Deutschland wider Deutschland
von Friedrich von Logau
Das Eisen zeugt ihm selbst den Rost, von dem es wird verzehret;
Wir Deutschen haben selbst gezeugt die, die uns jetzt verheeret.
(Friedrich von Logau, geboren 1604 oder 1605, gestorben 1655)
von Friedrich von Logau
Das Eisen zeugt ihm selbst den Rost, von dem es wird verzehret;
Wir Deutschen haben selbst gezeugt die, die uns jetzt verheeret.
(Friedrich von Logau, geboren 1604 oder 1605, gestorben 1655)
von Thiago de Mello
Artikel 1
Es wird erlassen, dass von nun an die Wahrheit zählt.
Jetzt zählt das Leben
und dass wir Hand in Hand
alle arbeiten für das wahre Leben.Artikel 2
Es wird erlassen, dass alle Wochentage,
auch die aschfarbensten Dienstage,
das Recht haben, sich zu verwandeln in einen Sonntagmorgen.Artikel 3
Es wird erlassen, dass von nun an
in allen Fenstern Sonnenblumen stehen werden,
und dass Sonnenblumen das Recht haben,
sich im Schatten zu öffnen;
und alle Fenster müssen den ganzen Tag
für das Grün geöffnet bleiben, wo die Hoffnung wächst.Artikel 4
Es wird erlassen, dass der Mensch
niemals mehr am Menschen
zu zweifeln braucht,
dass der Mensch dem Menschen vertraut,
wie die Palme dem Wind vertraut,
wie der Wind der Luft vertraut,
wie die Luft dem blauen Gefilde des Himmels vertraut.Einziger Paragraf:
Der Mensch wird dem Menschen vertrauen,
wie ein Kind einem anderen Kind vertraut.Artikel 5
Es wird erlassen, dass die Menschen
frei vom Joch der Lüge sind.
Niemals wird es mehr nötig sein,
den Panzer des Schweigens zu gebrauchen
noch die Waffen der Wörter.
Der Mensch wird sich an den Tisch setzen
mit reinem Blick,
denn die Wahrheit wird
vor dem Nachtisch serviert.Artikel 6
Es wird festgesetzt, während zehn Jahrhunderten,
das erträumte Leben vom Propheten Jesaja,
und der Wolf und das Lamm werden gemeinsam weiden
und die Nahrung beider wird den Geschmack von Morgenröte haben.Artikel 7
Per Dekret wird unwiderruflich erklärt
die ewige Herrschaft der Gerechtigkeit und des Lichts,
und die Freude wird eine edelmütige Fahne sein,
für immer entfaltet in der Seele des Volkes.Artikel 8
Es wird erlassen, dass der tiefste Schmerz
schon immer war und immer sein wird,
Liebe nicht dem geben zu können, den man liebt,
und zu wissen, dass es das Wasser ist,
das der Pflanze das Wunder der Blume gibt.Artikel 9
Es wird erlaubt, dass das tägliche Brot
trägt für den Menschen das Zeichen seines Schweißes.
Vor allem aber hat es immer
den warmen Geschmack der Zärtlichkeit.Artikel 10
Es wird jedem Menschen erlaubt,
in jeder Stunde seines Lebens
zu tragen ein weißes Gewand.Artikel 11
Es wird erlassen, als Definition,
dass der Mensch ein Tier ist, das liebt,
und dass er deswegen schön ist,
viel schöner als der Morgenstern.Artikel 12
Es wird erlassen, dass nichts mehr verbindlich
noch verboten sein wird.
Alles wird erlaubt sein,
auch zu spielen mit dem Rhinozeros
und spazieren zu gehen am Nachmittag
mit einer immensen Begonie am Revers.Einziger Paragraf:
Nur eines wird verboten bleiben:
zu lieben ohne Liebe.Artikel 13
Es wird erlassen, dass das Geld
nie mehr kaufen kann
die Sonne des kommenden Morgens.
Verbannt aus der großen Truhe der Angst,
wird das Geld sich verwandeln in ein brüderliches Schwert,
um zu verteidigen das Recht zu singen
und das Fest des Tages, der kam.Schlussbestimmung:
Es wird verboten der Gebrauch des Wortes Freiheit,
das überdies gestrichen wird aus den Wörterbüchern
und aus dem trügerischen Sumpf der Münder.
