Favorite Mich lieben können

Ich träumte, dass ich eine Frau frage, ob sie mich lieben könne. Sie bedauerte und sagte: „… aber das liegt nicht an dir.“

Natürlich liegt es an mir, denn wäre ich jemand anders, würde sie mich ja vielleicht lieben können!

„Greetings to You“ von Warren Buffett

Der Milliardär verschenkt Geld

Der Autor staunte nicht schlecht, als er von einem seiner E-Post-Anbieter die Information erhielt, dass sich in seinem Spam-Ordner auf dem Server eine Nachricht von Warren Buffett mit dem Betreff „Greetings to You“ befindet, die eine Geldspende verspricht. Allerdings kommt diese Nachricht aus Kasachstan.

Warren Buffett ist einer der reichsten Menschen der Welt. Laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes Magazine der drittreichste. Und er ist einer, der sich, entgegen verfälscht und verkürzt verbreiteter Zitate (siehe hierzu hier auch „Principiis obsta“), durchaus selbstkritisch über die Klasse der Reichen äußert. Zudem ist er bekannt dafür, immer wieder (sehr) große Summen für wohltätige Zwecke zu stiften, beispielsweise für Arme und Obdachlose in San Francisco, außerdem unterstützt er Abtreibungsorganisationen in den USA, die aufgrund des dort weit verbreiteten christlichen Fundamentalismus’ einen oft mindestens schweren Stand haben.

So erstaunt es nicht unbedingt, wenn man von seinem E-Post-Anbieter die Information erhält, dass sich im Spam-Ordner auf dem Server eine Nachricht von Warren Buffett mit dem Betreff „Greetings to You“ befindet, in der eine Geldspende in Höhe von 1 Million US-Dollar versprochen wird. Sie sei hier mit allen Fehlern wiedergegeben:

Greetings to You

You have been gifted $1.5 MILLION USD donation fund. Contact us at this email for your claim: wbuffett4@aim.com

I hope this information meet you well as I know you will be curious to know why/how I selected you to receive a cash sum of $1.500,000,00 USD, our information below is 100% legitimate, please see the link below:

http://articles.latimes.com/2013/jul/08/business/la-fi-mo-warren-buffett-gates-20130708 [Diese Meldung der Los Angeles Times vom 8. Juli 2013 besagt allerdings nur, dass Warren Buffett vor seinem Tod 2,6 Millionen US-Dollar an philanthropische Organisationen von Bill Gates zu verteilen gedenkt, spricht aber keineswegs von Spenden an Privatpersonen! Der Autor]

My wife and I decided to donate the sum of $1.500,000,00 USD to you as part of our charity project to improve the lot of 10 lucky individuals all over the world from our $12 Billion Usd I and My Wife Mapped out to help people before she died. We prayed and searched over the internet for assistance because i saw your profile on Microsoft email owners list and picked you. Susan my wife and i have decided to make sure this is put on the internet for the world to see. my wife has cancer and she died at colchester regional hospital, my wife just didn’t die but she was a great person and I miss her so much and this is why I have decided to do one thing i promised her forever. as you could see from the webpage above, am not getting any younger and you can imagine having no much time to live. although am a Billionaire investor and we have helped some charity organizations from our Fund.

You see after taken care of the needs of our immediate family members, Before she died we decided to donate the remaining of our Billions to other individuals around the world in need, the local fire department, the red cross, Haiti, hospitals in truro where Susan underwent her cancer treatment, and some other organizations in Asia and Europe that fight cancer, alzheimer’s and diabetes and the bulk of the funds deposited with our payout bank of this charity donation. we have kept just 40% of the entire sum to our self for the remaining days because i am sick and am writing you from hospital computer because i don’t know when i will die.

To facilitate the payment process of the funds ($1.500,000.00 USD) which have been donated solely to you, you are to send us

your full names……………..
your contact address…………….
your personal telephone number……………

so that i can forward your payment information to you immediately. I am hoping that you will be able to use the money wisely and judiciously over there in your country. please you have to do your part to also alleviate the level of poverty in your region, help as many you can help once you have this money in your personal account because that is the only objective of donating this money to you in the first place.

I like to re-assure you of the legitimacy of this services as we will not be involved in any fraudulent act and will never be. use the money wisely, we only want to feel good by helping people this time of the year, this is the only thing that makes my wife happy too even now that she is not here with me any more, we have too much to give away as I only have few months left on earth. I will advise as you as the prospective lucky Person to be calm not to loose this great opportunity which millions of people are trying to entangled but the chances just couldn’t come for them because a lot of people are out there to discourage them as they don’t know how it works, and have never seen such before.

Thank you for accepting our offer, we are indeed grateful You Can Google my name for more information: Mr Warren Buffett.

God bless you

Mr Warren Buffett
Billionaire investor
Email: wbuffett4@aim.com

Schade nur, dass sich hinter der Sender-E-Mail-Adresse eine/ein kostanai@tek-centre.kz verbirgt, was laut der Top Level Domain auf Kasachstan verweist, woraus der echte Warren Buffett wohl kaum schreiben dürfte. Auch würde man vom echten wohl doch etwas mehr Bildung und damit auch bessere Rechtschreibkenntnisse erwarten!

