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Pack die Badehose ein

„Pack die Badehose ein“, hatte der Reisekatalog nicht zu Unrecht eingeladen. Gerd blickt umher. Hier musste einmal der Südpol gewesen sein …

Pack your swimsuit

“Pack your swimsuit,” the travel brochure invited not without good reason. Gerald looks around. Once, here the South Pole must have been …

Favorite Flüchtlinge: Ende der Flüchtlingskrise

Endlich Lösungen für Unterbringung von Flüchtlingen und Fremdenfeindlichkeit gefunden!

Europa diskutiert über die sogenannte Flüchtlingskrise und die Unterbringung der Flüchtlinge. Angesichts vieler Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit wird bereits von einem hellen und einem Dunkeldeutschland gesprochen. Doch nicht verzagen: Der Autor hat Lösungen für das Problem der Unterbringung und für die Fremdenfeinde gefunden!

Wir erleben Flüchtlingsströme wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Europa oder wenigstens fast ganz Europa „diskutiert“ über die sogenannte Flüchtlingskrise und die Unterbringung der Flüchtlinge. Das Wort sei in Anführungszeichen gesetzt, weil sich nicht immer von Diskussionen sprechen lässt, wie wir auch hier gleich sehen werden. Angesichts vieler Vorurteile wird bereits von einem hellen Deutschland und einem Dunkeldeutschland gesprochen, und Worte wie etwa „Flüchtlingsschwemme“ sind auch nicht gerade für einen sachlichen Umgang geeignet.

Zelt im Erstaufnahmelager Jenfelder Moorpark 3

Wohnraum statt Zelte für Flüchtlinge! (Ein Flüchtlingszelt für 16 Personen, Autor: An-d/Wikimedia Commons)

Ein neben der wachsenden Fremdenfeindlichkeit und dem Rassismus großes Problem besteht in der Unterbringung der Flüchtlinge. Und nicht wenige Leute gebärden sich dabei geradezu, als ob ihr eigener Wohnraum beschlagnahmt werden würde, um Flüchtlinge unterzubringen. Ein Beispiel lieferte am 28. August 2015 die im Zeitungsverlag Waiblingen erscheinende Winnender Zeitung mit ihrem Artikel „Geplante Asylbewerber-Unterkunft sorgt für Bedenken“, worüber sich bereits die Blogrebellen lustig machten. Als weitere Beispiele seien einige der Kommentare, jeweils aus der Online-Ausgabe des Journal Frankfurt und in der originalen Diktion (siehe hierzu „Schlechte Deutschkenntnisse“, aber bitte hier erst fertig lesen!), zitiert.

So liest man beispielsweise im Artikel „Asylbewerber in Frankfurt. So kann jeder Flüchtlingen helfen“ vom 31. August 2015 den Kommentar eines dieter baden (auch hier sei die eigene Schreibweise übernommen!) vom selben Tag, 13.48 Uhr:

[…] Dann die vielen Grünen und Linken,die ja unbegrenzte Zuwanderung wollen…die nehmen doch sicher auch Flüchtlinge privat auf? Nicht? Komisch

dieter baden meldet sich dazu erneut am folgenden Tag, 17.19 Uhr:

Viel Spass beim integrieren. Niemand hat definidert,was Integration bedeuten muß,nicht nur die Sprache. Es gibt keine Inetgration,außer etwas Sprache und teilweise unser Recht zu akzeptieren. Unsere Kultur bleibt denen fremd,wollen die meisten auch nicht,wir sind ja Ungläubige und leben den verhassten westlichen Lebensstil. Aber genauso wie Richter ja schon teilweise die Scharia berücksichtigen können WIR uns doch anpassen..wir lieben Sie ja alle,bis auf ein paar Extreme.

Auf meine Gegenrede meldet sich eben jener dieter baden noch einen Tag später um 13.16 Uhr:

Genau diese mindrerbemittelten Leute wie Herrn Filkas meine ich:Keine Argumente,alle abstempeln und beleidigen,die den linken Parolen nicht zustimmen. Welche Falschinformation? Das schlimme ist das Leute dieses Kalibers sich teilweise in der Politik und den Medienn betätigen.

(Das mit der „Falschinformation“ bezog sich übrigens und nebenbei bemerkt auf seine frühere Angabe, dass in Deutschland bereits 50 Prozent Ausländer leben würden. Auf Widerspruch gestoßen, korrigierte er sich: „Die 50 % bezogen sich auf Frankfurt,sorry..Man sieht es ja hier auch mit allen Begleiterscheinungen“, was allerdings auch nicht stimmt, denn in Frankfurt am Main sind es etwa 30 Prozent! Nun, das mit den „Medienn“ stimmt aber wohl, wenn man dieses bescheidene Weblog dazu zählen mag, aber Politik — wer weiß, was eines Tages noch kommen mag …)

Schließlich findet man im Artikel „Unterkünfte für Flüchtlinge. Keine Zeltstädte in Frankfurt“ vom 2. September 2015 erneut die Bedenken eben jenes dieter baden vom selben Tag, 13.21 Uhr:

Tja, es gibt genug menschen die hier schon lange eine bezahbare Wohnung suchen. Die können jetzt wegziehen. Denn es sollen bis Jahresende 6000 sein die hier aufgenommen werden müssen. Herr Ronald M. F. nimmt zwei bei sich auf,nur das lindert das Problem nicht. Aber die wir er das ja alles richtig und alternativlos finden sind ja in der Mehrheit,wie man in den Medien lesen kann. WEnn es also nicht nur hohle Worte sind,nehmen diese Leute doch gern Flüchtlinge auf? NIcht? Warum nicht?Es ist doch ideal,so können Sie die sprache besser lernen,die Lebengewohnheiten und Kultur und bereichernd ,in dem sie ja den Gastgebern neues vermitteln.

und die Ergänzung eines Beo Ballhaus von 15.26 Uhr:

[…] Ansonsten stimme ich Dieter Baden zu: Alle, die sich zur Zeit opportunistisch in die erste Reihe der Gutmenschen vordrängeln (wie Joko und Klaas oder Oliver Kalkofe), sollten als erste ihre Butze für die Flüchtlinge räumen.

Wohnraum zur Verfügung stellen? Inetgra…, äh, (ist ja auch ein schwieriges Wort!) Integration? Private Aufnahme? Lebensgewohnheiten? Sprache lernen, Kultur der Gastgeber? Das ist es! Man muss nur alles miteinander verbinden!

Hier also meine Idee: Ich schlage vor, dass der Wohnraum von Leuten, die im WWW oder sonstwo fremdenfeindliche und rassistische Kommentare äußern, vor Flüchtlingsunterkünften pöbeln und randalieren oder gar Menschen angreifen, für einen Zeitraum beschlagnahmt wird und dort Flüchtlinge untergebracht werden. In diesen Wohnungen oder Häusern können sich die Flüchtlinge angesichts von Wohnzimmern mit Schrankwänden Eiche furniert mit Glastüren, der kompakten Musikanlage, Fernseher und zwei oder drei Büchern sowie viel Nippes darin, dem Sofa mit Couchtisch und zwei Sesseln und angesichts von voll eingerichteter Einbauküchen, die so aussehen, als wären sie noch nie benutzt worden (siehe hierzu ergänzend „Einkaufsverhalten“, aber bitte hier erst …!), oder inmitten eines gepflegten Gartens mit Gartenzwergen oder auf einer großen Terrasse wie im Beispiel Winnenden an die deutsche Lebensweise gewöhnen und zu jeder Zeit solch kulturell wertvolle Sender wie die privaten schauen — genauso, wie es die deutschen Bewohner täten, wenn sie anwesend wären.

