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Kachelmann ein Vergewaltiger? — 5 Kommentare

  1. Natürlich weiß vor allem der Außenstehende, nur durch die Medien informierte, nie, was an solchen Vorwürfen dran ist. Insoweit haben die Medien eine Verantwortung, der sich zumindest Teile nicht bewusst sind oder sie, was wahrscheinlicher ist, gewinnmaximierend verdrängen. Denn was wäre die “Blöd”-Zeitung (Zitat eines TV-Kommissars) ohne reißerische Schlagzeilen in einer Größe für Sehgeschädigte ohne solche “Ereignisse”. Ich habe mal in eine Suchmaschine “Kachelmann Vergewaltigung” eingegeben, um mir einen 3-Minuten-Überblick zu verschaffen. Da wird z.B. angeführt, dass er in Talkrunden anzügliche Bemerkungen gemacht haben soll, was als mögliches Indiz für eine Vergewaltigung gelten könnte. Offenbar trägt auch das intensive Gucken von Talkrunden zur Verblödung bei wie es einzelne Blätter, s.o., auch tun. Es gab aber auch andere, die unterstellt haben, dass K. jemandem gehörig auf die Füße getreten sein muss, was ja nur so zu verstehen ist, dass man ihm möglicherweise was anhängt und er demzufolge unschuldig wäre. Diese Möglichkeit würde bedeuten, dass die Ex-Freundin instrumentalisiert wurde (sich hat instrumentalisieren lassen, denn sie muss mitgemacht haben).

    Das Ausplaudern von Ermittlungsergebnissen sollte im Wiederholungsfall mit Entlassung aus dem Beamtenverhältnis bestraft werden (Verurteilung ab 1 Jahr Haft hätte dieselbe Wirkung). Wahrscheinlich wird gegen entsprechende “Schmiere” geplaudert. Wohl deshalb gibt es den Begriff Schmierenblatt. Leider wird man so etwas schwer nachweisen können.

    Letztlich ist jeder Mann angreifbar, wenn ihm eine Frau eine Vergewaltigung unterstellt, z.B. weil sie Racheglüste befriedigen will. Ich halte es für besonders perfide und sowohl dem betroffenen Mann als auch allen Frauen gegenüber für verabscheuungswürdig, denn die unterstellte Tat spielt sich naturgemäß immer im Verborgenen ab. Außerdem: wird die Ex-Freundin von K. der Falschanschuldigung überführt oder das Verfahren mangels Beweisen eingestellt, bleiben in der Öffentlichkeit zwei Eindrücke zurück:
    1. an dem Vorwurf war vielleicht doch was dran, ein Schatten bleibt also auf Kachelmann zurück.
    2. wenn Frauen eine Vergewaltigung anzeigen, ist das kriminelle Geschehen erst mal in Frage zu stellen. Für tatsächlich vergewaltigte Frauen ist das eine dramatische Erfahrung und Demütigung. Es läuft letztlich darauf hinaus, dass sie beweisen muss, was geschah, was schwierig ist, wenn sie keine eindeutigen Verletzungen davongetragen hat, denn alles passierte im Verborgenen.

    Mir stellte sich spontan die Frage, warum hier das ‘angebliche’ Ereignis mit ca. einem Monat Verspätung angezeigt wurde. Ein oder zwei Tage später wäre für die Ermittlung schon schlecht, aber irgendwie nachvollziehbar, aber ein ganzer Monat lässt bei mir Zweifel an der Aussage gedeihen. Eine Vergewaltigung lässt sich nach so langer Zeit nicht mehr nachweisen, zudem die üblichen Indizien (DNA…) kaum helfen würden, da die beiden ja zuvor ein Paar waren.

    Zu einem fairen Prozess gehört es, jede Vorverurteilung zu vermeiden. Früher konnte man einen Gefangenen an ein fremdes Gericht übergeben, um ihn vor Lynchjustiz zu schützen, heute sorgen e i n i g e Medien dafür, dass die Fairness und Wahrheitsliebe ganz den Bedürfnissen der Medien untergeordnet werden. Presserat ? Wo kein Kläger, da kein Richter! Hinterher ist es im Übrigen immer zu spät…. für den aktuellen Fall.

    • Die Festnahme am Frankfurter Flughafen war von einer Sonderkommission drei Wochen lang geplant worden, um so wenig Aufsehen wie möglich hervorzurufen, wie etwa die Frankfurter Rundschau schreibt.

    • Von Experimenten, die belegen, dass Zeugen z. B. schon nach kürzester Zeit nicht mehr wissen, welche Farbe ein Unfallauto gehabt hat, habe ich auch gehört und gelesen. Aber hier geht es um eine ganz andere Dimension, und dieser Verweis auf den Artikel aus Legal Tribune Online beleuchtet das sehr gut!

      Wenigstens ist es erleichternd, dass Kachelmann erst einmal aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, auch wenn sein Prozess erst später als im September stattfinden kann, weil Prozesse gegen inhaftierte Angeklagte Vorrang haben.

      Nur, wie vorher geschrieben: Seine Karriere dürfte vorbei sein, egal, wie der Prozess ausgehen wird!

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