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Bei Mentz — 6 Kommentare

  1. Schöner Artikel. Ich bin im Bornwiesenweg aufgewachsen. Meine Eltern sind aber erst 1979 dorthingezogen, so dass die Zeiten von Mentz damals schon vorbei waren. Ich kann mich aber noch an das Gebäude erinnern und auch an den Abriss Anfang der 80er Jahre, den ich vor der Metzgerei Goll auf der anderen Straßenseite beobachtet habe.

    • Die Metzgerei Goll! Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass dort an der Ecke Oeder/Mittelweg, wo sich jetzt so ein Feinkostladen befindet, eine ordinäre Metzgerei war, nur den Namen hatte ich vergessen. Ich erinnere mich auch noch daran, wie ich mich beim Metzger mal über den für meinen Geschmack zu hohen Mayonnaise-Anteil in seinem Fleischsalat beschwerte, worauf er richtig wütend wurde: Der Anteil entspräche genau den gesetzlichen Vorgaben! Eines der vielen Geschäfte, die aus dem Oeder Weg und übrigens auch aus dem Bornwiesenweg für immer verschwunden sind …

      Den Abriss des Hauses von „Mentz“ selbst hatte ich nicht mitbekommen; ich weiß nur noch, dass das Haus sehr lange leer stand. Der Wirt eines Lokals am Anfang des Mittelwegs fast gegenüber versuchte nach der Schließung, das Publikum von „Mentz“ in sein Lokal zu ziehen, was aber nur teilweise gelang. Man kann eine solche Kneipe wie das „Mentz“ einfach nicht ersetzen!

      Danke für das Lob und den Kommentar!

      PS: Übrigens auch „Die Vollidioten“ gelesen?

      • Es gab leider im Oeder Weg und angrenzenden Straßen einen wahren Aderlass an alteingesessenen Geschäften, die stattdessen Maklerbüros und Edelboutiquen weichen mussten. Eine traurige Entwicklung, die aber in ganz Frankfurt zu bemerken ist. Kein Vergleich zu den 70er und 80er Jahren.
        “Die Vollidioten” sind zwar auf meiner Leseliste, aber ich habe das Buch noch nicht gelesen. Ich habe zwar Bücher von Genazino und Henscheid gelesen, aber ich habe das dumpfe Gefühl, dass der Roman eine ganz bestimmte Szene von vor 50 Jahren darstellt, die Nichteingeweihte nicht nachempfinden können. Aber vielleicht täusche ich mich.

        • Nun ja, viele Romane sind zeitlos und „für die Ewigkeit“, aber das lässt sich von den „Vollidioten“ nicht behaupten. Von daher täuscht Ihr Gefühl nicht unbedingt. Amüsant ist das (übrigens relativ kurze) Werk trotzdem.

          Ja, der Aderlass! Manche Entwicklung war allerdings durchaus positiv. Hier in der Fichardstraße gab es z. B. einmal das „Fichardeck“, eine Kneipe, in der sich ein ziemlich spießbürgerliches, um nicht zu sagen: politisch ziemlich rechtes, Publikum versammelte. Die NPD-Wählerschaft, die es, wie übrigens auch heute die der AfD, auch im Nordend gab (wenngleich nur zu einem sehr geringen Prozentsatz), dürfte sich dort getroffen haben. Um diesen „Verlust“ ist es nicht allzu schade.

          • An diese Eckkneipe erinnere ich mich auch noch. Da ist heute das Thai-Massage-Studio drin.
            Ich war nie drin. Für mich war es so ein typische deutsche Kneipe. Wusste gar nicht, dass das ein NPD-Treff war. Ist ja für das damals eher liberale Nordend eigentlich ungewöhnlich. Wissen Sie da mehr?

            • Genau, aber das war kein offizieller NPD-Treff, sondern von der Einstellung der Gästeschaft dort (einer wohnte mit seiner Frau hier im Haus, ein übles Paar, mit denen ich sowohl körperliche als auch juristische Auseinandersetzungen hatte, einige andere habe ich auf unangenehme Weise kennenlernen müssen) vermutete ich, dass sie zur Wählerschaft dieser Partei gehörten. Der Wirt war schwul, wurde aber seltsamerweise von denen toleriert.

              Ich war einige Male zum Zigarettenholen drinnen und habe auch ein- oder zweimal etwas gegessen oder getrunken, bevor ich allerdings von dieser Einstellung ahnte. Manchmal schallte spät abends die gesungene erste Strophe des Deutschlandlieds heraus. Und ja, es gab Wähler/-innen von denen auch im Nordend, genauso wie es heutzutage hier auch solche der AfD gibt. Die „Frankfurter Rundschau“ listet die Ergebnisse von Kommunal- und Landtagswahlen bis in die Wahlbezirke hinein auf; ich schaue mir sie immer sehr genau an. Es handelt(e) sich aber jeweils nur um ein paar Handvoll Leute; das Nordend ist daher auch heute noch eher liberal.

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