Im Gegenzug werden ebendiese Bewohner in Länder, die bereits viel, viel mehr Flüchtlinge aufgenommen haben als wir, wie beispielsweise der Libanon, oder gleich in Länder wie Syrien, Afghanistan oder auf den afrikanischen Kontinent „beurlaubt“, wo sie die dortigen Kulturen kennenlernen können. Eine Win-win-Situation also, in der jeder nur gewinnen kann, und multikultureller Austausch im wahrsten Sinn des Wortes, zudem ein Vorschlag, den unsere Bundeskanzlerin Merkel laut dem Blog-Eintrag der NDR-Sendung „extra 3“ „Was Merkel den ‚Asylkritikern‘ in Heidenau eigentlich sagen wollte“ schon mindestens in Erwägung gezogen hatte!

Und alle anderen, die sich ein wenig Menschlichkeit bewahrt haben, wären diese dumpfen A…geigen endlich wenigstens auf Zeit los!

Einen Vorschlag für das Unwort des Jahres hätte ich an dieser Stelle übrigens gleich auch noch: „Asylkritiker“, wieder so ein Wort, das die Wirklichkeit in Form von pöbelnden, randalierenden, zündelnden und schlagenden Leuten (von Menschen mag man hier gar nicht mehr sprechen) fürchterlich beschönigt!

Und da Sie nun fertig gelesen haben, hier einige weitere Lesetipps: „Ausländer“, „Heimat“, „Der Nazi in uns“, „Einfache Fahrt“, „Fremde“ usw. sowie vielleicht ein wenig Applaus für diese meine Lösungen für die Unterbringung von Flüchtlingen und die Fremdenfeindlichkeit! 😉

Heimat

Ein Begriff aus der Sicht von Flüchtlingen und von Deutschen

Mit dem Begriff der Heimat ist es so eine Sache — je nachdem, aus welcher Perspektive die Heimat gesehen wird: von innen oder von außen, also aus dem Land selbst, das einem Heimatland ist, oder von außen, zurückdenkend an das, was einmal das Heimatland war. Aufgrund der derzeitigen Flüchtlingsdebatte sei hier daran erinnert, dass zu Zeiten, die noch gar nicht so lange her sind, hunderttausende von Deutschen vor einem Unrechtsregime flüchten mussten — genauso, wie es heute Menschen aus anderen Regionen gezwungen sind. Zwei Zitate beschäftigen sich mit „Heimat“.

In jenem Land, das ich einst Heimat nannte,
Wird es jetzt Frühling wie in jedem Jahr.
Die Tage weiß ich noch, so licht und klar,
Weiß noch den Duft, den all das Blühen sandte,
Doch von den Menschen, die ich einst dort kannte,
Ist auch nicht einer mehr so, wie er war.

Dieses Zitat stammt nicht etwa aus einem Gedicht eines Flüchtlings aus Syrien, Afghanistan oder aus einem afrikanischen Land, der sich an die Heimat erinnert, sondern aus dem Gedicht „Auf einer Bank“ von Mascha Kaléko, die zweimal aus ihrer jeweiligen Heimat, darunter auch 1938 aus Deutschland, an das sie sich hier erinnert, flüchten musste, erstmals erschienen im „Aufbau“ Nr. 17 vom 26. April 1940. Aus Gründen des Urheberrechtsschutzes wird hier auf das Zitieren des kompletten Gedichts verzichtet, aber es lässt sich beispielsweise im Literarischen Café finden. Beim Lesen („[…] Doch Dank der Welle, die mich hergetragen,/ Und Dank dem Wind, der mich an Land gespült.“) wird man noch mehr an die Flüchtlingssituation von heute und besonders an die Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer erinnert!

Und da wir gerade bei Heimat und Flüchtlingen sind, ist es nicht weit zur derzeitigen Diskussion um Hell- und Dunkeldeutschland:

Ja, wir lieben dieses Land.

Und nun will ich euch mal etwas sagen:

Es ist ja nicht wahr, daß jene, die sich ›national‹ nennen und nichts sind als bürgerlich-militaristisch, dieses Land und seine Sprache für sich gepachtet haben. Weder der Regierungsvertreter im Gehrock, noch der Oberstudienrat, noch die Herren und Damen des Stahlhelms allein sind Deutschland. Wir sind auch noch da.

Sie reißen den Mund auf und rufen: »Im Namen Deutschlands … !« Sie rufen: »Wir lieben dieses Land, nur wir lieben es.« Es ist nicht wahr.

[…]

Deutschland ist ein gespaltenes Land. Ein Teil von ihm sind wir.

Hier ist die Ausgangslage klarer, man denke nur an „Wir sind das Volk!“ Es stammt aus dem Text „Heimat“ von Kurt Tucholsky, erschienen in „Deutschland, Deutschland über alles“, Berlin 1929 und Reinbek bei Hamburg 1996. Zum Titel des Buches schrieb er ebenda: „Aus Scherz hat dieses Buch den Titel ›Deutschland, Deutschland über alles‹ bekommen, jenen törichten Vers eines großmäuligen Gedichts.“ Der komplette Text findet sich etwa bei textlog.de und auf der Kurt-Tucholsky-Info-Seite.

Dazu passt übrigens auch Heinrich Heine bestens:

Fatal ist mir das Lumpenpack,
Das, um die Herzen zu rühren,
Den Patriotismus trägt zur Schau
Mit allen seinen Geschwüren.

aus dem Caput (Kapitel) XXIV. in „Deutschland. Ein Wintermärchen“, Hamburg 1844 u. a.

Beides Aussagen, die wir, die „Anständigen“, also die, die Flüchtlinge unterstützen und etwas gegen den braunen Mob unternehmen, nicht vergessen sollten!

(Siehe hier beispielsweise auch „Ausländer“ und „Einfache Fahrt“ oder von Friedrich von Logau „Deutschland wider Deutschland“!)

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Chaos

Stern im Chaos

Ein Stern im Chaos? (Microsoft Clip Art)

Ich sage euch: man muß noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.

(aus „Zarathustras Vorrede“ in Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra, Erster Teil, Leipzig 1891 u. a.)

Favorite Ein Paketbote zu viel!

Tatort-Logo

Ein (noch nicht gedrehter) Fernseh-„Tatort“ aus Münster

„Wir begrüßen Sie aus dem Millerntor-Stadion in Hamburg zu unserem heutigen Topspiel der Zweiten Fußball-Bundesliga! Zwei Traditionsklubs stehen sich heute gegenüber: …“

Endlich!