Und wieder ein möglicher Geldfluss weniger …

Gulaschsuppe

Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet, es ist doch erst die dritte Stunde am Tage […]

(Petrus in: Die Apostelgeschichte des Lukas, Abschnitt 2, 15—17)

Aus dem Schwarz vor Karls Augen kristallisierte sich eine Farbe heraus. Ein Universum aus Schwarz wurde zu einem dunklen Blau, dann zu Purpur, Violett und schließlich Weiß. Nur: Warum musste während dieses Farbenrausches gerade jetzt jemand mit einem Presslufthammer die Straße bearbeiten? Oder war es der Nachbar mit einem Schlagbohrer? Dazu kitzelt etwas an seiner Nase. Etwas anderes liegt auf seinem Bauch. Und dann dieser üble Geschmack in seinem Mund, der dazu noch wie ausgetrocknet scheint. Wasser! Oder irgendetwas anderes!

Mühsam versucht Karl, die Augen zu öffnen. Wo bin ich?

Der Presslufthammer oder Schlagbohrer scheint sich nicht draußen, sondern mitten in seinem Kopf zu befinden. Es gelingt ihm, langsam die Augenlider voneinander zu trennen und die Augen zu öffnen. Ein vorsichtiger Blick nach rechts zeigt ihm, dass auf dem Boden seiner Wohnung überall leere Flaschen herumstehen oder -liegen. Ein vorsichtiger Blick nach einem Schwenken seines Kopfes nach links zeigt ihm, dass dort noch jemand im Bett liegt. Das Kitzeln rührt von einer Haarsträhne her, die sich über den unteren Teil seines Gesichts ausbreitet und dabei auch seine Nase berührt. Und das, was auf seinem Bauch liegt, ist ein Arm. Wer ist diese Frau, die dort leise schnarchend schläft?

Ich muss auf die Toilette. Dringend! Da über Nacht aber alle seine Informationen über seine Wohnung aus seinem Gedächtnis gelöscht worden waren, weiß er allerdings nicht, wo sich die anderen Zimmer und die Toilette befinden. Sein Gehirn ist wie fragmentiert, und das Werkzeug zum Defragmentieren ist nicht verfügbar. Ist das überhaupt meine Wohnung, fragt er sich.

Während er sich langsam aufzurichten versucht, hört er plötzlich Geräusche aus seinem Magen, die sich langsam die Speiseröhre hinaufarbeiten. Von dem Geräusch wird ihm schlecht, und er muss kotzen. Gleichzeitig muss er dringend pinkeln.

Auf dem Boden, nicht weit vom Bett entfernt, steht zum Glück ein großer Topf, in der der Rest einer bräunlichen Flüssigkeit mit einigen Fruchtstücken darin schwimmt. War das eine Bowle? Egal. Karl gelingt es, sie näher an das Nachtlager heranzuschieben und sich dorthinein zu übergeben. Bei dieser Gelegenheit bemerkt er, dass er nackt ist. Dann setzt er sich mühsam auf und pinkelt auch noch hinein. Eine andere interessante Farbmischung entsteht, stellt er staunend fest.

Nun allerdings brauchte er noch etwas Flüssigkeit in seinem Mund. Auf dem Nachttisch neben sich entdeckt er eine Flasche dem Rest einer klaren Flüssigkeit darin. Dem Etikett nach zu urteilen, kein Wasser. Er nimmt einen guten Schluck. Ah! Nach einem Schütteln nimmt er noch einen weiteren großen Schluck, und schon ist die Flasche leer.

Als er sich mit einem Rülpsen wieder hinlegt, ist die Frau neben ihm in eine Art Halbschlaf geraten. Sie murmelt etwas, was er aber nicht verstehen kann. Nochmals: Wer ist diese Frau?

Nun tasten sich ihre Hände zu seinem Pimmel vor, den sie auch ohne Umwege findet. Wieder murmelt sie etwas, ohne die Augen zu öffnen. Der Geruch aus ihrem Mund ist allerdings nicht gerade sehr aufbauend, um es mal so auszudrücken, denkt er. Ob es ihm gelingen würde, ihr wenigstens etwas von irgendeinem Getränk einzuflößen, vorausgesetzt, dass er eines solchen habhaft werden könnte, ohne sich größer zu bewegen? Vorsichtig sucht er die nähere Umgebung ab. Da entdeckt er auf dem Nachttisch auf ihrer Seite eine grüne Flasche, die eine Weinflasche sein könnte. Langsam schiebt er einen Arm unter ihrem Hals hindurch, um die Flasche zu erreichen, doch er ist zu kurz. Der Topf mit der Bowle neben dem Bett?

Er verwirft diesen Gedanken, zumal sie mitbekommen hat, wie er seinen Arm unter sie geschoben hat. Sie murmelt wieder. Diesmal meint er, so etwas wie liebevolle Zustimmung herauszuhören, fast wie ein Gurren. Also rückt er näher an sie heran, um doch noch an die Flasche heranzukommen, was sie als weitere Zustimmung auffasst und worauf sie seinen Pimmel nun energischer massiert und knetet. Er gibt auf.

