Zitat

Sprache ist faschistisch!

Die Sprache ist weder reaktionär noch progressiv, sie ist ganz einfach faschistisch; denn Faschismus heißt nicht am Sagen hindern, es heißt zum Sagen zwingen. Sobald sie hervorgebracht wird, und sei es im tiefsten Innern des Subjekts, tritt die Sprache in den Dienst einer Macht. Unweigerlich zeichnen sich in ihr zwei Rubriken ab: die Autorität der Behauptung und das Herdenhafte der Wiederholung.

(der französische Semiotiker, Philosoph und Schriftsteller Roland Barthes in seiner Antrittsvorlesung am Collège de France 1977)

Ein bemerkens- und nachdenkenswerter Satz, nicht nur angesichts in sogenannten sozialen Netzwerken dutzend-, hundert- und tausendfach verbreiteter Halb- und Unwahrheiten!

Angst versus Glück

Zitate über Angst versus Glück bzw. Liebe

Die Kraft zur Angst und die zum Glück sind das gleiche, das schrankenlose, bis zur Selbstpreisgabe gesteigerte Aufgeschlossensein für Erfahrungen, in der der Erliegende sich wiederfindet.

(aus Theodor W. Adorno: Minima Moralia, Frankfurt am Main 1951)

Dasselbe scheint auch für die Angst des Liebenden zu gelten: sie ist die Furcht vor einer Trauer, die bereits stattgefunden hat, vom Anbeginn der Liebe an, von dem Augenblick an, da ich hingerissen war. Jemand müsste mir sagen können: »Haben Sie keine Angst mehr, Sie haben ihn (sie) bereits verloren.«

(aus Roland Barthes: Fragmente einer Sprache der Liebe, Frankfurt am Main 1984, wobei er sich hier auf Donald W. Winnicott: The Fear of Breakdown, 1974, bezieht) Lesen? Auf Titel klicken!