Piratenflagge mit Totenkopf und Aufdruck „St. Pauli“

Was tut man nicht alles für seinen Lieblingsverein! (Autor: An-d/Wikimedia Commons)

Kriminalhauptkommissar Frank Thiel hatte seinen letzten „Tatort“ mit viel Klamauk und Klimbim, Jux und Dollerei abgeschlossen. Seine Assistentin Nadeshda Krusenstern wollte ihn noch zu einem Feierabendbier einladen, aber selbst ihre himmelblauen Augen, die ihm verführerisch zuzwinkerten, schafften es nicht, ihn heute zu überreden, und Staatsanwältin Wilhelmine Klemm konnte er abwimmeln, als sie bis morgen früh die Dienstberichte forderte. Nicht heute, da das Montags-Topspiel der Zweiten Bundesliga mit St. Pauli stattfindet!

Thiel war neidisch — und sauer: Vater Thiel hatte tatsächlich zwei Eintrittskarten für das Spiel ergattern können — und ihn nicht dazu mitgenommen! Durch einen Zufall hatte sein Vater mit seinem Taxi den früheren St.-Pauli-Torwart Volker Ippig gefahren, der ihm zwei Karten geschenkt hatte. Aber anstatt ihn zu dem Spiel mitzunehmen, schwieg sich sein Vater darüber aus, wem er den Vorzug geben wollte. Na warte, Vaddern, werde doch mal die Kollegen vom Ordnungsamt zu dir schicken, denkt er. Und gleich noch die Kollegen vom Rauschgiftdezernat!

Thiel geht zum Kühlschrank, öffnet eine Flasche „Astra“ und macht es sich vor dem Fernseher bequem. Dass das ursprünglich auf St. Pauli hergestellte Bier dort schon lange nicht mehr gebraut wird, stört ihn nicht. Nostalgie und Lokalkolorit ersetzen Wirtschaftskunde, denkt er sich. Für letzteres ist Professor Dr. Karl-Friedrich Boerne zuständig, der zu allem eine mehr oder weniger hilfreiche Information hat. Für seinen Geschmack eine meist weniger hilfreiche, geradezu überflüssige! In diesem Moment allerdings dringt aus dessen Wohnung nebenan wieder einmal laute Musik. Klassik! Wahrscheinlich wieder dieser Wagner! Pah!

Thiel stellt die Lautstärke seines Fernsehers mittels der Fernbedienung etwas höher und legt seine Füße bequem auf dem Couchtisch ab. So müsste es gehen.

„… Der FC St. Pauli empfängt den VfL Bochum.“

Ein Paketbote mit Paketen

Aber was, wenn ein Paketbote nach dem anderen klingelt? (Microsoft Clip Art)

Lachnummer, diese Bochumer, spätestens seit sie mit ihren Regenbogentrikots aufgelaufen sind! Er grunzt laut in seinem schwarzen T-Shirt mit dem Totenkopf-Aufdruck und mit dem braun-weißen St.-Pauli-Schal um den Hals. Die Chips! Auf seinem Weg zurück in die Küche klingelt es. Hoffentlich nicht Boerne! Als er die Tür öffnet, steht ein Paketbote davor.

„Könnten Sie vielleicht ein Paket für Boerne annehmen?“

„Der ist doch da“, entgegnet Thiel, „hören Sie das nicht?“

„Ja, aber der macht nicht auf.“

„Nich’ mein Problem!“ Thiel knallt die Wohnungstür zu.

„Die Mannschaften kommen aus der Kabine“, hört er aus seinem Wohnzimmer. Was wollte ich gerade noch? Die Chips!

Während er die Packung aufreißt und sich wieder vor den Fernseher begeben will, klingelt es erneut. Leck mich, denkt er, setzt sich und nimmt einen kräftigen Zug aus der Bierflasche, stopft sich eine gute Handvoll Kartoffelchips in seinen Mund und legt die Füße hoch. Es klingelt erneut.

„Himmelarschundzwirn, kann man denn nicht mal …“, flucht er zwischen den Chips in seinem Mund, erhebt sich wieder und reißt die Wohnungstür auf. Ein anderer Paketbote steht davor.

„Könnten Sie vielleicht ein Paket für Boerne …“ Weiter kommt er nicht, da ihm Thiel die Türe vor der Nase zuschlägt. Seit wann sind die so spät noch unterwegs? Oder fällt mir das nur auf, weil ich um diese Uhrzeit sonst meistens noch vor der Kam…, äh, beim Lösen von Kriminalfällen bin?

„In wenigen Sekunden erfolgt der Anstoß. Jetzt, der Schiedsrichter gibt den Ball frei, das Spiel beginnt!“

Noch nichts versäumt, denkt Thiel, und Zeit, noch mal schnell aufs Klo zu gehen. So früh schießen die Preußen nicht, oder so!

Als er von dort zurückkommt, hört er aus dem Wohnzimmer: „Wie konnte Gonther diese hundertprozentige Chance für St. Pauli nur nicht nutzen, den MUSS er doch rein machen!“

Zum Glück gibt es Wiederholungen, freut er sich, als es erneut klingelt. Er ignoriert dieses Geräusch und richtet sich nach dem, das aus dem Wohnzimmer schallt. Es klingelt wieder. Vielleicht diese süße Nadeshda, die das Spiel bei mir …

Es klingelt. Nachdem er in der Wiederholung verfolgt hat, dass sein Lieblingsklub tatsächlich eine hundertprozentige Möglichkeit zu einer frühen Führung leichtfertig vergeben hat, erhebt er sich seufzend wieder. In seinem Flur ist immer noch die Musik aus Boernes Wohnung zu vernehmen. Er öffnet die Tür. Ein weiterer Paketbote steht davor.

„Könnten Sie vielleicht …“

„NEIN, KANN ICH NICHT!“, schreit Thiel und hämmert an Boernes Wohnungstür. Nichts rührt sich. Thiel hämmert und klingelt Sturm. Nichts rührt sich, im Gegenteil: Es scheint, als ob Boernes Wagner sich zu einem musikalischen Inferno steigert.

„Geben Sie her!“ Thiel reißt dem Boten das Paket aus der Hand und knallt seine Tür zu.

„Jetzt ist es passiert: Der VfL Bochum ist mit 1:0 in Führung gegangen!“, hört er.

Thiel hat das Wohnzimmer noch nicht erreicht, als es schon wieder klingelt. Von draußen die Stimme des Paketboten: „Sie müssen hier noch unterschreiben!“

„Kannst mich mal!“, grinst er gemein. Das folgende Klingeln ignoriert er einfach.

Während die Wiederholung der Bochumer Führung läuft, klingelt es wieder. Thiel nimmt die Fernbedienung und stellt die Lautstärke höher. Die Lautstärke des Klingelns scheint sich der des Fernsehapparats anzugleichen: Es klingelt scheinbar lauter und er hört ein Rufen aus dem Hausflur: „HAAALLOO! Hier ist der Paketdienst! Könnten Sie vielleicht …“, dazu der Paketbote von vorher: „Sie müssen hier noch unterschreiben!“ Gleichzeitig klopft noch ein weiterer Paketbote von außen an sein Wohnzimmerfenster im Erdgeschoss. „Hallo? Könnten Sie vielleicht ein Paket für Boerne …“

Wieso wollen die eigentlich alle zu mir? Hat da etwa jemand die Haustür offen gelassen?

