Archive for the ‘Technik und Umwelt’ Category

25 Jahre Tschernobyl

Montag, April 18th, 2011

Am 26. April 2011 jährt sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 25. Mal. Ein erneuter (Super-)GAU ist jederzeit möglich und zudem gibt es weltweit keine Lösung für das Atommüllproblem. Daher:

25 Jahre Tschernobyl, Atomkraftwerke endlich abschalten!

25  Jahre Tschernobyl

(Für weitere Informationen Bild anklicken; siehe auch Ronalds Notizen: Es kam eine dunkle Wolke herein und Wildschweine!)

Es kam eine dunkle Wolke herein

Freitag, April 15th, 2011

Es kam eine dunkle Wolke herein,
ich dacht’, es wird ein Regen sein,
ein Regen aus dem Osten
schwer in das grüne Gras.

Und kommst du, liebe Sonne, nit bald,
verseuchet alles im grünen Wald,
und all die müden Menschen,
die haben müden Tod.

Es kam eine dunkle Wolke herein;
es soll und muss geschieden sein;
Tschernobyl weit, dein Bersten
macht mir das Leben schwer.

(Nachdichtung des deutschen Volkslieds „Es geht eine dunkle Wolke herein“; siehe auch: „Wildschweine“ und „Feuerwehrmanns Abendlied“ nach Matthias Claudius: Ein Gedicht! Klassische Lyrik auf ZEIT online)

Wildschweine

Donnerstag, März 17th, 2011

Kraftwerk (Microsoft Clip Art)

Die Bilder aus Japan, die uns zurzeit erreichen, sind schlimm. Nicht nur die der durch die Flutwelle verwüsteten Küstenstriche, sondern auch die des schwer angeschlagenen Kernkraftwerks in Fukushima! Auch wenn wir vor Strahlung hierzulande relativ sicher sein dürften, so haben wir die Auswirkungen des Reaktorunfalls in Tschernobyl vor fast genau 25 Jahren immer noch zu tragen: Der Verzehr von Wildschweinen und Pilzen aus Bayern ist gesundheitlich immer noch höchst bedenklich, wenn nicht gar unmöglich.

Wir erinnern uns: Am 26. April 1986 explodierte Block 4 im Kernkraftwerk Tschernobyl. Wie viele Menschen dabei starben, ist bis heute unklar. Allein von den sogenannten „Liquidatoren“, die während ihres vierzigsekündigen Einsatzes auf dem Dach des benachbarten Maschinenhauses einige Schaufeln Schutt zurück in den Schlund der atomaren Verseuchung schütteten und dafür 100 Rubel und eine Urkunde erhielten (Igor Kostin in „Kulturjournal: Der Tschernobyl-Fotograf“, NDR, 14. März 2011), sollen Zigtausende bereits gestorben und Unzählige invalide sein. Noch heute leiden dort Menschen an den Spätfolgen, vor allem Kinder und Jugendliche.

Die radioaktive Wolke erreichte auch Deutschland, wobei besonders der Süden betroffen war. Und ist: Die Böden in den bayerischen und baden-württembergischen Wäldern sind teilweise noch immer hoch belastet. Nach einem Beitrag von Beate Frenkel, Michael Haselrieder und Karl Hinterleitner in der ZDF-Sendung „Frontal21“ vom 15. März 2011 ist das Wild, das dort erlegt wird, größtenteils mit Cäsium 137 belasteter Sondermüll. Insbesondere Wildschweine: In manchen Revieren in Bayern muss jedes geschossene Tier entsorgt werden, weil die zulässige Obergrenze von 600 Becquerel pro Kilogramm immer wieder überschritten wird. Messwerte von über 10000 Becquerel sind keine Seltenheit.

