Archiv der Kategorie: Lyrik und Prosa
Betrachtung der Zeit
von Andreas Gryphius
Mein sind die Jahre nicht,
Die mir die Zeit genommen;
Mein sind die Jahre nicht,
Die etwa möchten kommen;Der Augenblick ist mein,
Und nehm’ ich den in acht
So ist der mein,
Der Jahr und Ewigkeit gemacht.
Einbildung oder nicht?
(Sommersonnenwende, dreizehnter Teil) „‚Es ist natürlich nur eine Einbildung von dir‘, sagte sie, sich zurück ins Heitere wandelnd, ‚oder, wenn du willst, eine Poesie. Aber es hat etwas. Heute bist du kein Wolf, aber neulich, wie du da in den Saal … Weiterlesen →
Mehrheit
Wie aktuell doch Klassiker, hier Friedrich Schiller aus: „Demetrius“, erster Aufzug, zitiert nach Projekt Gutenberg-DE, über „Mehrheit“ immer wieder sein können!
Die Mehrheit?
Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn,
Verstand ist stets bei wen’gen nur gewesen.
Bekümmert sich ums Ganze, wer nichts hat?
Hat der Bettler eine Freiheit, eine Wahl?
Er muß dem Mächtigen, der ihn bezahlt,
Um Brot und Stiefel seine Stimm verkaufen.
Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen;
Der Staat muß untergehn, früh oder spät,
Wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.
Conversation
Through the sunny days
I caught the beginning of a smile
Laughing when we hung around
Laughing in the waters
But now it’s all down to me
I watch the weary faces
That never glimpse the truth
Laughing when we hung around
All I need is a laugh
but it’s a long, long street
Conversation
Words spin round like a circle
And like a circle we need to learn
We all need to learn
We all need to see the queen of the street
Endspiele
Der Hausmeister, Folge 2
Am Tag nach dem Fußball-Endspiel Brasilien gegen Spanien im Confederations Cup 2013. Es klingelt. Der Hausmeister steht vor der Tür. Und fängt an zu reden. Ein Monolog.
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Gedanken
Manchmal
verlassen meine Gedanken
meinen Kopf —
Und wie Luftballons
schweben sie über mir
und bedrohen mich
von oben herab …
140 Zeichen (20)
Wohin korrekte Grammatik führt
„Sie reden ja komisch!“ „Ja, ich weiß. Das liegt an der korrekt verwendeten Grammatik und den ganzen Sätzen. Das überfordert viele.“
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Eine kurze Verschnaufpause
(Sommersonnenwende, zwölfter Teil) „Na, Meesta, wat jrün im Jesicht? Wohl ne Laus üba de Leba jeloofen“, empfängt ihn der Wirt im Schankraum, in dem es inzwischen voller und damit lauter geworden ist. „Mehrere!“, gelingt es ihm völlig verwirrt zu antworten. Ihm ist … Weiterlesen →
Two friends
Two friends,
sitting on a park meadow — no one repents.
A newspaper is moving on the grass.
Silence between them, the radio is playing jazz,
the radio of the two friends. Weiterlesen →

