Favorite Die Herzen sollen gestimmt sein froh!

oder Weihnachten im August

Dürre, nichts als Dürre!

Jedlička wandte sich von seinem Fenster ab, von dem aus er auf die Grünflächen vor seinem Haus schaute. Seit Wochen hatte es nicht mehr geregnet. Der Rasen war braun geworden, die Blätter begannen, vor Trockenheit von den Bäumen abzufallen. Sein Blick fiel auf den Wandkalender. Den 13., zeigte er an. August. Aber das konnte nicht sein! Mit raschen Schritten ging er auf den Kalender zu. Heute ist Weihnachten, entrüstete er sich. Er begann, alle Blätter abzureißen, bis er im Dezember angelangt war. Genauer: am vierundzwanzigsten. Heiligabend. So stimmt es! Lesen? Auf Titel klicken!

Favorite Seltsame Früchte hängen von Pappeln

Das Lied Strange Fruit und seine mahnende Wirkung bis heute

Die Sängerin Billie Holiday gehört seit Langem zu den am meisten verehrten Künstlern des Autors. 1939 erschien das Lied Strange Fruit, das die Lynchmorde an Schwarzen thematisiert, zum ersten Mal von ihr gesungen. Nicht nur angesichts ihres hundertsten Geburtstages in diesem Jahr Zeit, sich wieder einmal an diese großartige Sängerin und besonders an dieses Lied zu erinnern!
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Privat

oder Vom Ende der Intimität

Claude Marie Dubufe: La Discrétion

„Privat“ scheint ein Wort aus der Vergangenheit zu sein: Exhibitionismus, Selbstentblößung, Schamlosigkeit, Erzähllust und Zeigefreude auf der einen Seite, Voyeurismus auf der anderen scheinen es in einer Zeit sozialer Netzwerke, Mobiltelefonkameras, Talkshows und schnellen Internetzugängen, in der auch das Intimste öffentlich gemacht wird, längst verdrängt zu haben. Von einer „Post-Privacy“ ist inzwischen die Rede, einer „radikalen Offenheit des Persönlichen“, wie von der Kunsthalle Schirn in Frankfurt am Main definiert, wo zurzeit die Ausstellung „Privat“ gezeigt wird, die „das bislang gültige Konzept von Privatheit in seiner Gesamtheit in Frage“ stellen will. Präsentiert werden Fotografien und Polaroid-Bilder, Filme und Videos, Objekte und Installationen aus der Privatsphäre. Damit sollen „eindrückliche Exkursionen zu den fragilen Grenzen zwischen dem Eigenen und dem Anderen“ unternommen werden, so im „Schirn Mag“ weiter. Vermag eine solche Ausstellung noch an Tabus zu kratzen, gar zu schockieren? Ja, aber die Privatheit anderer Leute kann auch unglaublich langweilig sein! Lesen? Auf Titel klicken!

Kinderwagen

oder Die „neuen Mütter“?

Manche Frauen schieben ihren Kinderwagen wie einen Puppenwagen. Wie sie als kleines Mädchen stolz einen Puppenwagen mit einem leblosen Kind, einer Puppe, vor sich herschoben, so schieben sie nun einen Wagen mit einem lebenden vor sich her. Ihr stolzer Blick indes hat sich nicht geändert. Lesen? Auf Titel klicken!

Die Party

(Sommersonnenwende, neunter Teil) Er gehörte noch nie zu denen, die zu den ersten Gästen einer Party zählten. Oder er kam früh und ging, als die Gäste zu tanzen begannen. „Nein, zum Tanzen mußte man Fähigkeiten mitbringen, die mir vollkommen fehlten: Fröhlichkeit, Unschuld, Leichtsinn, Schwung“, fällt ihm wieder aus Hesses „Steppenwolf“ ein. Am liebsten saß oder stand er die ganze Party … Lesen? Auf Titel klicken!

Eine leichte Liebe

(Sommersonnenwende, fünfter Teil) Die Flucht ergreifen, pah, denkt er auf dem Heimweg, was wusste sie denn schon? Und doch: Hatte sie nicht irgendwie auch recht? „Und ich staunte darüber, wie reich mein Leben, mein scheinbar so armes und liebloses Steppenwolfleben, an Verliebtheiten, an Gelegenheiten, an Lockungen gewesen war“, fällt es ihm aus Hermann Hesses „Steppenwolf“ ein, und weiter: „Ich hatte … Lesen? Auf Titel klicken!

Favorite African Whisky

oder Eine afrikanische Nacht

Unsere Zeit in Afrika neigte sich dem Ende entgegen. Wir hatten unsere drei Autos, mit denen wir von Deutschland über Tunesien, Algerien, Niger und dem damaligen Obervolta die Sahara und die Sahelzone durchquert und nach Lomé, der Hauptstadt Togos, gelangt waren, verkauft und trennten uns von Dingen der Reise, die wir nicht mit in den Flieger zurück nehmen konnten und wollten. Wir hatten zufriedenstellende Preise für die Autos, die die Fahrt sehr gut überstanden hatten, herausgefeilscht, obwohl die potenziellen Käufer wussten, dass unser Aufenthalt begrenzt sein würde, während sie alle Zeit der Welt hatten. So bestanden die letzten Tage aus Müßiggang mit Besuchen am Strand, der sich gegenüber unseres einfachen Hotels erstreckte und von diesem nur durch die Uferstraße getrennt wurde, aus Essenseinkäufen (das Hotel bot nur Frühstück und kleinere Speisen an, erlaubte aber die Möglichkeit, auf der Veranda eigenes Essen zuzubereiten) oder gleich Essengehen mit dem Bummeln durch Lomé und aus den abendlichen Besuchen einer Diskothek, in der wir den guten Ausgang unserer Reise feierten. Lesen? Auf Titel klicken!