Wollten Sie nicht schon immer einmal jemanden so richtig gepflegt beschimpfen? Und das geradezu literarisch? Mit Shakespeare? Schimpfen mit Shakespeare! Hier finden Sie eine Hilfestellung. Der Kabarettist Urban Priol hat es vorgemacht!
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Archiv der Kategorie: Lyrik und Prosa
Ein Tormann hat Angst
oder Die letzte Aktion des Spiels
Nichts kann sich so schnell verändert haben. Ein einziger Augenblick nachlassender Aufmerksamkeit kann doch ein Schicksal nicht so unwiderruflich besiegeln. Von wegen. Einen Augenblick braucht es, mehr nicht. Danach gibt es kein Zurück.
(aus Tristan Egolf: Monument für John Kaltenbrunner, Frankfurt am Main 2000 u. a.)
Und Fußball ist nun mal mein Metier, und es ist ein Metier, in dem man per se durch den Job Menschen in Extremsituationen erlebt.
(Ronald Reng während der öffentlichen Veranstaltung „HörSalon“ des NDR über den „Fußball-Triumph und seine Folgen“ vom 18. Mai 2015 aus dem Bucerius-Kunst-Forum in Hamburg)
Ein Tormann in Aktion: Hans Tilkowski während der Fußballweltmeisterschaft 1966 im Spiel gegen Argentinien (Autor: El Gráfico/Wikimedia Commons)
Es ist kalt und ungemütlich auf dem Fußballplatz. Den leichten Nieselregen spüre ich nicht nur auf meinem Kopf und in meinem Gesicht, sondern sehe ihn auch wie einen Perlenvorhang im Schein des Flutlichts glitzern. Ich stehe in einem der beiden Tore, ich bin Tormann.
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O Tannebaum
Weihnachtswunsch in Zeiten von PEGIDA und Konsorten

O Tannebaum! Hier stünde die Krippe wahrscheinlich heute: in einem zerbombten Haus im Nahen Osten. (Die Stader Amnesty-Krippe in der Krippenausstellung in der Stader Kirche Cosmae et Damiani. Autor: Amnesty Stade. Datenschutzhinweis: Beim Anklicken des Bildes gelangen Sie auf Facebook und akzeptieren damit deren Datenschutz-Richtlinien!)
Nun, da die Türken anscheinend nicht nur wieder einmal vor Wien stehen, sondern es inzwischen sogar eingenommen zu haben scheinen und sich auf den Weg nach Dresden und das restliche Sachsen aufmachen — immerhin haben es knappe 2 Prozent bereits bis dorthin geschafft! —, um danach die ganze Republik und das restliche Abendland zu erobern, dessen diffuse Werte modernes Kreuzrittertum in Form von Zusammenrottungen wie der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (PEGIDA) und anderen …gidas ausgerechnet mit der Losung „Wir sind das Volk!“, die für ganz andere Ziele stand als für die, die es zu vertreten vorgibt, zu verteidigen trachtet, hier mein Weihnachtswunsch – in den Worten von Kurt Tucholsky (O Tannebaum):
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Wortschatz
Ich habe gelernt. Ich habe die Wörter gelernt. Ich habe die Zeitwörter gelernt. Ich habe den Unterschied zwischen sein und gewesen gelernt. Ich habe die Hauptwörter gelernt. Ich habe den Unterschied zwischen der Einzahl und der Mehrzahl gelernt. Ich habe die Umstandswörter gelernt. Ich habe den Unterschied zwischen hier und dort gelernt. Ich habe die hinweisenden Wörter gelernt. Ich habe den Unterschied zwischen diesem und jenem gelernt. Ich habe Eigenschaftswörter gelernt. Ich habe den Unterschied zwischen gut und böse gelernt. Ich habe die besitzanzeigenden Wörter gelernt. Ich habe den Unterschied zwischen mein und dein gelernt. Ich habe einen Wortschatz erworben.
Ode an Paris
– während ich an die Fahrt und an Max denke
Ich war nur Gast in dieser Stadt
Wir wurden nur bestellt um Möbel zu holen
Ich fand Paris – ein Häusermeer, eine Lichterstadt
Deine Weite überfliege ich vom Montmartre
wo Sacré-Cœur sein Auge über die Stadt wirft
Der Dunst, der Dich einhüllt, macht Dich groß … und weit
Je t’aime, ma belle cité
Vibrations
Vibrations oder Vibes oder sensed out oder Telepathie sind außersinnliche Schwingungen von einer Person zur anderen, zeit-, raum- und sprachunabhängige Übertragungen von Gedanken oder Gefühlen. Sie können kaum bewußt herbeigeführt werden; auch nicht immer werden Vibrations durch tiefen Blick in die Augen erreicht. Sie werden der Parapschychologie zugezählt.
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so sehr
so sehr gesucht
so sehr gefunden
so sehr geliebt
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Wissen
(Sommersonnenwende, siebzehnter Teil) Einige Monate später sitzt er wieder im Park. Nun ist es fast ein Jahr her, seit er sie hier zum ersten Mal gesehen hatte. Es ist Frühling, es ist schon warm. Er war damals im Saal aufgestanden und … Weiterlesen →
„Marieluise“
(Sommersonnenwende, sechzehnter Teil) Er staunte nicht schlecht, als er den Saal betritt. Die Musik war abgeschaltet worden, und im Dämmerlicht erkennt er verteilt noch einige Personen, aber bei Weitem nicht alle, die vorher den Saal füllten, an den Tischen, die mit … Weiterlesen →
Walpurgisnacht
Und mir ist’s wie dem Kätzlein schmächtig,
Das zu den Feuerleitern schleicht,
Sich leis’ dann um die Mauern streicht;
Mir ist’s ganz tugendlich dabei,
Ein bißchen Diebsgelüst, ein bißchen Rammelei.
So spukt mir schon durch alle Glieder
Die herrliche Walpurgisnacht.
Die kommt uns übermorgen wieder,
Da weiß man doch warum man wacht.