Thiel stürmt zu seiner Wohnungstür, reißt sie auf, stößt die davor wartenden Paketboten zur Seite, poltert die wenigen Stufen zur Haustür hinab und stellt fest, dass diese tatsächlich offen steht. Über den Klingeln hat jemand einen Zettel befestigt:

Pakete für Boerne bitte bei Thiel abgeben! Danke!
Prof. Dr. K.-F. Boerne

Während er das liest, hält ihm der Paketbote, der eben noch an sein Fenster klopfte, ein Paket unter die Nase. Thiel reißt den Zettel ab und stürmt zurück in seine Wohnung.

„Tooor! 2:0 für den VfL Bochum!“

Na warte, Boerne, es reicht! Kriminalhauptkommissar Thiel greift nach seiner Dienstwaffe.

(Auch, aber nicht nur zum „Tatort“: „Der Mörder ist immer der Gärtner“!)

Favorite Seltsame Früchte hängen von Pappeln

Das Lied „Strange Fruit“ und seine mahnende Wirkung bis heute

Die Sängerin Billie Holiday gehört seit Langem zu den am meisten verehrten Künstlern des Autors. 1939 erschien das Lied „Strange Fruit“, das die Lynchmorde an Schwarzen thematisiert, zum ersten Mal von ihr gesungen. Nicht nur angesichts ihres hundertsten Geburtstages in diesem Jahr Zeit, sich wieder einmal an diese großartige Sängerin und besonders an dieses Lied zu erinnern!

Das Leben und Sterben der Billie Holiday

Billie Holiday mug shot

Billie Holiday auf einem Polizeifoto vom 16. Mai 1947 (Justizministerium der Vereinigten Staaten/Wikimedia Commons)

Billie Holiday gehört zu den tragischsten Figuren der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Am 7. April 1915 als Elinore Harris in Philadelphia, Pennsylvania, USA geboren, ist über ihre unglückliche Kindheit als Afroamerikanerin in ärmlichen Verhältnissen bereits viel geschrieben worden, wobei sich ihre eigene Autobiografie „Lady Sings the Blues“ selbst nicht immer an Fakten hält. Festzustehen scheint, dass sie schon als Elfjährige von einem Nachbarn sexuell missbraucht wurde, in ein katholisches Erziehungsheim kam und anschließend bei ihrer Mutter, die in einem Bordell arbeitete, blieb. Durch ein dort vorhandenes Grammophon lernte die junge Billie die Musik Louis Armstrongs und Bessie Smiths kennen und schätzen, bis sie, nach einigen Jahren als Prostituierte, ab 1929 zu singen begann und in Nachtklubs auftrat. 1933 wurde sie „entdeckt“ und bekam die Möglichkeit, erste Schallplatten aufzunehmen. An ihrem unglücklichen Leben konnte der beginnende Erfolg jedoch nichts ändern: Drogensucht und Verhaftungen wegen Drogenbesitzes, Alkoholismus und Liebesbeziehungen zu gewalttätigen Männern, die sie rücksichtslos ausnutzten, bestimmten ihr Leben, bis in den 1950er-Jahren ihr gesundheitlicher Abstieg begann. Am 31. Mai 1959 wurde sie ins Metropolitan Hospital in New York eingeliefert, wo sie unter entwürdigenden Umständen mit gerade einmal 44 Jahren starb: Polizisten standen um ihr Krankenbett, an das sie mit Handschellen gefesselt war, um sie wegen Drogenbesitzes zu verhaften. Obwohl als Jazz- und Blues-Sängerin weltbekannt, hatte sie gerade einmal 70 US-Cent auf ihrem Konto und 750 US-Dollar aus einem Zeitschriftenhonorar in bar bei sich!

Rassismus und Lynchmorde: Abel Meeropol und „Strange Fruit“

Postcard of the lynched Jesse Washington, front and back

Postkarte vom 16. Mai 1916, die den verstümmelten und verkohlten Leichnam des 17-jährigen Jesse Washington zeigt. „This is the barbecue we had last night. […] Your son Joe“, steht auf der Rückseite. (Autor unbekannt/Wikimedia Commons)

Auch lange nach dem Ende der Sklaverei und der Ära der Reconstruction blieb Rassismus in den USA eine alltägliche Tatsache, der auch Billie Holiday ausgesetzt war. Ihr Vater starb 1937 vor allem deshalb, weil sich alle Krankenhäuser der Gegend weigerten, einen Schwarzen zu behandeln, und sie selbst musste vor und nach ihren Auftritten oft Hintereingänge und Lastenaufzüge benutzen. Lynchmorde waren zu dieser Zeit vor allem in den konservativen Südstaaten der USA gang und gäbe. Angesichts eines Fotos eines solchen Mordes schrieb der russisch-jüdisch-stämmige Lehrer Abel Meeropol, der auch Mitglied der Kommunistischen Partei der USA war (ja, die gab und gibt es dort tatsächlich!), 1937 das Gedicht „Strange Fruit“, das er kurz darauf in ein Lied umwandelte. In einem Klub der linken und liberalen Intellektuellen New Yorks stellte der Besitzer Holiday und Meeropol einander vor. Obwohl sie zunächst Bedenken hatte, das Lied in ihr Programm aufzunehmen, weil es zu sehr von ihrem Repertoire abwich, probierte sie es dann 1939 doch. In diesem Jahr fanden bereits drei Fälle von Selbstjustiz statt, und eine Umfrage in den Südstaaten ergab, dass sechs von zehn Weißen die Praxis des Lynchens befürworteten.

Die Wirkung von „Strange Fruit“

Billie Holiday gestaltete das vor ihr mit viel Pathos vorgetragene Mitleidsstück nicht nur in einen unmittelbaren und eindringlichen Vortrag um, sondern auch in eine der stärksten künstlerischen Aussagen gegen die Selbstjustiz in den Südstaaten, ja, gegen die Unmenschlichkeit des Menschen überhaupt. Es wurde bald eine frühe Hymne der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und ist zudem das erste und einzige mir bekannte Protestlied im Jazz. Selbstredend war es in den USA lange im Radio unerwünscht, selbst die BBC wollte das Lied anfangs nicht spielen, und in Südafrika war es während der Apartheid verboten. Viele andere berühmte Künstlerinnen und Künstler wie beispielsweise Carmen McRae, Eartha Kitt, Diana Ross, Pete Seeger, Nina Simone, Tori Amos, Cassandra Wilson und Sting interpretierten das Lied, doch keine ihrer Versionen reicht an die von Holiday heran, selbst die des ebenfalls sehr verehrten Robert Wyatt nicht.

Die erschreckend hohe Zahl von durch Polizeigewalt getöteten, meist unbewaffneten Afroamerikanern und die Tatsache, dass im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung in den USA überproportional viele Afroamerikaner in Gefängnissen einsitzen, zeigt, dass wahre Gleichheit noch lange nicht erreicht ist. Und wenn Menschen anderer Herkunft und Hautfarbe oder wegen ihres Glaubens nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande beschimpft, verfolgt, gehetzt und auch ermordet werden (siehe hier beispielsweise „Der Nazi in uns“), wenn nicht nur angesichts gerade im Zusammenhang schon eines Verdachts des Besitzes von Kinderpornografie (siehe hier „Der Volkszorn im Fall Edathy“) oder der Vergewaltigung (siehe hier „Kachelmann ein Vergewaltiger?“) im WWW unverhohlen zu Straftaten gegen die Verdächtigen auf- oder nach Wiedereinführung der Todesstrafe gerufen wird, dann mag die Hochzeit der Lynchmorde zwar vorbei sein, aber ein Wiederaufflammen ist zu befürchten.

