Archive for the ‘Verschiedenes’ Category

Sie haben gewonnen!

Dienstag, Mai 4th, 2010

„Sie haben gewonnen!“ tönt es vollmundig am Telefon. Daraufhin sülzt mir eine Stimme ins Ohr, dass ich ein nagelneues Cabrio gewonnen habe und dass ich den Gewinn nun doch bitte „am besten sofort“ unter einer Rufnummer, die früher mit 0190 und jetzt mit 0900 beginnt, bestätigen möchte.

Wer so leichtgläubig war und diese schon einmal angerufen hat, weiß, dass außer Spesen nix gewesen ist. Selbst dran schuld, wer darauf hereinfällt!

Das alles wäre keine Notiz wert, wenn mir beim letzten dieser Anrufe nicht die Stimme von irgendwoher bekannt vorgekommen wäre. Die habe ich doch schon öfter gehört, und zwar nicht nur bei Gewinnmitteilungen am Telefon!

Inzwischen bin ich nah dran. War da nicht kürzlich etwas von Walter Moers im Radio? Und wenn ich das Timbre der Stimme auf meinem Anrufaufzeichner mit denen auf YouTube vergleiche, ist das nicht die Stimme dieses bekannten Schauspielers, Komikers, Moderators und Sprechers, dessen Stimme auch in vielen Kinderhörspielen auftaucht? Jedenfalls ist die Ähnlichkeit verblüffend!

Freundchen, sollte ich dich enttarnen, werde ich nicht zögern, deinen Namen hier zu veröffentlichen! Aber schon jetzt solltest du dich schämen, deine Stimme für so etwas herzugeben!

Ach, übrigens: Christian Brückner ist es nicht. Aber der ist auch weder Komiker noch Moderator noch scheint er das nötig zu haben …

Wasserschäden

Mittwoch, Januar 27th, 2010

Wasser ist etwas Feines! Unsere Erde ist zum größten Teil davon bedeckt, der menschliche Körper besteht zum größten Teil daraus. Ohne Wasser kein Wachstum, kein Ackerbau und daher kein Anbau von und keine Versorgung mit Lebensmitteln. Kein Bier ohne Wasser und man kann wunderbar darin baden. Zu viel Wasser kann jedoch auch unangenehm bis tödlich werden. Man denke etwa an Überschwemmungen, die allerdings in den meisten Fällen von Menschen gemacht sind und erhebliche Schäden anrichten.

Seit ich diese eigentlich sehr schöne Wohnung bezogen habe, vergeht kaum ein Jahr ohne Schäden, die durch überflüssiges Wasser verursacht wurden. Mal bewirkt ein überlaufendes Waschbecken oder ein undichtes Fusselsieb an der Waschmaschine der Mieter über mir hässliche Feuchtigkeitsflecken an Decken und Wänden, mal bersten alte Bleirohre und eine komplette morgendliche Dusche regnet in meine Küche herab. Mal rinnt auf der Toilette Wasser außen an einem Fallrohr hinunter, mal tropft es dort von der Decke. Um nur einige der Wasserschäden zu nennen. Dementsprechend sind die betroffenen Räume die am meisten renovierten in meiner Wohnung.

Nachdem ich irgendwann überzeugt war, dass das letzte Stückchen altes Bleirohr ausgetauscht worden ist, musste ich mich kürzlich eines Besseren belehren lassen. Nachdem der Mieter über mir nachmittags seine Waschmaschine in Gang gesetzt hatte, erschienen wenig später am Abend erste Flecken an Decke und Wänden, die sich im weiteren Verlauf noch in der Küche und auf der anderen Seite der Zwischenwand, wo die Toilette liegt, ausbreiteten. Am nächsten Tag erfolgte sofort eine Meldung an die Hausverwaltung, die daraufhin ein Sanitärunternehmen beauftragte, nach der Ursache zu suchen und diese zu beheben. Eine Woche lang tat sich nichts.

