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Politisch korrekt

Das nennt man heutzutage wohl politisch korrekt Schokokuss, denkt Günther, während er seine kenianische Freundin aus dem Katalog küsst.

Politically correct

That’s what they call politically correct choco-kiss these days, Guenther thinks as he kisses his Kenyan girlfriend from the catalogue.

(Choko-kiss = chocolate-coated marshmallow treats)

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Dämonen

Alice Weidel und Alexander Gauland grinsten ihn dämonisch an. Allah, hilf, schrie Ahmed, bevor er sich die VR-Brille herunterreißen konnte.

Demons

Alice Weidel and Alexander Gauland grinned at him demoniacally. Allah, help, Ahmed shouted, before he could tear down his VR glasses.

Zitat

Arbetlose-Marsch (der Arbeitslosenmarsch)

von Mordechaj Gebirtig

Ejns, tswej, draj, fir,
arbetlose senen mir,
nischt gehert chadoschim lang [nicht gehört monatelang]
in fabrik den hamer-klang,
’s lign kejlim kalt, fargesn, [Werkzeug das liegt kalt, vergessen]
’s nemt der sschawer sej schon fresn, [es wird wohl der Rost schon fressen]
gejen mir arum in gas, [gehen wir herum in der Gasse]
wi di gewirim pust-un-pas. [wie der Reichen Müßiggang]
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Favorite Banausen

Die Deutschen waren nervös geworden, was sie nur um so gefährlicher machte. Seit der Einsetzung von Reinhard Heydrich zum stellvertretenden Reichsprotektor in Böhmen und Mähren wurden zahlreiche Menschen verhaftet und Todesurteile vollstreckt. „Der Henker von Prag“ wurde er inzwischen genannt.

Durch die offenen Fenster der kleinen Musikhochschule hörte man die Deutschen unten auf dem Marktplatz Befehle schreien und dann marschierende Schritte. Professor Anton Jedlička übte gerade mit seinen Studenten, als die Türen des kleinen Saals plötzlich aufgerissen wurden und ein Trupp deutscher Soldaten, angeführt von einem SS-Mann, den Raum betrat. Die Melodie verstummte in einem Missklang.
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Favorite Die Herzen sollen gestimmt sein froh!

oder Weihnachten im August

Dürre, nichts als Dürre!

Jedlička wandte sich von seinem Fenster ab, von dem aus er auf die Grünflächen vor seinem Haus schaute. Seit Wochen hatte es nicht mehr geregnet. Der Rasen war braun geworden, die Blätter begannen, vor Trockenheit von den Bäumen abzufallen. Sein Blick fiel auf den Wandkalender. Den 13., zeigte er an. August. Aber das konnte nicht sein! Mit raschen Schritten ging er auf den Kalender zu. Heute ist Weihnachten, entrüstete er sich. Er begann, alle Blätter abzureißen, bis er im Dezember angelangt war. Genauer: am vierundzwanzigsten. Heiligabend. So stimmt es! Lesen? Auf Titel klicken!