Billie Holiday und das eindringliche „Strange Fruit“ sollen uns nicht nur während des Jahres ihres hundertsten Geburtstages daran erinnern, dass diese dunklen Zeiten so lange noch nicht vorbei sind und jederzeit wieder aufleben können!

„Strange Fruit“: der Text

Southern trees bear strange fruit,
Blood on the leaves and blood at the root,
Black bodies swinging in the southern breeze,
Strange fruit hanging from the poplar trees.

Pastoral scene of the gallant south,
The bulging eyes and the twisted mouth,
Scent of magnolias, sweet and fresh,
Then the sudden smell of burning flesh.

Here is fruit for the crows to pluck,
For the rain to gather, for the wind to suck,
For the sun to rot, for the trees to drop,
Here is a strange and bitter crop.

Hier zwei Versionen von „Strange Fruit“, die erste nur von einem Klavier begleitet, aber mit bewegtem Bild, die zweite zusätzlich mit einer Trompete und von einer Plattenaufnahme, aber nur mit einem Standbild als Hintergrund, beide undatiert:


 

Verweise zum Thema

The Official Website of Billie Holiday (englisch)
Billie Holiday: Biographie bei Fembio (eine Biografie aus feministischer Sicht, deutsch)
Billie Holiday News, The New York Times (eine Übersicht über Artikel und Neuigkeiten zu und über Billie Holiday, englisch)
Erinnerung an Billie Holiday. Zwischen Satin und Zuckerrohr, ZEIT ONLINE vom 17. Juli 2009 (deutsch)
Weihnachtsfrieden“ hier in diesen Notizen über Menschlichkeit zu ganz anderen unmenschlichen Zeiten

Vergebliche Liebesmüh’

Das Museum der zerbrochenen Beziehungen in Zagreb

Wenn eine Liebe zu Ende geht, wohin mit all den Dingen, die an den vergangenen Partner/die vergangene Partnerin erinnern? Nach Zagreb, ins Museum der zerbrochenen Beziehungen!

Museum of Broken Relationships Zagreb 2012

Das Museum der zerbrochenen Beziehungen in Zagreb (Waerfelu/Wikimedia Commons)

Städte haben Institutionen, die es nur dort gibt: das Palais du Louvre in Paris, das Museo del Prado in Madrid, die Europäische Zentralbank befindet sich in Frankfurt, das Europaparlament in Straßburg. Auch in Zagreb gibt es eine solche Besonderheit: das Muzej prekinutih veza (englisch: Museum of Broken Relationships), das Museum der zerbrochenen Beziehungen!

Alles begann 2003, als die Beziehung der beiden kroatischen Künstler Olinka Vištica und Dražen Grubišić nach vier Jahren zerbrach. Sie fassten den Entschluss, den Relikten ihrer glücklichen Vergangenheit einen Ort zu geben, an dem sie geschützt aufbewahrt werden konnten. Zusätzlich befragten sie Freunde und Bekannte nach weiteren Erinnerungsstücken. Die Sammlung wuchs, sodass sie sie ab 2006 zunächst temporär in Zagreb, dann in mehreren Wanderausstellungen, u. a. in den USA, Großbritannien, Südafrika und Deutschland, präsentieren konnten, bis sie 2010 ihr eigenes Museum eröffneten. Schon ein Jahr später wurde es als innovativstes Museum Europas ausgezeichnet.

Museum of Broken Relationships - Ex-axe

Die „Ex-Axt“ (Robert Nyman/Wikimedia Commons)

Hier sind Gegenstände, das Strandgut vergangener Lieben, und ihre Geschichten ausgestellt, die oftmals von vergeblicher Liebesmüh’ erzählen. Einige sind witzig, andere Geschichten tragisch oder bizarr, mitunter auch makaber, aber immer spannend und authentisch. Da ist etwa „The Ex-Axe“, die „Ex-Axt“, mit der eine Berlinerin die Möbel ihrer Freundin im wahrsten Sinn des Wortes „zu Kleinholz machte“, nachdem diese ihr gestanden hatte, eine neue Partnerin zu haben, Räucherstäbchen der Marke „Lovers’ incense“ aus Bloomington, Indiana, mit dem Kommentar „Doesn’t work“ oder eine Unterschenkelprothese aus dem Jugoslawienkrieg mit dem Vermerk, dass sie länger als die Liebe hielt („Das Material war besser!“), eines der ersten Ausstellungsstücke, die ihnen gespendet wurden. Die wohl ältesten Erinnerungen sind die einer über 80-jährigen Slowenin, die 1942 einen bosnischen Soldaten in deutscher Kriegsgefangenschaft kennenlernte und sich in ihn verliebte. Neben ihren Briefen und Fotos, die sie dem Museum überreichte, erzählt sie in einer Videoinstallation: „Nach Kriegsende tauchte der Soldat überraschend in Maribor auf. Als ich eines Nachmittags nach Hause kam, war er da. Wir gingen in einen Park. Unter einer Kastanie fragte er mich, ob ich am nächsten Tag mit ihm nach Belgrad gehen wollte, sein Onkel hätte dort eine Bäckerei. Zu seiner Enttäuschung sagte ich Nein. Mir ging das alles zu schnell. Zum Abschied gab er mir eine goldene Münze. Ein paar Jahre später erhielt ich einen Brief aus Belgrad. Um mich zu vergessen, schrieb er, hätte er zu seinem Unglück eine Studentin geheiratet, mit der er jetzt zwei Kinder habe. Auch ich dachte oft an ihn, wir schrieben uns, bis zu seinem Tod. Aus der Münze ließ ich mir meinen Ehering schmieden. 1956 heiratete ich einen anderen Mann, der inzwischen gestorben ist. Wir hatten drei Kinder. Mein Soldat und ich, wir sahen uns nie wieder. Wir hatten nur einen Tag.“

Ein Flaschöffnerschlüssel

Der Flaschenöffnerschlüssel, ein Exponat im Museum (Museum of Broken Relationships)

Es gibt (natürlich) ein Hochzeitskleid und (natürlich) Reizwäsche („Frühjahr bis Herbst 2003, Sarajevo, Bosnien. Ich habe die Reizwäsche nie angezogen. Die Beziehung hätte möglicherweise länger gehalten, wenn ich es getan hätte.“), eine blaue Bluse („Heirat 1999, Beziehungsort: Kilkenny, Irland. Ich hatte diese Bluse an an dem Tag, als mein Mann mich zum Essen einlud und mir sagte, dass er mich verlassen würde.“) oder ein großer Schüssel als Flaschenöffner mit der zutiefst berührenden, geradezu herzzerreißenden Mitteilung: „Beziehungsdauer 23. 1. 1988 bis 30. 6. 1998, Ljubljana, Slowenien. Du hast mir von der Liebe erzählt. Du gabst mir kleine Geschenke, jeden Tag. Das ist eines dieser Geschenke. Der Schlüssel zu meinem Herzen war es für mich. Du hast mir den Kopf verdreht. Du wolltest nicht mit mir schlafen. Ich habe erst kapiert, wie sehr du mich liebtest, als du gestorben warst, an AIDS.“