Als der Mieter genau eine Woche später und fast um die gleiche Uhrzeit erneut Wäsche waschen wollte, beschloss ich aus einer dunklen Vorahnung heraus, die Probe meiner Musikgruppe ausfallen zu lassen und weiter an meinem Rechner zu arbeiten. Als ich plötzlich einen lauten Schlag aus meiner Küche hörte, war ich zunächst nicht sonderlich erschreckt. Dies änderte sich aber rapide, als ich mir die Ursache ansah: Von der Küchendecke über meiner Spüle hingen große Fetzen der Tapete und auf der Spüle und dem Boden darum herum lagen Teile des Putzes, der durch die nun offene Decke sichtbar wurde! (Interessant bei diesem Anblick war zudem, wie zur vorletzten Jahrhundertwende verputzt bzw. gemörtelt wurde, nämlich mit Schilf als Verbundmaterial, und wie viele Schichten Tapete bereits übereinander verklebt worden waren.) Dass es daraus auch noch tropfte, muss ich wohl nicht besonders erwähnen, genauso wenig, dass dieser Wasserschaden nicht entstanden wäre, wenn eben jene Sanitärfirma vorher hier gewesen wäre, wie sich nach deren Besuch herausstellte!

Wasserschaden

Langsam finde ich es fast schade, dass sich über meinem Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmer keine Wasserleitungen befinden: Es hätte nämlich auch mal wieder eine Renovierung nötig …

Verregnete Sonntage

Sonntag, Oktober 11th, 2009

Wie können verregnete Sonntage doch so angenehm sein: kein Zwang, unbedingt nach draußen gehen zu müssen, sofern keine Termine anstehen, und eine echte Begründung, einfach mal faul sein zu dürfen! Lange frühstücken, dabei eine Platte auflegen, die man schon lange nicht mehr gehört hat, etwas Zeitung lesen, sich danach eventuell nochmals hinlegen, mit Buch oder ohne, oder sich an den Rechner setzen und Dinge erledigen, die unter der Woche keine Zeit finden. Was gibt es Entspannenderes?

Hin und wieder aus dem Fenster schauen: Hauptsächlich Paare, die ihren üblichen Sonntagsnachmittagsspaziergang machen, sind unterwegs (schon mal daran gedacht, den ganzen Tag zusammen im Bett zu verbringen, oder sind diese Zeiten schon vorbei?), und man ist ausnahmsweise froh, dass man nicht dazugehört, genauso nicht zu den Paaren mit Kind(ern), die sich zwischen Mittagessen und Nachmittagskaffee oder gleich dem Abendessen die Füße vertreten, nur manchmal Einzelpersonen, wobei die meisten nicht unbedingt freiwillig unterwegs sein dürften, und ganz selten Leute, denen man ansieht, dass sie gerne spazieren, egal, ob es regnet oder nicht.

Es ist herrlich ruhig im Haus und wenn ich das Fenster kippe, wirkt das Rauschen des Regens zusätzlich beruhigend. Später eine Dusche oder ein Bad, sofern eines vorhanden ist, und weiter geht’s mit dem Faulenzen oder den produktiven Tätigkeiten wie ein solch sinnloses Blog zu schreiben. Am Abend dann einen Wein oder ein Bier zu einem Hörspiel im Radio oder einem Film.

Schade nur und seltsam, dass solche Tage meist viel zu früh wieder zu Ende gehen, bevor es erneut Montag ist, an dem es dann garantiert nicht regnet …

Tod einer Ratte

Dienstag, September 8th, 2009

Vorhin musste ich eine Ratte töten.

So wie immer, wenn ich mich in den Garten dieses Hauses setze, öffnete ich auch heute wieder die Tür zum Keller und unten die zum Raum mit meinen Heizöltanks, um Wärme in die muffigen und feuchten Räume zu lassen. Als ich später die Stufen hinunterstieg, um Letztere wieder zu schließen, entdeckte ich Fuß der Treppe eine Ratte. Auf dem Boden hinter ihrem Hinterteil befand sich eine kleine gelbe Lache. Urin, dachte ich. Ich war mir sicher, dass sie beim ersten Abstieg noch nicht da gelegen hatte, und ging davon aus, dass sie tot ist.