Oha, jetzt fällt es ihm ein: Martha, diese ewig betrunkene Nachbarin! Bleibt die Frage: Aber wie kommt sie nur ein sein Bett? Und ist das überhaupt sein Bett, seine Wohnung?

Plötzlich wird sie wach. Hunger, ruft sie und macht Anstalten aufzustehen. „Ich koche uns ein Süppchen“, lallt sie frohgemut, „das wird uns guttun”, und schon ist sie verschwunden. Ihrer Zielstrebigkeit nach zu urteilen, scheint sich sein Problem, wessen Wohnung das ist, aufzuklären. Teilweise und zumindest in dieser Hinsicht etwas beruhigt, beschließt er, sich einfach noch mal hinzulegen, bis das Süppchen fertig ist. Beides keine schlechte Idee, denkt er, und schon nickt er wieder weg.

„Fertig!“, hört er irgendwann jemand in seinen Träumen rufen. „Kannst kooo-men!“ Nein, kein Traum, Martha! Mühsam erhebt er sich und wankt, sich an den Wänden abstützend, in die Richtung, aus der ihre Stimme kommt. „Ein buntes Potpourri“, sagt sie stolz, schöpft eine große Kelle aus dem Topf, der auf dem Herd köchelt, auf einen Teller, den sie ihm hinhält. Er setzt sich an den Tisch und löffelt und schlürft begierig. Etwas säuerlich vielleicht und von undefinierbarer Farbe, aber gut! Er grunzt ihr anerkennend zu.

Sie schaut zu, wie es ihm schmeckt. „Habe einfach den Rest Gulaschsuppe von gestern Abend aufgewärmt.“ Nun erkennt er den Topf auf dem Herd wieder, der vorhin noch …

Graphologisches Gutachten

Silhuette einer Hand mit StiftBei Durchsicht seiner beruflichen Unterlagen förderte der Autor ein graphologisches Gutachten (gibt es die in Zeiten von E-Mail und mobiler Kommunikation überhaupt noch?) aus dem Jahr 1985, genauer sogar: vom 4. Juni 1985 zutage. Nun, hier ist es!

Kurzgutachten
über

Name: […]
Vorname: […]
Alter: 30 Jahre
Beruf: gel. Schriftsetzer, Student (Germanistik, 7. Sem.)

Ergebnis:
Anschauliches Denken bei geistiger Interessiertheit mit guter Beobachtungsgabe. Personell und sachlich aufgeschlossen. Gesellig, aber durch Erfahrung vorsichtig. Vorsichtige, aber für notwendig erachtete Umweltzueignung. Ist etwas ängstlich. Ist mehr ein gewolltes Distanzgefühl, um sich persönlich abzusichern. Ist selbst recht feinfühlig, weil versteckt weich veranlagt. Herzlich, deshalb auch ein notwendiges Sichstemmen [sic!] gegen Hindernisse, um sich persönlich besser behaupten zu können. Freundlich, anständig, Einsichtigkeit, macht sympathischen Eindruck. Möchte gern mehr leisten in geistiger Beziehung. Neigung zum Idealismus. Ideale Lebensauffassung.

Ist beweglich, den jeweiligen Interessen sehr zugeneigt. Fleißig, frisch, ausreichende Genauigkeit bei Beachtung des Wichtigen. Auch Neigung Details mehr zu beachten. Ausreichend Sinn für Normales. Hat Ordnungssinn, kann sich auch sachlich anpassen. Möchte aber auch persönlich anständig behandelt werden. Etwas versteckte kindhafte Natur. Ehrlich und aufrichtig. Liebt sehr freiheitliche Behandlung mit Takt. Ist selbst auch sehr taktvoll. Respektiert Vorgesetzte.

(Siehe hier auch „Kluger Philologe“!)

Zitate über das Alter(n)

In meinem Alter ist man notgedrungen ehrlich. Lügen ist zu ermüdend.

(aus Albert Camus: Die Pest, Innsbruck 1948 u. a.)

Jeder der geht
belehrt uns ein wenig
über uns selber.
Kostbarster Unterricht
an den Sterbebetten.

(Anfang des Gedichts „Unterricht“ aus Hilde Domin: Nur eine Rose als Stütze, Frankfurt am Main 1977)

Natürlich war ich alt genug, um zu wissen, wie zufällig Begegnungen waren, aber noch zu jung, um einzusehen, daß die Zahl der Begegnungen begrenzt ist.

(aus Jens Christian Grøndahl: Schweigen im Oktober, Wien 1999)

Jugend läuft, Alter säuft.

(aus der Fernsehserie „Großstadtrevier“, Folge „Kaltes Kind“; hier bereits einzeln unter „140 Zeichen (26)“ veröffentlicht)

Ich komme in das Alter, in dem das Leben langsam die Tür hinter sich zuzieht.

(aus Patrick Modiano: Unfall in der Nacht, München/Wien 2006)

(Wird, je nach Funden, unregelmäßig ergänzt; Kommentare und weitere Zitate zum Thema „Alter(n)“ sind selbstverständlich auch erwünscht. Siehe hier auch „Junge Alte“, „Fünfundfünfzig“, „Älteste Bloggerin der Welt gestorben“, „Woran du merkst, dass du erwachsen wirst“ und „Die Flamme“!)

