geweint, gesungen
Ist das Wort doch wie ein Traum.
Sanft ertönt die alte Weise
Und schwillt an zu Sphärenklang,
Und du gehest auf die Reise,
Folgest nach dem Traumgesang.
Bis ans Ende aller Zeiten
Und ans Ende aller Welt
Wird ein Lied dich mitbegleiten
Und das Wort sich zugesellt.
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Atheisten eine Sekte?
Mittwoch, 27. Mai 2009 von Ronald.
Unglaublich, wie viele Internetauftritte und Blogs es von Atheisten gibt! Doch wie stellen sie sich dar? Sind diese etwa toleranter, aufklärerischer? Unterscheiden sie sich von Seiten herkömmlicher religiöser Gemeinschaften? Oder bilden Atheisten so eine Art „Sekte“? Durch eigene Erfahrung als Kommentator möchte ich mich mit zweien solcher Seiten beispielhaft beschäftigen.
Da ist zunächst einmal der „Blasphemie Blog“ (http://blasphemieblog.wordpress.com/) von „Oolon Coluphid“. Schon der Name des Betreibers mutet sehr esoterisch an. Aber nicht nur, dass er keinerlei eigene Beiträge, sondern ausschließlich Meldungen anderer Medien durch Kopieren und Einfügen auf seinen Seiten veröffentlicht (man wartet geradezu darauf, bis er die ersten Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen an den Hals bekommt), so ist er auch in der Lage, kurzerhand eine ganze Seite inklusiver aller (kritischen) Kommentare zu löschen!
In diesem früheren Eintrag „Ich bin (un)gläubig, weil…“ (http://blasphemieblog.wordpress.com/?page_id=15/) bat er die Besucherinnen und Besucher ihm mitzuteilen, woran sie glauben oder nicht glauben. Zunächst einmal eine gute Idee. Ins Schwimmen geriet er jedoch, als ihm ein Kommentator u. a. das Märchen vom angeblichen Pazifismus der Atheisten anhand der hunderttausendfach begangenen Verschleppungen, Inhaftierungen und Morde des Stalinismus widerlegte.
Vollends ins Schwitzen kam er aber, nachdem er sich selbst in ebendiesen Kommentaren u. a. als „Humanist“, „Agnostiker“, „Atheist“, „Antitheist“, „Freidenker“ und „Naturalist“, „aber nie gleichzeitig“, charakterisierte und ich die meisten dieser Eigenschaften sowohl anhand verschiedener Beispiele früher Aussagen als auch durch Erklärung einiger Grundbegriffe, die hinter diesen Eigenschaften stehen, infrage stellte und ihm vorwarf, seine Einstellungen zu wechseln, wie es gerade passt. Kurz, nachdem er darauf noch eingegangen ist (die Kommentarsubskriptions-Benachrichtigung mit seiner Antwort ist bei mir gespeichert und kann auf Anfrage eingesehen werden), war die Seite verschwunden, bevor irgendjemand darauf reagieren konnte.
Ein anderes „charmantes“ Beispiel stellt „olyly“ (http://olyly.wordpress.com/), von Beruf angeblich „Journalistin“, dar. Wenn man ihren vorgefertigten Meinungen nicht ausnahmslos beipflichtet, hagelt es die übelsten Unterstellungen oder es besteht die Gefahr der Nichtveröffentlichung seiner Kommentare.
So wurde mir in den Kommentaren zu ihrem Beitrag „Ist es nicht verständlich….“ (http://olyly.wordpress.com/2009/05/13/ist-es-nicht-verstandlich/) unterstellt, dass von Leuten wie mir „… bis vor ein paar Jahren noch diejenigen für Lügner erklärt worden wären (von Leuten wie Dir) -oder vermutlich hätten sie von Seiten der Kirche eine Verleumdungsklage an den Hals gekriegt- die behaupten, Kindesmisshandlungen hätten in kirchlichen Heimen System gehabt.“ (http://olyly.wordpress.com/2009/05/13/ist-es-nicht-verstandlich/#comment-867). Eine Ungeheuerlichkeit, die aber bei Weitem nicht die einzige war!
