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Brutal ermordet — 12 Kommentare

    • Dar­über ließe sich strei­ten! Also beim Autor nur als aktive Ster­be­hilfe bei schwe­rer Krank­heit. Obwohl: Auch da könnte er sich „schö­nere“ Todes­ar­ten vorstellen …

      Was ihm aber an die­sen For­mu­lie­run­gen auf­stößt, ist, dass sie inzwi­schen so völ­lig unter­schieds­los von der jewei­li­gen Mord­art gebraucht wer­den. Aller­dings gebe ich zu, dass ich etwa einen sol­chen Mord, wie er am letz­ten Sams­tag in Mün­chen pas­siert ist (diese Sache am S-Bahn­hof, von der der Autor beim Schrei­ben übri­gens noch nichts wusste), durch­aus als „bru­tal“ bezeich­nen würde, unab­hän­gig davon, ob es auch zu einer Anklage wegen Mor­des kommt.

      • Schlimm finde ich an der Sache in Mün­chen die Pas­san­ten, die gese­hen haben und wei­ter gegan­gen sind.
        Die kön­nen sich alle freuen, dass sie da sind und nicht hier. Ich würde die so bru­tal zusam­men schnau­zen, dass ihnen hören und sehen vergeht.
        Bru­tal ist wirk­lich die Igno­ranz der vie­len. Und die sagen dann ganz ver­dutzt und auch belei­digt, wir haben doch gar nichts gemacht. Was ja stimmt aber was ein­fach bloß zum Kot­zen ist.

        • Und lei­der gibt die Bericht­erstat­tung eben jenen Pas­san­ten Auf­trieb: Nach sol­chen Mel­dun­gen wer­den sich weni­ger trauen ein­zu­grei­fen! Umso mehr ist der­je­nige zu loben, der ein­ge­grif­fen hat, auch wenn er (der als „Geschäfts­mann“ beschrie­ben wird, also als jemand, von dem man annimmt, dass er noch am ehes­ten weg­schaut) es mit dem Leben bezahlte.

          Recht selt­sam, dass kurz nach die­sem Ein­trag eine sol­che Tat pas­sie­ren konnte, auch wenn sie lei­der nicht die erste die­ser Art ist … Ich würde aber doch lie­ber von „bru­ta­len Tätern“ als von einem „bru­ta­len Mord“ spre­chen: Ein Mord ist IMMER bru­tal, hier waren es vor allem die Täter.

          • Ja es ist rich­tig von bru­ta­len Tätern zu spre­chen. Es bleibt aber die Frage offen, wie sie so gewor­den sind und wie wir (jetzt meine ich tat­säch­lich ein­mal die Summe aller Men­schen, die Gesell­schaft) so etwas ver­hin­dern können.
            Der Ruf nach mehr Poli­zei ist doch ein­fach nur kin­disch und albern. Ich habe ein­mal einem Mann die Hand, mit einem Mes­ser drin, so lange fest­ge­hal­ten bis er es fal­len ließ. Er wollte damit bei einer tät­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung sei­nem Bru­der zu Hilfe kom­men. Etli­che Män­ner stan­den dabei und haben zuge­schaut. Ich kann Dir nicht sagen wie wütend ich seit­dem auf sol­che Zuschauer bin.
            Ein Kol­lege meint dann spä­ter noch zynisch, ich hätte den ja zuste­chen las­sen sol­len, dann wäre er abge­scho­ben worden.
            Ich ver­stehe ganz ein­fach nicht (oder mitt­ler­weile lei­der doch), warum was mir als ein­zel­ner Frau mög­lich ist, nicht jedem Men­schen mög­lich ist. Soviel Anstand und Ehre sollte doch jeder in sei­nem eige­nen Leib haben, meine ich.