Geisteswissenschaftler gesucht!

Unter den vielen, vielen Arbeitslosen finden sich nicht nur Un- oder Geringqualifizierte, sondern auch solche mit akademischer Bildung. Dies scheint zu grotesken Stellenausschreibungen und Berufsvorschlägen zu führen.

Unter den Millionen von Arbeitslosen gibt es keineswegs nur Menschen mit wenig oder keinen beruflichen Qualifikationen. Unter ihnen befinden sich auch Arbeitssuchende mit akademischer Bildung und ebensolchen Abschlüssen. Oftmals sind sie jedoch gezwungen, in Tätigkeiten zu arbeiten, die weit unter ihren Qualifikationen liegen. Und (weit) unter ihrem möglichen Gehalt!

Inzwischen entdecken Unternehmen anscheinend diese Arbeitssuchenden und umwerben sie gezielt, was mitunter zu geradezu grotesken Stellenausschreibungen führt, wie die im Folgenden in möglichst originalgetreuer Typografie und mit all den Kuriositäten — um nicht zu sagen: Fehlern — in Rechtschreibung und Zeichensetzung, aber leicht gekürzt wiedergegebene Stellenanzeige in der Stellenbörse Absolventa, der „Jobbörse für Studenten, Absolventen und Young Professionals“, zeigt:

Geisteswissenschaftler gesucht! Kundenbetreuer / Schlafexperte (m/w)

Unternehmensbeschreibung
Wir sind ein aufgewecktes Start-up-Unternehmen […] mit einem hungrigen Team! Unter der Marke […] betreiben wir seit 2013 einen Online-Shop für Matratzen, Lattenroste, Betten & Bettwaren. Egal ob BWLer, Redakteur oder IT-ler: die […] suchen weitere kreative und eifrige Köpfe. Wir arbeiten Schulter an Schulter und sind dabei alles andere als Schlafmützen: wir brennen für den gemeinsamen Erfolg und schätzen dabei stets eine familiäre Arbeitsatmosphäre.

Stellenbeschreibung
Du studierst Geisteswissenschaft oder hast dein geisteswissenschaftliches Studium abgeschlossen und suchst jetzt ein Einstieg in die Praxis als Geisteswissenschaftler?

Dann bewirb dich bei uns, denn wir suchen ab sofort mehrere

Kundenbetreuer / Schlafexperten

D E I N E  A U F G A B E N:

Die Qual der Wahl.
Bei uns hast du die Möglichkeit zwischen zwei Aufgabengebieten zu wählen:

Kundenbetreuer:

    Du bist die erste Kontakt- und Vertrauensperson für unsere Kunden am Telefon und per E-Mail.
    Bei Fragen zur Bestellung, Retouren oder auch bei Beschwerden unsere Kunden behältst du einen klaren Kopf und findest Lösungen die alle zufrieden stellen.
    Dabei arbeitest du Hand in Hand mit deinen Kollegen aus den Bereichen Payment, Reklamation, Logistik und Beratung zusammen.

Vertriebsgenie – Spaß am Verkaufen? Dann bist du hier richtig!

Durch unsere Schulungen vor Ort wirst du zu einem richtigen Schlafexperten und kannst so unsere Bestandskunden nach einer ausführlichen Bedarfsanalyse rund ums Thema Schlafen hauptsächlich telefonisch aber auch vor Ort in unserem Store beraten.

DEIN PROFIL

Noch keine Erfahrung, aber du denkst du hast es drauf? Kein Problem!

Worauf WIR Wert legen:

    Du bist freundlich, offen und motiviert dich in ein neues Themengebiet einzuarbeiten.
    Du hast ein geisteswissenschaftliches Studium als Bachelor oder Master abgeschlossen und hast nun Lust in die Berufswelt einzusteigen
    Du bist kommunikativ, verfügst über viel Feingefühl und Geduld gegenüber unseren Kunden
    Du begeisterst Kunden und hast Freude daran, Kunden bei Problemen zu ihrer Bestellung zu helfen.
    Als Vertriebsgenie hast du Spaß Kunden zu beraten und ihnen das beste Produkt zu verkaufen.

Du hast sehr gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift

WAS WIR DIR BIETEN:

    Viel Freiraum für Deine persönliche Entwicklung
    Lichtdurchflutetes Top-Floor-Office mit Dachterrasse in attraktiver Lage […]
    Faires Gehalt und flexible, erfrischende Arbeitsatmosphäre inklusive Verpflegung
    Kleine Firmenevents und Tischkicker für die Mittagspause

Interessiert? Dann schicke uns deine aussagekräftige Bewerbung inklusive Motivationsschreiben mit Gehaltsvorstellung und frühestmöglichem Einstiegstermin, tabellarischem Lebenslauf und Zeugnissen an: […]

Nein, hier werden keineswegs „Schläfer“ gesucht; es handelt sich um „Schlafexperten“! Als „BWLer“ mag man für die Aufgabenstellungen ja noch gewisse Eignungen und Qualifikationen mitbringen, aber was, bitte schön, soll ausgerechnet ein „Redakteur oder IT-ler“ [sic!] dort? Im übertragenen Sinn Zeit verschlafen?