Dražen sagt dazu: „‚Schmeißt am besten alles weg‘, solche Ratschläge — das hab’ ich absolut nicht verstanden“, und Olinka ergänzt: „Man kann doch all diese Dinge nicht einfach in den Müll werfen!“ Inzwischen bekommen sie die gespendeten Gegenstände und die Geschichten für ihr Museum der zerbrochenen Beziehungen nicht nur an den Orten der Wanderausstellungen überreicht, sondern aus der ganzen Welt zugeschickt. Auch von ihnen beiden ist ein Ausstellungsstück zu sehen: „Hast du den kleinen Plüschhasen in der Vitrine gleich am Eingang gesehen? Der hat früher Olinka und mir gehört. Als wir noch ein Paar waren, hatten Olinka und ich eine Abmachung: Wenn einer von uns verreist, muss er den Hasen mitnehmen. Vor Ort macht er ein Foto von dem Hasen, vor einer fremden Landschaft, in einer fremden Stadt. Das Foto bringt er dem anderen mit oder schickt es ihm, so ist immer eine Verbindung zwischen uns da. Das Foto, das hier im Museum zu sehen ist, zeigt den Hasen auf seiner letzten Reise in den Iran. Ein kleiner Plüschhase mitten in einer persischen Steinwüste. Der Hase ist inzwischen mit der Ausstellung mehr in der Welt herumgekommen als vorher.“ (Zitate aus der Radiosendung „Forever out of Love. Ein Streifzug durch das Museum der zerbrochenen Beziehungen in Zagreb“ von Patrick Batarilo aus „SWR2 Tandem“ vom 27. Juli 2015, eine Wiederholung von 2013)

Das Muzej prekinutih veza/Museum of Broken Relationships befindet sich in der Ćirilometodska 2 in der Oberstadt, der Altstadt von Zagreb. Noch bis zum 30. August 2015 ist auch eine Wanderausstellung im Museum für Wohnkultur im Historischen Museum in Basel zu sehen.

Aber auch hier in diesen Notizen lässt sich stöbern und weiterlesen, beispielsweise „Der letzte Akt einer Liebe“!

Favorite Schlechte Deutschkenntnisse

oder Deutschkurse für nationale Deutsche!

Schlechte Deutschkenntnisse sind oft schwer zu ertragen. Besonders dann, wenn sie von Deutschen angewandt werden, die gegen Ausländer hetzen. Eine Petition will dies ändern: Deutschkurse für nationale Deutsche!

Es wurde schon viel über die nachlassenden Deutschkenntnisse in diesem Lande geredet und geschrieben. Neu ist das nicht. Schon zu Zeiten meines Germanistikstudiums (und die sind sehr lange her!) mokierte sich Prof. Dr. Leonhard M. Fiedler angesichts der von den Teilnehmern anzufertigenden Seminarprotokolle über schlechte Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung sowie den vielfach schlechten Stil. Gerade im Zusammenhang mit einem Studium der Germanistik sei dies äußerst wichtig, brachte er laut sein Unverständnis zum Ausdruck und fragte, wie man ausgerechnet ein solches Studienfach gewählt haben könne, das doch eben auch mit (korrektem) Schreibverhalten zu tun habe, wenn man dies nicht beherrsche.

Verbessert hat sich die Situation der nachlassenden Deutschkenntnisse keineswegs, eher das Gegenteil ist der Fall! Schaue ich heutzutage durch Artikel im WWW, die eine Kommentiermöglichkeit haben, so erschrecke ich vor der oft geradezu erbärmlichen sprachlichen Qualität der Kommentare. Allerdings zeigen sich auch die Autorinnen und Autoren der Artikel selbst oft nicht gerade als Fachleute für deutsche Sprache, besonders dann, wenn es sich um Blogger/-innen handelt. Aber das nur nebenbei.

Beispiele für schlechte Deutschkenntnisse

Beispiele für schlechte Deutschkenntnisse in Kommentaren (aus der genannten Petition übernommen)

Ebenso viel ist über die latente und offene Fremdenfeindlichkeit in diesem Lande geredet und geschrieben worden, auch hier in diesen Notizen (siehe hierzu vor allem „Der Nazi in uns“!). Besonders in letzter Zeit. Und nicht nur die Fähigkeit des Menschen, beschimpfen und beleidigen zu können, wird im WWW zu neuer „Blüte“ getrieben (siehe hierzu hier auch „Der Volkszorn im Fall Edathy“!), wenn ich das in diesem Zusammenhang mal so formulieren darf, sondern auch die Unfähigkeit, sprachlich, grammatisch und orthografisch korrekte Texte zu verfassen. Zusätzlich bedenklich wird das, wenn es sich hierbei um Deutsche handelt. Um Deutsche, die gegen Menschen hetzen, die der deutschen Sprache (noch) nicht mächtig sind, aber selbst in ihr wenig versiert sind! Also aufrechte deutsche Mitbürger, hier auch gerne „Wutbürger“ genannt, wobei „aufrecht“ heutzutage anscheinend so etwas wie „auf rechts (getrimmt, gewendet)“ bedeutet.

Wie man hinlänglich weiß, geht Wut meist mit unkontrolliertem und unkontrollierbarem Verhalten einher. Taten, die aus einem solchen Verhalten heraus begangen werden, sind aber unentschuldbar. Das gilt auch für Worte. Und das gilt auch für das Geschreibsel dieser Kommentatoren. Gerade die Tatsache, dass es sich bei ihnen (Ihnen?) um Deutsche handelt, macht die schlechten Deutschkenntnisse nicht besser, im Gegenteil: Es entrüstet inhaltlich nicht nur jeden toleranten und mitfühlenden Menschen und entsetzt sprachlich jeden Germanisten, sondern tut optisch auch noch den Augen weh! Äußert sich so das Abendland, das doch angeblich gerettet werden soll?

„So kann es nicht weitergehen in unserer stolzen Nation!“, ruft nun eine Petition auf Change.org, und weiter, allerdings selbst unter Weglassung eines Kommas und nicht optimaler Verwendung bzw. Platzierung der Anführungszeichen und des Gedankenstrichs: „Nicht nur dass sich alle aufrechten, toleranten und klar denkenden Bürger tagtäglich mit den hanebüchenen Aussagen selbsternannter “Asylkritiker” herumschlagen müssen, nein – man wird automatisch genötigt, die Postings dieser stolzen Volksdeutschen in diversen sozialen Netzwerken gedanklich zu korrigieren.“ Deshalb fordert sie, nicht ohne einen gewissen Humor, vom Parteivorsitzenden der NPD Frank Franz, vom Europaabgeordneten der NPD Udo Voigt und von der Vorsitzenden des Rings Nationaler Frauen Ricarda Riefling: „Organisieren Sie kostenlosen Deutschunterricht für ” Asylkritiker ” [sic!] und NPD-Sympathisanten! Fördern Sie Integration!“

Eine Petition, die man trotz Bedenken im Hinblick auf die auch nicht perfekten Deutschkenntnisse des Petenten nur unterschreiben kann! Und wer möchte, dass sich Gestalten, die solche erbärmlichen Kommentare verfassen, nicht auch noch vor Flüchtlingsheimen tummeln, unterzeichne auch gleich diese Petition: „Für ein Verbot fremdenfeindlicher Demonstrationen vor Flüchtlingsheimen!