Ab diesem Moment an
wird Freiheit etwas Lebendiges und Durchsichtiges sein,
wie ein Feuer oder ein Fluss,
und ihr Wohnort wird für immer
das Herz der Menschen sein.
(Thiago de Mello, brasilianischer Dichter, geboren 1926, geschrieben im April 1964; eigene Übersetzung. In der Übersetzung von Catharina Wendt auch veröffentlicht in Conrad Contzen, Hermann Schulz: „Ein neuer Himmel — Eine neue Erde. Vom Zusammenleben der Menschen und von ihren Hoffnungen“, Basel, Freiburg, Wuppertal, Stein/Gelnhausen, 1. Auflage 1978, Seite 58, dort übernommen aus „Almanach 10 für Literatur und Theologie“, Wuppertal; die portugiesische Originalversion: „Os Estatutos do Homem“ beim Jornal da Poesia. Siehe hier auch „Menschenrechte“.)
Wer auf seiner Internetpräsenz ein Bild oder gar ein Video einbauen will, kann schnell an seine Grenzen stoßen: Das Bild ist zu groß, zu klein, das Video lässt sich nicht öffnen oder im schlimmsten Fall erscheint stattdessen nur ein seltsamer, für den Laien unleserlicher Code! Wer ein Profil in einem sozialen Netzwerk hat oder ein eigenes Blog führt, sollte sich eigentlich darauf verlassen können, dass eine solche Aktion automatisch von diesem ausgeführt wird. Dass diese aber keineswegs eine Garantie dafür bieten, dass das Einfügen eines Bilds auch tatsächlich zufriedenstellend funktioniert, zeigt das Beispiel eines Rundschreibens auf Myspace, wobei dieses Netzwerk sage und schreibe fast 15 Seiten unnützen Code produzierte — mit dem Ergebnis, dass das Bild dann doch nicht erschien!
Grafiken und Bilder werden mit dem HTML-Tag <img> eingebaut, dazu ist mittels des HTML-Parameters <img src=”Dateiname.Format”> auf die Bildquelle, die „Image Source“ zu verweisen. HTML-Editoren bzw. -Generatoren wie Dreamweaver oder FrontPage, Content-Management-Systeme (CMS) sowie soziale Netzwerke und Blogs, die meist auf CMS aufbauen, übernehmen das Erstellen des Codes automatisch. Oder sollten es zumindest! Dass dem nämlich keineswegs immer so ist, zeigt das Beispiel eines Rundschreibens des ansonsten von mir sehr geschätzten Musikers Otis Taylor: Anstatt das von ihm gewünschte Bild einzubauen, generierte Myspace sage und schreibe fast 15 Seiten sinnlosen Code, der hier verkürzt wiedergegeben wird — das Einfügen des kompletten Codes hätte diese Notiz gesprengt! Eine Druckversion (PDF, 432 KB) habe ich aber hochgeladen und weitere Beispiele von kuriosen HTML-Fehlern dürfen mir gern zugesandt werden.
Hier also der Auszug:
<img src=”..image/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEU
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Die meisten Spam-Kommentare, die der Betreiber dieser Notizen erhält, sind sinnlose Texte, in denen es nur darum geht, in jeden Satz einen Link zu der Bezugsquelle des dubiosen Produkts einzubauen, für das der Absender wirbt. Heute erhielt er einen Kommentar eines gewissen „GuiskFutcouct“, der ob seiner sprachlichen Verworrenheit schon wieder so poetische Züge hat, die an die Lyrik eines Allen Ginsberg oder Jack Kerouac erinnern, dass ich ihn meinen Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten möchte. Und sollte jemand des Englischen nicht so mächtig sein oder ein zusätzliches Vergnügen haben wollen, kopiere man den Text und gebe ihn in einen Online-Übersetzungsdienst ein, wo sich garantiert ein weiteres Schmunzeln, gepaart mit einem Staunen über die Leistungsfähigkeit solcher Dienste, einstellen wird!
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