Wenn außerdem ein Test zur beruflichen Eignung ergibt, dass man sich am besten als „König von Spanien“ eignet, kann das nur zu Lachanfällen führen, wie das YouTube-Video „Career Aptitude“ der britischen Komikergruppe The Hollow Men zeigt:

 
(Siehe hier beispielsweise auch „Korrekturassistenten gesucht“, und dass die inzwischen ausschließliche Verwendung des Begriffs „Job“ den Wandel des Arbeitsmarkts zutreffend beschreibt, wurde in „Jobs“ behandelt!)

Angst versus Glück

Zitate über Angst versus Glück bzw. Liebe

Die Kraft zur Angst und die zum Glück sind das gleiche, das schrankenlose, bis zur Selbstpreisgabe gesteigerte Aufgeschlossensein für Erfahrungen, in der der Erliegende sich wiederfindet.

(Aus Theodor W. Adorno: Minima Moralia, Frankfurt am Main 1951)

Man liebt dann, wenn man vor dem anderen nicht mehr fliehen will, obwohl man ahnt, dass dieser unmögliche Forderungen stellen wird.

(aus Wilhelm Genazino: Ein Regenschirm für diesen Tag, München 2001)

Bei fast allen Lebewesen sitzen Furcht und Neugier fast genau an der gleichen Stelle.

(aus Peter Høeg: Fräulein Smillas Gespür für Schnee, München 1994)

Dahinter steckt sicher die dumpfe Ahnung, dass mit der Liebe etwas kommt, was das eigene Ich nicht etwa stärkt, sondern aufzehrt, etwas verbraucht, statt etwas hinzuzufügen. Hinzugefügt wird höchstens Verantwortung, die irgendwann da ist, wenn ich länger mit einem Menschen zu tun habe. Auch das macht Angst.

(Bodo Kirchhoff über Nützlichkeitsüberlegungen im Single-Dasein in einem Interview in der Frankfurter Rundschau von Pfingsten 2015)

Nicht im Genuß besteht das Glück, sondern im Zerbrechen der Schranken, die man gegen das Verlangen errichtet hat.

(Donatien-Alphonse-François, Marquis de Sade, zugeschrieben)

Ich fürchte, meine Angst vor der Trauer ist stärker als mein Appetit auf das Glück.

(aus Roger Willemsen: Kleine Lichter, Frankfurt am Main 2005)

Liebe richtet den Blick nach vorne, Hass den Blick zurück. Angst hat überall Augen im Kopf.

(Autor unbekannt)

(Wird, je nach Funden, unregelmäßig ergänzt; Kommentare und weitere Zitate zum Thema „Angst versus Glück bzw. Liebe“ sind selbstverständlich auch erwünscht. Siehe hier auch „Einsamkeit und Alleinsein“!)

Favorite Was Sie schon immer (nicht) wissen wollten (12)

Der Bundesnachrichtendienst BND — ein Kind der NS-Zeit

Dieser Tage wird viel über den Bundesnachrichtendienst gesprochen. Doch wussten Sie, dass dessen Ursprünge in der Zeit des Nationalsozialismus’ liegen?

Der Bundesnachrichtendienst (BND), seine Verwicklung in die globale Überwachungs- und Spionageaffäre und seine Zusammenarbeit mit der National Security Agency (NSA) sind schon länger Thema der mehr oder weniger interessierten öffentlichen Wahrnehmung (siehe hier auch „Abhörskandal, war da was?“) und der mehr oder weniger gründlichen Aufarbeitung. Spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden, der die enge Zusammenarbeit zwischen NSA und BND und zugleich den Aspekt der Wirtschaftsspionage offenlegte (siehe hier auch „Ein Bett für Edward Snowden“), aber handfeste Affären um den BND gab es auch schon vorher! Zur zusätzlichen Aufklärung soll nun einmal über die Geschichte des BND, der tatsächlich ein direktes Kind aus der Zeit des Faschismus in Deutschland ist und dessen Wurzeln sogar bis in den Ersten Weltkrieg zurückreichen, berichtet werden.

Ein früher Vorläufer des BND: Fremde Heere Ost

Entstanden ist der BND aus der „Abteilung Fremde Heere“, einer im Ersten Weltkrieg eingerichteten Dienststelle zur Bewertung der Feindeslage. Sie wurde zwar nach dem Krieg offiziell aufgelöst, aber unter dem Tarnnamen „Heeresstatistische Abteilung“ als „Abteilung T 3“ des Truppenamtes der Reichswehr weiterbetrieben. 1931 erfolgte die offizielle Rückbenennung in Abteilung Fremde Heere. 1938 wiederum fand eine interne Umstrukturierung statt, die zur Aufteilung in zwei getrennte Abteilungen des Generalstabs, nämlich in „Fremde Heere West“ und in „Fremde Heere Ost“ (FHO) führte. Letztere wurde von 1942 bis April 1945 von dem Generalmajor der Wehrmacht und NSDAP-Mitglied Reinhard Gehlen geleitet und hatte die Aufgabe, durch ein Agentennetz im Feindgebiet und durch Folter von Kriegsgefangenen Informationen über die Sowjetunion zu sammeln und auszuwerten. Und Gehlens Karriere wiederum war, wie die vieler Nationalsozialisten, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Zusammenbruch des Faschismus in Deutschland keineswegs zu Ende!

