Archive for the ‘Sprache und Austausch’ Category

Gehirnleistung

Montag, September 5th, 2011
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(Von einer Bekannten auf Facebook gefunden.)

Austausch

Donnerstag, Juni 16th, 2011

Ruf mich doch mit deinem Handy an
aus Neuss und Neuengamme
Kündige deinen Besuch mir an
sonst wird mir angst und bange

Schreib mir doch eine Karte mal
aus Oestrich, Övelgönne
und teil mir mit so einfach mal
ob ich dich sehen könne

Verfass mir eine E-Mail doch
aus Haßfurt oder List
Ich pfeife aus dem letzten Loch
wenn du nicht zu Hause bist

Erreichen tut mich auch ein Fax
aus Starnberg oder Stade
Es gibt mir schon ein’ Knacks
dass ich so Sehnsucht habe

Bereist du auch den Nordpol gar
das Sauerland, die Rhön
schreib hier einen Kommentar
Ich freu mich, o wie schön

Und wenn du gar den Mond bereist
den Mars und Bielefeld
Ich hoff du bist nicht zugeeist
und hast noch etwas Geld

Doch wenn du nun beim Nachbarn weilst
so schieß ich dich dorthin
für das, was du mir angedeihst
und er kriegt was aufs Kinn

Austausch ist das A und O
das weiß ich so wie du
doch wenn du meinst, dem sei nicht so
dann lass mir meine Ruh’

Social Media

Samstag, Juni 11th, 2011
Fragt eine Frau ihren Mann: „Scha-hatz! Was ist ‚Social Media‘?“ Antwortet er: „Wenn du morgen auf dem Blog der Urlaubsbekanntschaft vom Friseur des Therapeuten von Uwes Schwester liest, dass mich deine Fragen nerven!“

(Gesehen in einer Karikatur von Bulo.de im [sic!] IHK WirtschaftsForum 06.11)

Steak’s und etwas mehr…

Dienstag, März 15th, 2011

Deppenapostrophe und andere Merkwürdigkeiten

„Steak’s und etwas mehr…“

(Anzeige des Restaurants Buenos Aires in Frankfurt am Main in mehreren Ausgaben von FRIZZ — Das Magazin, man beachte auch das fehlende Leerzeichen vor den Auslassungspunkten, oder meinten sie etwa „mehrmals“?)

„Die richtige Zeit für’s eigene Heim.“

(Internet-Startseite und Plakate der Commerzbank, September 2010)

„coffee togo“

(Mittagstipp.de, Restaurant ucon-lodge in Köln, zuletzt abgerufen am 15. März 2011)

„Sonnenstudio sucht nette Mitarbeiterin (m/w) […]“

(Die Mitarbeiterin darf auch männlich sein? Stellenanzeige in der Frankfurter Rundschau vom 12./13. März 2011)

„Top-VIP-Clup sucht […]“

(Englisch Sprakk, schwäre Sprakk: Stellenanzeige in der Frankfurter Rundschau vom 12./13. März 2011)

„Täglich Schnäppchen sichern! Bis 04. April 2011“

(Alles digital oder was oder warum die Null? Anzeige der Frankfurter Rundschau in derselben vom 19./20 März 2011)

„Wir sind ein technologieorientiertes Dienstleistungsunternehmen für effiziente und transparente Online Marketing Maßnahmen mit Hauptsitz in Eschborn bei Frankfurt am Main.“

(Bindestriche ausgegangen? Stellenangebot der Firma Vexeo in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit vom 16. März 2011, zuletzt abgerufen am 21. März 2011; siehe auch Ronalds Notizen: Würfel Zucker)

„Coffeetainment ist … wenn man zu 100 % Genuss 20,- € geschenkt bekommt!“ und „Coffeetainment ist… wenn aus Kaffee Leidenschaft wird.“

(Aha, dachte schon an so etwas wie unterhaltenden oder unterhaltsamen Kaffee. Auf was diese Werber so alles kommen: „Tchibo Newsletter“ [sic!] und die entsprechende Tchibo-Kaffeemaschinen-Internetseite!)