In ihrem Beitrag „Das ewige Theodizeeproblem“ (http://olyly.wordpress.com/2009/05/25/das-ewige-theodizeeproblem/) geht es um ein an Mukoviszidose (siehe hierzu: Wikipedia-Artikel Mukoviszidose) erkranktes Mädchen, das vermutlich nicht mehr lange leben wird und Trost und Halt in ihrem Glauben an Gott findet, was „olyly“ aufgrund eines Vorkommnisses in der streng katholischen Familie (der Vater verstieß die Mutter) zunächst nicht ganz zu Unrecht infrage stellt.
Als ich sie darauf hinwies, dass es hier aber erst einmal um das Wohlergehen einzig und allein des Mädchens geht und sie, „olyly“, ihren Glauben zu respektieren hat, entspann sich eine Reihe von Kommentaren, in deren Verlauf sie jede Meinung, die von ihrer schon vorgefertigten, dass nämlich das Mädchen gefälligst nicht an Gott zu glauben habe, abwich, gnadenlos angriff.
Unter dem fadenscheinigen Hinweis auf eine angeblich von mir nicht gegebene Entschuldigung machte sie ihre Ankündigung, dass sie meine „Kommentare zukünftig ausnahmslos löschen“ wird (http://olyly.wordpress.com/2009/05/25/das-ewige-theodizeeproblem/#comment-928), wahr. Der letzte, in dem ich sie darauf hinwies, dass diese bereits an anderer Stelle (http://dontblog.wordpress.com/vomitas-verbum/#comment-919) erfolgte, ihr weiter vorwarf, dass sie nur eine Bestätigung ihrer Meinung sucht, dabei einen Vergleich mit Sekten anstellte, was Verdummung und Indoktrination anbelangt, und dass sie keineswegs auf meine Kommentare „sogar recht höflich geantwortet“ hatte, erschien schon nicht mehr. Elegante Art, Kritik aus dem Weg zu räumen, und inzwischen ist in bei den Kommentaren wieder „Friede, Freude, Eierkuchen“ in Form von „ein leckeres Weizenbier oder ein Gläschen Wein“ eingekehrt!
Ich komme zu dem Ergebnis, dass zumindest auf diesen Seiten jede Meinung, die nicht der der Betreiber entspricht, unerwünscht ist, was bis zu Hetze reicht (man sehe nur dieses unsägliche Video in http://blasphemieblog.wordpress.com/2009/05/09/rene-hasst-atheisten/, wozu, nebenbei bemerkt, ein weiterer Kommentar meinerseits unter den Tisch fiel), und sie mir übler vorkommen als die (fast) jeder christlichen Religionsgemeinschaft. Dass mir von „olyly“ vorgeworfen wurde: „Auffällig oft tummelst Du Dich auf atheistischen Seiten und versuchst, Schwachstellen zu finden um uns an den Karren pinkeln zu können“ (http://olyly.wordpress.com/2009/05/13/ist-es-nicht-verstandlich/#comment-867), passt nur in das Bild: Besser hätte es auch eine Sekte nicht ausdrücken können! Es sind Seiten, die einen eigentlich nur in Glauben oder Spiritualität bestätigen können (sofern man darüber verfügt), so ganz gegen deren Intention. Ich verzichte auf eine direkte Verlinkung, weil ich ihnen kein besseres Ranking durch Trackbacks verschaffen möchte.
Atheisten bleiben anscheinend gerne unter sich und bestätigen sich gerne selbst, wie in einer Sekte. In ihren Blogrolls finden sich fast ausschließlich Verweise auf gleichgeartete Seiten, die Blogs selbst haben fast nur „Atheismus“ zum Thema. Und wie bei Sekten haben es Kritiker schwer, sehr schwer!
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Das Hohelied der Liebe
Montag, 18. Mai 2009 von Ronald.
(auch: Die Liebe als höchste Geistesgabe)
Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze.
Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.
Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
(1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 13; revidierte Lutherübersetzung von 1984, in die neue Rechtschreibung überführt. Das musste einfach wieder einmal zitiert werden!)
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Hoffnung
Montag, 6. April 2009 von Ronald.
Hoffnung, die sich verzögert, ängstet das Herz; wenn aber kommt, was man begehrt, das ist ein Baum des Lebens.
(aus Sprüche Salomos)
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