            • Ver­giss nicht, dass du eine Frau bist: Bei dir greift, wenigs­tens noch meis­tens, die „Beiß­hem­mung“! Als Mann hast du es ein sol­chen Situa­tio­nen unge­mein schwe­rer. Und zur Frage, wie wir so etwas ver­hin­dern kön­nen: In jeder grö­ße­ren Stadt, zumin­dest hier in Frank­furt, gibt es Pro­gramme, wie man sich in sol­chen Fäl­len ver­hal­ten soll: nicht weg­se­hen, Auf­merk­sam­keit schaf­fen und andere Per­so­nen mit ein­be­zie­hen, indem man sie direkt anspricht, und jeman­den bit­ten, die Poli­zei zu ver­stän­di­gen. Nur was, wenn diese nicht (recht­zei­tig) da ist, wie in Mün­chen geschehen?

              • Die Poli­zei kommt grund­sätz­lich bei tät­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen etwas spä­ter in der Hoff­nung, dass sich die Situa­tion bis dahin beru­higt hat.
                Das mit dem Frau­sein kann stim­men. Zu min­des­tens hatte ich damals auch eine Stel­lung die Respekt ver­langte, Sozi­al­ar­bei­te­rin bei Asylbewerbern.
                Seit­dem geht es mir aber noch mehr als vor­her schon darum, wie und was kön­nen wir tun um es im Vor­feld schon zu ver­hin­dern. Also um prä­ven­tive Arbeit. Der Ruf nach mehr Poli­zei ist ein­fach nur hilf­los und kindisch.
                Es hat aber viel mit der man­geln­den Part­ner­schaft zwi­schen Mann und Frau zu tun, wobei Kin­der dann immer die Opfer sind. Da wir alle ein­mal Kin­der waren, haben wir in der Gesell­schaft noch aufzuarbeiten.

  1. Ich finde auch, dass Mord per se bru­tal ist.
    Zum Thema Zivil­cou­rage kann ich nur sagen: Gut, dass ich nie nach­denke, bevor ich mich irgendwo ein­mi­sche. Sonst würde ich das viel­leicht nicht tun. Ich denke immer erst hin­ter­her dar­über nach, was alles hätte pas­sie­ren kön­nen und wie gefähr­lich das viel­leicht war. Aber da ich da vor­her keine Zeit dafür habe, mische ich mich halt erst ein und bis­her ging es immer gut aus. Ich kann halt richtg gut böse gucken 😉

    • Über Kon­se­quen­zen macht man sich meist erst hin­ter­her Gedan­ken, da ging es dem Autor in einer ver­gleich­ba­ren Situa­tion ein­mal ähnlich.

      Und zur roten Grä­fin: Als Beschäf­tigte eines Amts lebt man mit­un­ter aller­dings doch recht gefähr­lich; Über­griffe auf Mit­ar­bei­te­rin­nen sind nicht außergewöhnlich.

        • Wie ich gerade erfah­ren habe, wurde in der Nacht zum letz­ten Mitt­woch eine U-Bahn-Fah­re­rin(!) hier in Frank­furt atta­ckiert. Ähn­lich wie im Münch­ner Fall waren die Täter keine Unbe­kann­ten: Einer von ihnen war bereits an der Atta­cke gegen einen U-Bahn-Fah­rer im Januar 2008 betei­ligt, bei der die­ser kran­ken­haus­reif und ins Koma geprü­gelt wurde. Wegen ver­schie­de­ner Delikte ste­hen sie immer wie­der vor Gericht. Wie sie sich dort ver­hal­ten, ent­spricht ganz dem Kli­schee, das man von ihnen hat. Die Frank­fur­ter Rund­schau schreibt: „unein­sich­tig und frech […] und sind viel­fach von erschre­cken­der Dumm­heit.“ Einer von ihnen fand vor sei­nem Haft­an­tritt sogar noch Zeit, einen Mann nie­der­zu­ste­chen und schwer zu verletzen!

          Här­tere Stra­fen nut­zen nicht, da stimme ich roter Grä­fin zu, zumal es sol­che Jungs herz­lich wenig inter­es­siert, ob sie im Höchst­fall für 10 oder 15 Jahre in den Knast kom­men, aber sie soll­ten nach einer Ver­ur­tei­lung sofort ihre Haft antre­ten müs­sen. Und dann gehö­ren sol­che Jungs so lange the­ra­piert, bis man sie wie­der gefahr­los in die Öffent­lich­keit las­sen kann!

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