Groß war sie nicht; ich habe früher schon viel größere Ratten gesehen (und aus dem Keller einer damaligen Arbeitsstätte entfernt). Aber anfassen wollte ich sie trotzdem nicht. Und was, wenn sie gar nicht tot war, sondern noch in ihrem Todeskampf? Sie hatte zwar trotz meiner durch die Clogs lauten Schritte keine Bewegung gezeigt, aber wenn sie bei einer Berührung plötzlich in eine letzte Panik verfiel und biss?

Und was macht man mit einer toten Ratte? Biomülltonne? Restmüll? Meinen Kater habe ich damals im Garten beerdigt, aber eine Ratte?

Ich beschloss, mich zuerst in meiner Wohnung für meine weiteren Erledigungen umzuziehen und die Ratte dann zu entfernen. Als ich wieder im Keller eintraf (ich hatte mir auch dicke lederne Arbeitshandschuhe angezogen), hatte die Ratte sich in der Zwischenzeit bewegt: Sie hatte sich um etwa 180 Grad gedreht und eine zweite kleine Urinpfütze hinterlassen. Also vermutlich doch noch nicht tot!

Ich überlegte, ob ich einen der größeren Backsteine, die seitlich des Treppenabgangs lagen, nehmen und auf sie herabfallen lassen sollte. Beim Anblick der Schneeschaufel, die gleich danebenstand, hatte ich eine bessere Idee …

Schon beim ersten Stoß mit der spitzen Seite begann sie zu fiepen und wollte fliehen, was ihr aber nicht mehr gelang. Sie war vorher schon zu schwach, außerdem musste ich ihr mit einem der ersten Stöße das Rückgrat gebrochen haben. Ich wollte sie nicht unnötig quälen und beschloss, direkt auf den Kopf zu zielen, brauchte aber trotzdem etwa zehn Stöße, bis sie zu fiepen aufhörte und sich nicht mehr rührte.

Selbst angesichts des vorher schon nahen Todes wollte sie sich diesem nicht einfach so ausliefern …

Fenster putzen

Donnerstag, Mai 7th, 2009

Es gibt kaum eine Tätigkeit beim Wohnungs- oder Hausputz, bei der das Ergebnis so unmittelbar sichtbar ist, wie das Fensterputzen. Wahrscheinlich liegt das daran, dass diese Tätigkeit meist so lange aufgeschoben wird, bis kein Weg mehr daran vorbeiführt, sofern man keine Putzfrau oder Ähnliches beschäftigt oder verheiratet ist (was oft auf dasselbe hinauskommt).

Ich erinnere mich an eine Radiowerbung für die Gelben Seiten („… machen das Leben leichter!“), in der ein Mann wie ein Blinder durch eine Wohnung tappt und dabei allerlei Zeug umstößt, während man draußen ein paar Jungs Fußballspielen hört. Als der Ball ein Fenster dieser Wohnung zerschlägt, stellt der Mann verwundert fest: „Ich kann wieder sehen!“

Sogar in einem Gedicht Christian Morgensterns kommt das Fensterputzen vor. In „Zäzilie“ soll ebendiese in ihrer Eigenschaft als Dienstmädchen die Fenster putzen, „sich selbst zum Gram, jedoch dem Haus zum Nutzen“, und zwar so, dass man nicht erkennen kann, „ob dieser Fenster Glas Glas oder bloße Luft ist“. Als sie feststellt, dass „Ähnlichkeit mit Luft“ nicht zu schaffen ist, „ermannt sie sich mit einem Schrei – und schlägt die Fenster allesamt entzwei! Dann säubert sie den Rahmen von den Resten, und ohne Zweifel ist es so am besten.“

Ach ja: Habe ich übrigens schon erwähnt, dass ich es heute auch wieder einmal geschafft habe meine Fenster zu putzen? Diese Klarheit ist schon unglaublich …