Reinhard Gehlen und seine Vorarbeit

Bundesarchiv Bild 183-27237-0001, Reinhard Gehlen

Reinhard Gehlen (Autor: Bundesarchiv)

Bereits ab Oktober 1944 plante Gehlen für die Zeit nach dem Krieg und dem Nationalsozialismus. Er entwickelte die Hypothese, dass sich die Westmächte eines Tages gegen den Verbündeten Sowjetunion wenden würden, was sich später als richtig erwies und schließlich zum Kalten Krieg führte. Gleichzeitig kam er zu dem Schluss, dass die USA die von ihm und seinen engsten Mitarbeitern vergrabenen Dokumente im Kampf gegen eine vermutete kommunistische Expansion benötigen würden. Sein weiterer (Hinter)gedanke war, sich selbst und seine Mitarbeiter vor der Gerichtsbarkeit der Alliierten und besonders vor der Auslieferung an die Sowjetunion zu schützen. Dabei kam ihm entgegen, dass die Westmächte dort selbst keine Agenten besaßen.

Der Vorläufer des BND: die Organisation Gehlen

Reinhard Gehlen 1945

Reinhard Gehlen in seiner Kriegsgefangenenakte 1945 (Autor: United States Army Signal Corps)

1945 schaffte das US-Militär diese Unterlagen ins Document Center nach Frankfurt-Höchst und entzog Gehlen und seine Mitstreiter einer Verhaftung. Im selben Jahr wurden sie in die USA geflogen und, wie andere Experten, unter anderen dem Raketenforscher Wernher von Braun und die Atomphysiker um Otto Hahn, dort zum Debriefing in Gewahrsam genommen. Schließlich wurde Gehlen im Juni 1946 zurück nach Deutschland und nach Camp King in Oberursel im Taunus, das ab 1945 als Kriegsgefangenenlager und der Nutzung durch den US-amerikanischen Geheimdienst Office of Strategic Services (OSS) diente, zurückgebracht.

Im Juli 1946 wurde vom US-amerikanischen Heeresnachrichtendienst G-2 Section die zunächst durch die USA finanzierte „Organisation Gehlen“ gegründet, deren Chef Gehlen zum Jahresende 1946 wurde. Dabei war es ihm gelungen, eine große Anzahl der noch lebenden Mitglieder seiner früheren Dienststelle, darunter viele ehemalige SS-, SD- und Gestapo-Offiziere, zu rekrutieren, auch weil sie in ihrer neuen Stellung mit einer neuen Identität versehen werden würden. Mit deren Hilfe schaffte er es schnell, die Organisation Gehlen zu professionalisieren.

Pullach und die CIA

Die US-Amerikaner betrieben den neuen Geheimdienst zunächst als Dienststelle der US-Armee. Ab dem 6. Dezember 1947 wurde die Organisation in der ehemaligen, von 1936 bis 1938 für die NS-Elite gebauten „Reichssiedlung Rudolf Heß“ in Pullach untergebracht, weil Camp King zu klein geworden und die Geheimhaltung hinter den hohen Mauern in Pullach besser zu gewährleisten war. Am 1. Juli 1949 übernahm die im Jahre 1947 gegründete Central Intelligence Agency (CIA) die Organisation Gehlen.

Reinhard Gehlen und der BND

CIA 689596 0002

CIA-Bericht von 1952 über die Gründungsgespräche des BND (Autor: CIA)

1951 begann in Deutschland die Diskussion über die Einrichtung eines oder mehrerer Nachrichtendienste auf Bundesebene. Am 1. April 1956 schließlich, gleichzeitig übrigens mit der Gründung der Bundeswehr, wurde die inzwischen mehrere Tausend Mitarbeiter zählende „US-Spionagefiliale“ der Organisation Gehlen in die Bundesrepublik Deutschland übernommen und erhielt den heutigen Namen „Bundesnachrichtendienst“. Pullach blieb Standort und Gehlen wurde deren erster Präsident — und blieb es bis 1968!

Er starb 1979 unbehelligt am Starnberger See. Vor seinem Tod soll er noch dem engsten Mitarbeiter des ehemaligen SS-Obersturmbannführers und während der Zeit des Nationalsozialismus’ und des Zweiten Weltkriegs als Leiter des für die Organisation der Vertreibung, Deportation und Ermordung der Juden zuständigen Adolf Eichmann, dem in Israel und Österreich steckbrieflich gesuchten Alois Brunner, zur Flucht nach Syrien verholfen haben, zudem galt er als enger Freund von Gerhard Frey, Herausgeber der rechtsextremen National-Zeitung und Gründer und Vorsitzender der rechtsgerichteten, nationalistischen Kleinpartei Deutsche Volksunion (DVU).

Nachtrag vom 3. Juli 2015: Und da wir gerade bei überzeugten Nationalsozialisten sind, sollte hier nicht verschwiegen werden, dass auch der als „Schlächter von Lyon“ bekannte und lange Zeit als Kriegsverbrecher gesuchte Klaus Barbie von 1966 an für mindestens ein Jahr dem BND als Informant diente!