„Banda Dos Seixos aus Amersfoort / Holland spielt schöne Samba’s und groovige Reggae’s.“

(Fast so schön wie die „Steak’s“: Banda dos Seixos auf sambadwildungen.de, zuletzt abgerufen am 10. April 2011)

„Feintypografie ist Mehraufwand: z.B. Spationierung/Kerning von Ziffern in Überschriften; Trennunterdrückungen z.B. in Überschriften, Initiale.“

(Feintypografie heißt auch, zwischen Teilen von Abkürzungen, die mit einem Punkt getrennt werden, einen Leerschritt zu setzen! Gesehen bei Rombach eBooks, Preise, zuletzt abgerufen am 15. Juni 2011)

„Social Media kann helfen, […]“, „[…] kann Social Media es nicht retten“, „Social Media heilt eben keine Wunden“ und „Social Media muss Spaß machen […]“

(Mal was vom Unterschied zwischen Plural und Singular gehört, Herr Guido Augustin von der gleichnamigen Social-Media-Agentur? Gesehen in einem Interview mit ihm im [sic!] IHK WirtschaftsForum 06.11.)

(Wird, je nach Funden, ständig fortgesetzt.)

Wörter der Liebe

Sonntag, Februar 13th, 2011

… oder Liebe meine Wörter!

Verbindung (Microsoft Clip Art)

Nein, nicht um die Wörter geht es hier, die wir einem geliebten Menschen zuflüstern – und die Sprache der Liebe ist immer leise, man höre nur das wunderschöne Lied „Speak Low (when you speak love)“ von Kurt Weill und Ogden Nash! Der US-amerikanische Psychologe und Sprachwissenschaftler James W. Pennebaker von der Universität von Texas in Austin zählte Wörter in vierminütigen sogenannten „Speed-Datings“, während denen Partnersuchende sich für vier Minuten gegenübersitzen, um Gemeinsamkeiten herauszufinden. In einer zweiten Studie untersuchte er über zehn Tage lang das Chat-Verhalten von Paaren. Dabei kam er zu überraschenden Erkenntnissen.

Auch wenn sich alle Paare in der ersten Studie über dieselben Themen ausfragten (was studierst du, woher kommst du, wie findest du die Uni), so klangen ihre Gespräche bei näherer Untersuchung doch völlig anders und es zeigten sich Unterschiede in der „language synchrony“, wie es Pennebaker ausdrückt. Nicht die eigentlichen Inhalte waren entscheidend dafür, wie sich Paare verstehen, sondern die sogenannten „Funktionswörter“ oder Synsemantika, die zwar zum allgemeinen Sprachgebrauch gehören und deren Benutzung eine gewisse soziale Kompetenz voraussetzt, die aber keine eigentliche Bedeutung haben. Im Englischen machten Co-Autor der Studie Pennebaker und Kollegen Wörter wie „the“ (der, die, das), „a“ (ein), „be“ und „will“ (alle Formen von sein), „anything“ (alles, etwas), „that“ (das, rückbezüglich), „him“ (sein) und „and“ (und) aus. Die Paare, deren Sprechweise und Gebrauch dieser Wörter sich am stärksten ähnelte, wollten sich mehr als viermal so oft nochmals treffen als die, bei denen dies nicht der Fall war.

Eine ähnliche Tendenz zeigten die Ergebnisse der zweiten Studie: 80 Prozent der Paare, deren Schreibstil sich ähnelte, chattete nach drei Monaten immer noch, gegenüber etwa 54 Prozent, die sprachlich nicht harmonierten.

Da Menschen ihren Sprachstil nicht bewusst synchronisieren, sind anscheinend weniger die Inhalte wichtig, sondern wie wir sie sagen. Pennebaker sagt dazu: „What’s wonderful about this is we don’t really make that decision; it just comes out of our mouths.“

Doch eine Untermauerung der These „Gleich und Gleich gesellt sich gern“?

Links zum Thema
Die komplette Studie als PDF: Psychological Science: Language Style Matching Predicts Relationship Initiation and Stability
Zusammenfassung: College of Liberal Arts, the University of Texas at Austin: The Language of Young Love: The Ways Couples Talk Can Predict Relationship Success
JWP home page, Pennebakers Internetauftritt, Department of Psychology, the University of Texas at Austin
Beziehung: Die Sprache der Liebe - News - FOCUS Online, 26. Januar 2011
Kolumne: Nüchtern? | Times Mager - Frankfurter Rundschau, 6. Februar 2011
Synsemantikum – Wikipedia
YouTube - Kurt Weill Sings and plays “Speak low”, leider nicht den kompletten Text und das komplette Lied
Ronalds Notizen: Gleich und Gleich …