[Nachtrag vom 26. August 2015: Im Artikel „Ich bin kein Nazi aber: tragikomödiantisch als Interview verfilmt“ bei Blogrebellen habe ich ein nettes Video zum Thema „Schlechte Deutschkenntnisse“ gefunden: Interview mit „Ich bin kein Nazi aber …“ von Just Luca, und zwei Facebook-Gruppen gibt es zu diesem Thema auch: die „Hooligans Gegen Satzbau“ und „Rhetorische Perlen von AfD- und NPD-Anhängern“.]

Siehe hier auch „140 Zeichen (20)“ zum Thema „Wohin korrekte Grammatik führt“!

„Greetings to You“ von Warren Buffett

Der Milliardär verschenkt Geld

Der Autor staunte nicht schlecht, als er von einem seiner E-Post-Anbieter die Information erhielt, dass sich in seinem Spam-Ordner auf dem Server eine Nachricht von Warren Buffett mit dem Betreff „Greetings to You“ befindet, die eine Geldspende verspricht. Allerdings kommt diese Nachricht aus Kasachstan.

Warren Buffett ist einer der reichsten Menschen der Welt. Laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes Magazine der drittreichste. Und er ist einer, der sich, entgegen verfälscht und verkürzt verbreiteter Zitate (siehe hierzu hier auch „Principiis obsta“), durchaus selbstkritisch über die Klasse der Reichen äußert. Zudem ist er bekannt dafür, immer wieder (sehr) große Summen für wohltätige Zwecke zu stiften, beispielsweise für Arme und Obdachlose in San Francisco, außerdem unterstützt er Abtreibungsorganisationen in den USA, die aufgrund des dort weit verbreiteten christlichen Fundamentalismus’ einen oft mindestens schweren Stand haben.

So erstaunt es nicht unbedingt, wenn man von seinem E-Post-Anbieter die Information erhält, dass sich im Spam-Ordner auf dem Server eine Nachricht von Warren Buffett mit dem Betreff „Greetings to You“ befindet, in der eine Geldspende in Höhe von 1 Million US-Dollar versprochen wird. Sie sei hier mit allen Fehlern wiedergegeben. (Eine dringende Warnung jedoch vorweg: In E-Mails von unbekannten Absendern öffne man nie Dateien im Anhang oder klicke man auf darin enthaltene Verweise (Links), wie es hier getan wurde!)

Greetings to You

You have been gifted $1.5 MILLION USD donation fund. Contact us at this email for your claim: wbuffett4@aim.com

I hope this information meet you well as I know you will be curious to know why/how I selected you to receive a cash sum of $1.500,000,00 USD, our information below is 100% legitimate, please see the link below:

http://articles.latimes.com/2013/jul/08/business/la-fi-mo-warren-buffett-gates-20130708 [Diese Meldung der Los Angeles Times vom 8. Juli 2013 besagt allerdings nur, dass Warren Buffett vor seinem Tod 2,6 Millionen US-Dollar an philanthropische Organisationen von Bill Gates zu verteilen gedenkt, spricht aber keineswegs von Spenden an Privatpersonen! Der Autor]

My wife and I decided to donate the sum of $1.500,000,00 USD to you as part of our charity project to improve the lot of 10 lucky individuals all over the world from our $12 Billion Usd I and My Wife Mapped out to help people before she died. We prayed and searched over the internet for assistance because i saw your profile on Microsoft email owners list and picked you. Susan my wife and i have decided to make sure this is put on the internet for the world to see. my wife has cancer and she died at colchester regional hospital, my wife just didn’t die but she was a great person and I miss her so much and this is why I have decided to do one thing i promised her forever. as you could see from the webpage above, am not getting any younger and you can imagine having no much time to live. although am a Billionaire investor and we have helped some charity organizations from our Fund.

You see after taken care of the needs of our immediate family members, Before she died we decided to donate the remaining of our Billions to other individuals around the world in need, the local fire department, the red cross, Haiti, hospitals in truro where Susan underwent her cancer treatment, and some other organizations in Asia and Europe that fight cancer, alzheimer’s and diabetes and the bulk of the funds deposited with our payout bank of this charity donation. we have kept just 40% of the entire sum to our self for the remaining days because i am sick and am writing you from hospital computer because i don’t know when i will die.

To facilitate the payment process of the funds ($1.500,000.00 USD) which have been donated solely to you, you are to send us

your full names……………..
your contact address…………….
your personal telephone number……………

so that i can forward your payment information to you immediately. I am hoping that you will be able to use the money wisely and judiciously over there in your country. please you have to do your part to also alleviate the level of poverty in your region, help as many you can help once you have this money in your personal account because that is the only objective of donating this money to you in the first place.

I like to re-assure you of the legitimacy of this services as we will not be involved in any fraudulent act and will never be. use the money wisely, we only want to feel good by helping people this time of the year, this is the only thing that makes my wife happy too even now that she is not here with me any more, we have too much to give away as I only have few months left on earth. I will advise as you as the prospective lucky Person to be calm not to loose this great opportunity which millions of people are trying to entangled but the chances just couldn’t come for them because a lot of people are out there to discourage them as they don’t know how it works, and have never seen such before.

Thank you for accepting our offer, we are indeed grateful You Can Google my name for more information: Mr Warren Buffett.

God bless you

Mr Warren Buffett
Billionaire investor
Email: wbuffett4@aim.com

Schade nur, dass sich hinter der Sender-E-Mail-Adresse eine/ein kostanai@tek-centre.kz verbirgt, was laut der Top Level Domain auf Kasachstan verweist, woraus der echte Warren Buffett wohl kaum schreiben dürfte. Auch würde man vom echten wohl doch etwas mehr Bildung und damit auch bessere Rechtschreibkenntnisse erwarten!

Und wieder ein möglicher Geldfluss weniger …

Gulaschsuppe

Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet, es ist doch erst die dritte Stunde am Tage […]

(Petrus in: Die Apostelgeschichte des Lukas, Abschnitt 2, 15—17)

Aus dem Schwarz vor Herberts Augen kristallisierte sich eine Farbe heraus. Ein Universum aus Schwarz wurde zu einem dunklen Blau, dann zu Purpur, Violett und schließlich Weiß. Nur: Warum musste während dieses Farbenrausches gerade jetzt jemand mit einem Presslufthammer die Straße bearbeiten? Oder war es der Nachbar mit einem Schlagbohrer? Dazu kitzelt etwas an seiner Nase. Etwas anderes liegt auf seinem Bauch. Und dann dieser üble Geschmack in seinem Mund, der dazu noch wie ausgetrocknet scheint. Wasser! Oder irgendetwas anderes!

Mühsam versucht er, die Augen zu öffnen. Wo bin ich?

Der Presslufthammer oder Schlagbohrer scheint sich nicht draußen, sondern mitten in seinem Kopf zu befinden. Es gelingt ihm, langsam die Augenlider voneinander zu trennen und die Augen zu öffnen. Ein vorsichtiger Blick nach rechts zeigt ihm, dass auf dem Boden seiner Wohnung überall leere Flaschen herumstehen oder -liegen. Ein vorsichtiger Blick nach einem Schwenken seines Kopfes nach links zeigt ihm, dass dort noch jemand im Bett liegt. Das Kitzeln rührt von einer Haarsträhne her, die sich über den unteren Teil seines Gesichts ausbreitet und dabei auch seine Nase berührt. Und das, was auf seinem Bauch liegt, ist ein Arm. Wer ist diese Frau, die dort leise schnarchend schläft?