Fazit und weitere Verweise

Wer sich mehr für dieses Thema interessiert, dem sei beispielsweise der ungewohnt transparente BND-Artikel „Die Geschichte des BND“ empfohlen, und wenn wir heute, am 8. Mai, dem Ende des Zweiten Weltkriegs gedenken und die Befreiung von Faschismus und Krieg feiern, zeigt uns dieses Beispiel, dass diese verhängnisvolle Zeit keineswegs so lange vorüber ist, wie es manche Menschen glauben. Und wer weitere Beispiele dafür lesen mag, dem sei hier „Was Sie schon immer (nicht) wissen wollten (10)“ und „Unser Globus“ ans Herz gelegt.

Wen interessiert, wie häufig rechtsextreme Einstellungen noch verbreitet sind, lese „Ausländer“ und „Der Nazi in uns“!

Was Sie schon immer (nicht) wissen wollten (11)

Meistersterne: Warum Bayern München keinen neuen erhält

Stern mit Zahl 5

Nein, den fünften Meisterstern bekommen die Bayern nicht! (Microsoft Clip Art)

Seit dem letzten Sonntag ist der FC Bayern München zum 25. Mal deutscher Fußballmeister. Und erneut vorzeitig. Einen neuen Meisterstern wird der Verein dennoch nicht erhalten! Warum das so ist und wie Meistersterne in Deutschland, im Ausland und bei Europa- und Weltmeisterschaften vergeben werden, wird hier erklärt. Und von Ausnahmen im Frauenfußball berichtet.

Kein neuer Meisterstern für die Bayern

Der Fußballverein FC Bayern München ist seit letztem Sonntag, dem 26. April, zum 25. Mal deutscher Meister, und dies erneut vor Ablauf der Bundesligasaison: Er kann bis zum Ende der Spielzeit nicht mehr eingeholt werden. Einen zusätzlichen, nämlich den fünften Meisterstern auf ihrem Trikot, werden die Münchener dafür aber nicht erhalten und 25 Meistersterne gehen gar nicht. Warum eigentlich?

DFL und DFB: Meistersterne in Deutschland

Der Grund dafür ist etwas kompliziert. Hierzulande existieren zwei verschiedene Systematiken, nach denen Meistersterne vergeben werden. Eine Regelung wurde von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zur Saison 2004/05 eingeführt und gilt nur für diejenigen Vereine, die sich derzeit in den Bundesligen befinden. Eine zweite Regelung wurde vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zur Saison 2005/06 eingeführt. Diese Regelung wird von der DFL allerdings abgelehnt und gilt daher nur für Vereine außerhalb des direkten Einflussbereichs der DFL, also für Vereine, die sich derzeit in der 3. Liga oder darunter befinden.

Unter die DFL-Regelung fallen nur Meistertitel, die in der Fußball-Bundesliga seit deren Einführung 1963 errungen wurden. Die Vergabe der Meistersterne ist klar geregelt, wenngleich willkürlich festgelegt, da die deutsche Bundesliga in ihrer Geschichte neben einer dominierenden Mannschaft, dem FC Bayern München, mehrere Vereine mit einer vergleichsweise geringen Anzahl an Meistertiteln aufweist. Diese Regelung sieht vor, dass ab drei Meisterschaften (bislang der Hamburger SV, Werder Bremen und der VfB Stuttgart) ein Meisterstern vergeben wird, ab fünf (bislang Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund) zwei Sterne, ab zehn drei Sterne und ab zwanzig Meistertiteln vier Sterne, wobei diese vier die Obergrenze für die Meistersterne sind. Sollte diese Regel nicht gekippt werden, wird also kein Stern auf den Trikots des Rekordmeisters hinzukommen — ein kleiner Trost vielleicht für diejenigen, denen jede Meisterschaft der Bayern eine zu viel ist!

Meistersterne in anderen europäischen Fußballligen

In der Mehrheit der europäischen Fußballligen, beispielsweise in den Verbänden in Belgien, Bulgarien, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, der Schweiz, Schottland, Serbien und Ungarn, wird die Regelung deutlich einfacher gehandhabt: Dort gibt es für zehn Meisterschaften einen Stern, für 20 zwei, für 30 drei usw. Die Verbände aus England, Kroatien, Spanien und Tschechien verzichten hingegen ganz auf die Vergabe von Meistersternen. Und in Brasilien übrigens gibt es keine einheitliche Regelung, sodass jeder Fußballverein eigene Regeln einführen darf.

Kontinentale und Weltmeisterschaften

Für kontinentale Meisterschaften werden, mit Ausnahme Afrikas, keine Meistersterne verliehen, also auch nicht für die Gewinner der Europameisterschaft. Bei den Fußball-Weltmeisterschaften ist die Vergabe der Meistersterne ebenso einfach wie bei der Regelung für nationale Meisterschaften außerhalb Deutschlands: Jeder Fußballweltmeister erhält für jede errungene Weltmeisterschaft einen Stern, wobei die deutsche Nationalmannschaft die Sterne erst seit der Qualifikation für die Europameisterschaft 1996 auf den Trikots trägt, die brasilianische dagegen ist schon seit der Weltmeisterschaft 1974 mit drei Sternen auf dem Trikot zu sehen.

