Die Netzwerke der rechtsextremen „Alternativmedien“
Sogenannte „Alternativmedien“ verbreiten Angst und Schrecken. Sie warnen vor einer „Corona-Diktatur 2.0“, beschwören einen „heißen Herbst“ und befürchten eine Rückkehr des Kommunismus oder Sozialismus unter dem Deckmantel des Klimaschutzes. Ihr Ziel: nicht Aufklärung, sondern Desinformation.
Sogenannte „Alternativmedien“ verbreiten Angst und Schrecken. So warnen sie vor einer „Corona-Diktatur 2.0“, beschwören einen „heißen Herbst“ der Proteste. Sie befürchten eine Rückkehr des Kommunismus oder Sozialismus unter dem Deckmantel des Klimaschutzes. Ihr Ziel: nicht Aufklärung, sondern Desinformation. Halbwahrheiten, Falschinformationen und Verschwörungserzählungen gehören zu ihrem Geschäft. Sie haben längst die Funktion einer „Radikalisierungsmaschine“ übernommen. Und, nebenbei bemerkt, das mit dem „Geschäft“ dürfen Sie durchaus wörtlich nehmen!
Trotz solcher Stimmungsmache sehen sich „alternative Medienmacher“ als unabhängige Journalisten, vor allem aber als Gegenöffentlichkeit zu etablierten Medien. Ihr Motto: anders sein. Dabei nutzen sie das Misstrauen gegenüber „denen da oben“.
(Aus der Ankündigung der u. g. Sendung)
Die Netzwerke der rechtsextremen „Alternativmedien“
Teilnehmer/-innen an einer Demonstration gegen die Corona-Schutzmaßnahmen „Million March II“ in Frankfurt am Main, 25. Juni 2022, mit einem Banner des „Alternativmediums“ Europeans United (7C0 – Europeans United über Wikimedia Commons)
Angesichts zunehmender Sperrungen ihrer YouTube- und Facebook-Kanäle und Beobachtung durch den Verfassungsschutz sind sie längst auf Alternativen wie den Messenger-Dienst Telegram ausgewichen. Doch das genügt ihnen nun nicht mehr, auch wenn deren Abrufzahlen stetig steigen. Denn dort bleiben die Besucher/-innen der „Alternativmedien“ meist unter ihresgleichen. Vernetzung steht an. Doch wer steckt dahinter?
Ein Fernsehbeitag beleuchtet diese „Alternativmedien“
Ein Beitrag des NDR-Medienmagazins ZAPP: „ZAPP spezial: Schöne neue Parallelwelt – Netzwerke der ‚Alternativmedien‘“ vom 21. September 2022 beleuchtet die Pläne der „alternativen Medienmacher/-innen“, zukünftig mehr zu kooperieren. [Nachtrag vom 2. Dezember 2025: Leider ist der Beitrag inzwischen nicht mehr verfügbar.] In einem Exklusivinterview spricht der Geschäftsführer von AUF1, einem österreichischen „Alternativsender“, der Österreicher Stefan Magnet, über seine Pläne, den deutschen Markt zu erobern. Ein Mann mit rechtsradikaler Vergangenheit übrigens! Auch mit dabei: der ehemalige Radiomoderator und Verschwörungsideologe Ken Jebsen („KenFM“) und Erich Hambach, ein sogenannter „Finanzapokalyptiker“ und ebenso Verbreiter von Verschwörungen. Und: Sie haben Verbindungen bis in die Politik. Das Erschreckende daran: die in der Sendung geschilderten teilweise unglaublich hohen Zugriffszahlen! (Auch wenn diese auf den Angaben dieser „Alternativmedien“ selbst beruhen.)Den Beitrag ergänzend, gibt es das in ihm verkürzt gezeigte Gespräch mit Magnet auch in ganzer Länge (79 Minuten): „Stefan Magnet: ‚Zeigen, was der Mainstream nicht berichtet.‘“
„Empörungsmedien“ statt „Alternativmedien“
Übrigens gefällt mir der Begriff „Empörungsmedien“ inzwischen weitaus besser, weil das Kernziel dieser Portale, Websites und -blogs ist, dauerhaft Empörung zu erzeugen. Der Begriff „Alternativmedien“ bezeichnet dagegen ein Spektrum völlig unterschiedlicher Angebote. (Siehe hierzu das Angebot von Campact im Abschnitt hierunter!)
Siehe auch
- Das Netzwerk der Neuen Rechten – Buch und Landkarte über das neurechte Milieu in Deutschland (gefunden über Kattaschas Blog: „Warum Rechtsextremisten Mythen zu Corona verbreiten“ vom 10. April 2020
- Campact: „Empörungsmedien: Propaganda statt Information“
- Gezielte Desinformation im WWW
- Nachrichtenkompetenz und Medienkunde: keine guten Zahlen!



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