Ich muss auf die Toilette. Dringend! Da über Nacht aber alle seine Informationen über seine Wohnung aus seinem Gedächtnis gelöscht worden waren, weiß er allerdings nicht, wo sich die anderen Zimmer und die Toilette befinden. Sein Gehirn ist wie fragmentiert, und das Werkzeug zum Defragmentieren ist nicht verfügbar. Ist das überhaupt meine Wohnung, fragt er sich.

Während er sich langsam aufzurichten versucht, hört er plötzlich Geräusche aus seinem Magen, die sich langsam die Speiseröhre hinaufarbeiten. Von dem Geräusch wird ihm schlecht, und er muss kotzen. Gleichzeitig muss er dringend pinkeln.

Auf dem Boden, nicht weit vom Bett entfernt, steht zum Glück ein großer Topf, in der der Rest einer bräunlichen Flüssigkeit mit einigen Fruchtstücken darin schwimmt. War das eine Bowle? Egal. Herbert gelingt es, sie näher an das Nachtlager heranzuschieben und sich dorthinein zu übergeben. Bei dieser Gelegenheit bemerkt er, dass er nackt ist. Dann setzt er sich mühsam auf und pinkelt auch noch hinein. Eine andere interessante Farbmischung entsteht, stellt er staunend fest.

Nun allerdings brauchte er noch etwas Flüssigkeit in seinem Mund. Auf dem Nachttisch neben sich entdeckt er eine Flasche dem Rest einer klaren Flüssigkeit darin. Dem Etikett nach zu urteilen, kein Wasser. Er nimmt einen guten Schluck. Ah! Nach einem Schütteln nimmt er noch einen weiteren großen Schluck, und schon ist die Flasche leer.

Als er sich mit einem Rülpsen wieder hinlegt, ist die Frau neben ihm in eine Art Halbschlaf geraten. Sie murmelt etwas, was er aber nicht verstehen kann. Nochmals: Wer ist diese Frau?

Nun tasten sich ihre Hände zu seinem Pimmel vor, den sie auch ohne Umwege findet. Wieder murmelt sie etwas, ohne die Augen zu öffnen. Der Geruch aus ihrem Mund ist allerdings nicht gerade sehr aufbauend, um es mal so auszudrücken, denkt er. Ob es ihm gelingen würde, ihr wenigstens etwas von irgendeinem Getränk einzuflößen, vorausgesetzt, dass er eines solchen habhaft werden könnte, ohne sich größer zu bewegen? Vorsichtig sucht er die nähere Umgebung ab. Da entdeckt er auf dem Nachttisch auf ihrer Seite eine grüne Flasche, die eine Weinflasche sein könnte. Langsam schiebt er einen Arm unter ihrem Hals hindurch, um die Flasche zu erreichen, doch er ist zu kurz. Der Topf mit der Bowle neben dem Bett?

Er verwirft diesen Gedanken, zumal sie mitbekommen hat, wie er seinen Arm unter sie geschoben hat. Sie murmelt wieder. Diesmal meint er, so etwas wie liebevolle Zustimmung herauszuhören, fast wie ein Gurren. Also rückt er näher an sie heran, um doch noch an die Flasche heranzukommen, was sie als weitere Zustimmung auffasst und worauf sie seinen Pimmel nun energischer massiert und knetet. Er gibt auf.

Oha, jetzt fällt es ihm ein: Martha, diese ewig betrunkene Nachbarin! Bleibt die Frage: Aber wie kommt sie nur ein sein Bett? Und ist das überhaupt sein Bett, seine Wohnung?

Plötzlich wird sie wach. Hunger, ruft sie und macht Anstalten aufzustehen. „Ich koche uns ein Süppchen“, lallt sie frohgemut, „das wird uns guttun”, und schon ist sie verschwunden. Ihrer Zielstrebigkeit nach zu urteilen, scheint sich sein Problem, wessen Wohnung das ist, aufzuklären. Teilweise und zumindest in dieser Hinsicht etwas beruhigt, beschließt er, sich einfach noch mal hinzulegen, bis das Süppchen fertig ist. Beides keine schlechte Idee, denkt er, und schon nickt er wieder weg.

„Fertig!“, hört Herbert irgendwann jemand in seinen Träumen rufen. „Kannst kooo-men!“ Nein, kein Traum, Martha! Mühsam erhebt er sich und wankt, sich an den Wänden abstützend, in die Richtung, aus der ihre Stimme kommt. „Ein buntes Potpourri“, sagt sie stolz, schöpft eine große Kelle aus dem Topf, der auf dem Herd köchelt, auf einen Teller, den sie ihm hinhält. Er setzt sich an den Tisch und löffelt und schlürft begierig. Etwas säuerlich vielleicht und von undefinierbarer Farbe, aber gut! Er grunzt ihr anerkennend zu.

Sie schaut zu, wie es ihm schmeckt. „Habe einfach den Rest Gulaschsuppe von gestern Abend aufgewärmt.“ Nun erkennt er den Topf auf dem Herd wieder, der vorhin noch …

Graphologisches Gutachten

Silhuette einer Hand mit StiftBei Durchsicht seiner beruflichen Unterlagen förderte der Autor ein graphologisches Gutachten (gibt es die in Zeiten von E-Mail und mobiler Kommunikation überhaupt noch?) aus dem Jahr 1985, genauer sogar: vom 4. Juni 1985 zutage. Nun, hier ist es!

Kurzgutachten
über

Name: […]
Vorname: […]
Alter: 30 Jahre
Beruf: gel. Schriftsetzer, Student (Germanistik, 7. Sem.)

Ergebnis:
Anschauliches Denken bei geistiger Interessiertheit mit guter Beobachtungsgabe. Personell und sachlich aufgeschlossen. Gesellig, aber durch Erfahrung vorsichtig. Vorsichtige, aber für notwendig erachtete Umweltzueignung. Ist etwas ängstlich. Ist mehr ein gewolltes Distanzgefühl, um sich persönlich abzusichern. Ist selbst recht feinfühlig, weil versteckt weich veranlagt. Herzlich, deshalb auch ein notwendiges Sichstemmen [sic!] gegen Hindernisse, um sich persönlich besser behaupten zu können. Freundlich, anständig, Einsichtigkeit, macht sympathischen Eindruck. Möchte gern mehr leisten in geistiger Beziehung. Neigung zum Idealismus. Ideale Lebensauffassung.

Ist beweglich, den jeweiligen Interessen sehr zugeneigt. Fleißig, frisch, ausreichende Genauigkeit bei Beachtung des Wichtigen. Auch Neigung Details mehr zu beachten. Ausreichend Sinn für Normales. Hat Ordnungssinn, kann sich auch sachlich anpassen. Möchte aber auch persönlich anständig behandelt werden. Etwas versteckte kindhafte Natur. Ehrlich und aufrichtig. Liebt sehr freiheitliche Behandlung mit Takt. Ist selbst auch sehr taktvoll. Respektiert Vorgesetzte.

(Siehe hier auch „Kluger Philologe“!)