Eins der Hauptnahrungsmittel von Wild sind Pilze. Sie sind mit über 1000 Becquerel pro Kilo extrem belastet. Übrigens zum Teil auch solche, die auf Wochenmärkten verkauft werden, wie das Umweltinstitut München mitteilt. Und nach Prof. Egmund Lengfelder vom Otto-Hug-Strahleninstitut in München dauerte es „noch etwa 300 Jahre“, bis man davon ausgehen kann, dass Wildschweine und Pilze „so weit gesäubert oder sauber sind, dass man sie ohne weitere Messung verwenden kann.“

Die Natur vergisst nicht so schnell, was der Mensch ihr antut …

(Siehe auch: „Es kam eine dunkle Wolke herein“)

Tote Vögel

Donnerstag, Januar 6th, 2011

… und die Heiligen Drei Könige — ein Gedankenspiel

Tote Vögel fallen vom Himmel. Zuerst am Neujahrstag in einer Ortschaft in Arkansas, USA, wenige Tage später auch in einem anderen US-Bundesstaat und an verschiedenen Orten in Schweden. Zusätzlich wurden tote Fische in einem Fluss in einem anderen Teil von Arkansas gefunden. Nicht nur die Ursache ist bisher ungeklärt, merkwürdig ist auch, dass jeweils nur eine Art oder nur sehr wenige Arten dieser Gattungen betroffen waren. Zudem sollen angeblich noch Geophysiker herausgefunden haben, dass die Erde sich jetzt etwas schneller dreht, als sie sollte. Das neue Jahr 2011 fängt also spannend an!

Gleichzeitig feiern wir heute, am 6. Januar, mit dem Dreikönigstag die Heiligen Drei Könige und den „Erscheinungstag des Herrn“, die Epiphanie. Die Kirche feiert an diesem Tag das Sichtbarwerden der Göttlichkeit Jesu in der Anbetung durch die drei Könige, in der Taufe im Jordan und im Wunder von Kana. Bereits im hellenistischen Ägypten wurde in der Nacht vom 5. zum 6. Januar die Geburt des Sonnengottes Äon aus der Jungfrau Kore gefeiert. Am Tag des 6. Januar folgte das Schöpfen Heil bringenden Wassers aus dem Nil. Im Römischen Reich entwickelte sich daraus ein Kult, der, kurz gesagt, nichts anderes als den Herrscher Julius Cäsar nach der Überquerung des Rubikon am 10. Januar 49 v. Chr. als Heiland und Held feierte.

Bei den späteren Westkirchen des Christentums wird das Fest den drei Weisen aus dem Morgenland zugeordnet, in den Ostkirchen jedoch als Tag der Taufe Christi und der Offenbarung der allerheiligsten Dreifaltigkeit begangen. Dabei fällt der 24. Dezember nach julianischem auf den 6. Januar nach gregorianischem Kalender, den wir bis heute benutzen. Der 6. Januar wird im Volksbrauchtum des süddeutschen und alpinen Raums auch als Neujahrstag betrachtet. Und wir erinnern uns, dass die drei Weisen oder Magier, wie die Könige als Angehörige der Priesterkaste auch genannt werden, einer Sternschnuppe folgten.

Dies nur mal so als Gegenüberstellung, Gedankenspiel, ohne irgendwelchen (religiös motivierten) Verschwörungstheorien Vorschub leisten zu wollen. Honi soit qui mal y pense („Beschämt sei, wer schlecht darüber denkt.“) …

Wulffs Albtraum

Dienstag, November 23rd, 2010

Ein maroder Atomreaktor explodiert. Ist das der Albtraum, der Bundespräsident Wulff gerade quält? Frühestens Anfang Dezember wird er entscheiden, ob er das Gesetz zur Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke trotz verfassungsrechtlicher Bedenken unterzeichnet oder nicht. Mit seiner Unterschrift würde das Atomgesetz in Kraft treten!

Der von der rührigen Organisation Campact (siehe auch den Blog-Eintrag „Kampagne ‚Wulff tu’s nicht‘ startet durch: Kinospot online“) veröffentlichte Kurzfilm zeigt uns Wulffs Albträume — und liefert gleich das passende Gegenmittel: einfach das Atomgesetz nicht unterzeichnen!