StartseiteComputer und Internet„Über 50 Jahre Computer-Praxis“    

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„Über 50 Jahre Computer-Praxis“ — 6 Kommentare

  1. Oh, na, das kann schon sein. Viel­leicht hat der als jun­ger Bur­sche im uni­ver­si­tä­ren Bereich gear­bei­tet oder so. Einen Unix-Vor­gän­ger gab es schon 1965, und Unix unter eben die­sem Namen exis­tiert seit 1970. Frei­lich gab es in jener Zeit noch keine Per­so­nal Computers.

    Ich habe vor vie­len Jah­ren, es muss wohl so Anfang oder Mitte der 2000er Jahre gewe­sen sein, einem Rent­ner in der Nach­bar­stadt Wup­per­tal einen gebrauch­ten Pen­tium-III-Pro­zes­sor (Sockel 370, 700 oder 800 MHz) abge­kauft – da gab es schon Pen­tium 4, aber die waren mir zu teuer und ich hätte dann auch ein neues Mother­board gebraucht.

    Das war total inter­es­sant, denn der Herr hatte einen gan­zen Sou­ter­rain-Raum vol­ler Com­pu­ter-Hard­ware und erzählte mir, er hätte frü­her jah­re­lang bei IBM gear­bei­tet. Ein alter Hase also. Einen Men­schen im Ren­ten­al­ter, der sich mit Com­pu­tern aus­kennt, hatte ich bis dahin noch nie ken­nen­ge­lernt, und so fand ich das abso­lut faszinierend.

    • Tja, es wird Zeit mit dem Vor­ur­teil auf­zu­räu­men, dass Rent­ner von Com­pu­tern, Inter­net „und dem gan­zen Zeugs“ keine Ahnung haben! Sieht man auch an mir. 😉

  2. Also ich habe 1979 in der Daten­ver­ar­bei­tung ange­fan­gen und da exis­tierte mein Daten­ver­ar­bei­tungs­be­trieb bereits ca. fünf Jahre. Damals hatte sich die Daten­zen­trale beim Spar­kas­sen­re­chen­zen­trum ein­ge­mie­tet. Die­ses exis­tierte bereits davor einige Jahre. Wenig spä­ter, also noch vor 1979, wurde das Spar­kas­sen-Rechen­zen­trum zen­tra­li­siert und die gesamte Räum­lich­keit von mei­nem Arbeit­ge­ber übernommen. 

    Wenn ich damals irgend jeman­dem sagte, dass ich in der EDV arbeite, wusste prak­tisch nie­mand, was das ist und was man sich dar­un­ter vor­stel­len muss. 

    Wie man an die­sen Aus­füh­run­gen bemerkt, han­delte es sich um kauf­män­ni­sche Anwen­dun­gen im wei­te­ren Sinne. Dem­zu­folge waren die damals übli­chen Pro­gram­mier­spra­chen anfäng­lich Assem­bler (eine maschi­nen­nahe Pro­gram­mier­spra­che) und etwas spä­ter Cobol, das etwas „anwen­der­freund­li­cher“ war. Damals gab es Groß­rech­ner von IBM und Sie­mens, die unter­ein­an­der, soweit ich infor­miert bin, inkom­pa­ti­bel waren. 

    Ganz am Anfang hatte der Groß­rech­ner kein Mega­byte CPU (64 k?). Ich erin­nere nicht mehr genau, was mein dama­li­ger Chef über den ers­ten Rech­ner sagte. Ich erin­nere mich nur daran, dass ich mal einen Orga­ni­zer geschenkt bekom­men hatte (in den acht­zi­ger Jah­ren was ganz Tol­les und Neu­mo­di­sches) und mein Chef dar­auf­hin sagte, dass die­ser genauso viel Haupt­spei­cher hat wie der sei­ner­zei­tige Groß­rech­ner. Die damals not­wen­dige platz­spa­rende Pro­gram­mie­rung führte dann auch spä­ter zu den befürch­te­ten Pro­ble­men beim Jahr­tau­send­wech­sel, den wir aber mit Nachfolgeprogrammen/​ Ver­fah­ren bewäl­tigt haben, wobei trotz­dem ein Rie­sen­auf­wand ent­stan­den ist, weil die platz­spa­rende Denk­weise in vie­len Pro­gram­men vor­han­den war und alles gecheckt und gege­be­nen­falls umpro­gram­miert und getes­tet wer­den musste.

    Äußer­lich hat sich sehr vie­les geän­dert. Wir haben andere Pro­gram­mier­spra­chen (statt Assem­bler z.B. C), wir haben ganz andere Kapa­zi­tä­ten, aber die dama­li­gen Pro­gram­mie­rer waren durch­aus Meis­ter ihres Faches, denn sie haben mit ver­hält­nis­mä­ßig schlech­tem Werk­zeug und wenig Mög­lich­kei­ten rie­sige EDV-Ver­fah­ren geschaf­fen. Nach den Groß­rech­ner­an­wen­dun­gen folg­ten Ver­fah­ren auf Basis der mitt­le­ren Daten­tech­nik (z.B. Unix-Ver­fah­ren bei uns). Unix wurde bereits in den sech­zi­ger Jah­ren des letz­ten Jahr­hun­derts bei­spiels­weise von Bri­tish Air­ways ver­wen­det. Die auf die­sem Betriebs­sys­tem basie­ren den Pro­gramme waren natür­lich neu geschrie­ben und wesent­lich moderner.

  3. Die jet­zi­gen Rent­ner­jahr­gänge haben alle in ihrem Leben mehr oder weni­ger mit Com­pu­tern zu tun gehabt. Mein ehe­ma­li­ger Chef (84), der inten­siv (am Groß­rech­ner) pro­gram­miert hat, hat natür­lich heute auch einen PC. Das Grund­ver­ständ­nis bleibt. Ein rela­tiv jun­ger Bekann­ter (69), der krank­heits­be­dingt bereits im Pfle­ge­heim lebt, musste dort erst einen WLAN-Anschluss durch­set­zen. Inter­net ist gerade auch für alte und geh­be­hin­derte Leute die Ver­bin­dung zur Außenwelt.

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