Ausnahmen im Frauenfußball

Interessant dürften die Ausnahmen im Frauenfußball sein, nach denen es bei einigen Landesverbänden, deren Nationalmannschaften der Frauen noch keinen Weltmeistertitel gewinnen konnten, diese auf ihren Trikots die Weltmeistersterne der Männer tragen, wie etwa bei denen in Brasilien, Frankreich oder Italien. Auch die deutsche Frauen-Nationalmannschaft trug bis zu ihrem ersten Titelgewinn 2003 die bis dahin drei Sterne der Männer und erst ab dem zweiten von 2007 ihre eigenen zwei Meistersterne!

Verweise zum Thema

Meisterstern in der Wikipedia.
Siehe hier beispielsweise auch „EM-Qualifikation bei RTL“, Endspiele“ und „Fahnen“.

Einfache Fahrt

Es vergeht kaum noch ein Tag, an dem nicht über Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer beichtet wird. Tausende von Toten sind inzwischen zu beklagen. Die italienische Gruppe Canzionere Grecanico Salentino hat ein herzzerreißendes Lied mit einem ebensolchen Video dazu veröffentlicht: „Solo andata“, eine einfache Fahrt — ohne Rückfahrkarte!

Flüchtlingsströme ohne Ende! Im Mittelmeer enden sie nicht selten in Katastrophen; es vergeht inzwischen kaum noch ein Tag, an dem wir nicht über oft bis zu Hunderte von Toten informiert werden. Tausende dürften es insgesamt sein: Bootsflüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa kommen (wollen), die aus Verfolgung, Not und Elend fliehen und nur eine einfache Fahrt aufnehmen — ohne Rückfahrkarte. Und es lassen sich nur die zählen, die in Europa angekommen sind — egal, ob lebend oder tot. Und gleichzeitig kentert mit den Booten auch unsere Menschlichkeit!

Canzionere Grecanico Salentino, 1975 gegründet, gilt als ältestes italienisches Ensemble für traditionelle Musik. Es ist in Lecce auf der Halbinsel Salento in Apulien, dem „Absatz“ des italienischen „Stiefels“, beheimatet. Mit „Solo andata“ (deutsch: einfache Fahrt) haben sie ein herzzerreißendes Lied nach einem Text von Erri De Luca und der Musik von Daniele und Mauro Durante über die Bootsflüchtlinge geschrieben, und das Video dazu ist ebenso herzzerreißend. Der Text in einer wahrscheinlich nicht ganz so geglückten Übersetzung des Autors:

Solo andata — Einfache Fahrt

Wir, die Unzählbaren, verdoppeln jedes Schachbrett,
wir pflastern euer Meer mit so vielen Körpern, dass ihr darauf gehen könnt.

Ihr könnt uns nicht zählen: Wenn ihr es versucht, multiplizieren wir uns,
wir Kinder des Horizonts, der uns verkehrt herum ausspült.

Kein Polizist kann uns mehr missbrauchen
als wir nicht schon erlitten haben.

Wir werden euch als eure Diener dienen, als Kinder, die ihr nie hattet,
unsere Leben werden eure Abenteuergeschichten sein.

Wir bringen Homer und Dante mit, den Blinden und den Pilgerer,
den Duft, den ihr verloren habt, die Gleichheit, die ihr unterdrückt.

Wie groß auch immer die Entfernung, Millionen von Schritten, wir kommen,
wir sind die Füße und wir tragen euer Gewicht.

Wir schaufeln den Schnee, rechen den Rasen,
klopfen eure Teppiche, ernten eure Tomaten und Beschimpfungen.

Wir sind die Füße und wir kennen jeden Schritt,
wir sind die Roten und Schwarzen der Erde,

das Überseegebiet der ausgetretenen Sandalen,
der Blütenstaub und das Pulver im Wind heute Abend.

Einer von uns sagte in unserem Namen:
„Du kannst mich nicht loswerden.

Ja, ich werde sterben,
aber in drei Tagen werde ich auferstehen und wiederkommen.“

[Gesprochen:] Umarmt vom Mittelmeer,
Flüchtlinge aus Afrika und dem Osten
sinken in die Niederungen der Wellen.
Der Sack mit Samen, den sie von Zuhause brachten,
verstreut zwischen Seegras und Haaren.
Ausgetrockneter Boden in Italien ist ein Land ohne Entkommen,
wir lassen sie ertrinken um sie zu überfluten.

(Text: Erri De Luca)

Das Video im italienischen Original mit englischer Untertitelung:

 
Weitere Verweise zum Thema:
Petition auf change.org: Stoppt das Sterben auf dem Mittelmeer!
Dossier „Massengrab Mittelmeer“ mit zahlreichen Text- und Bildbeiträgen.
Siehe hier auch weitere Beiträge aus der Kategorie „fremd“ und dort besonders das Gedicht „Fremde“!

Favorite Unterbewertete Inhalte fördern

Wie sich mit einfachen Mitteln alte Blog-Einträge aus dessen Tiefen hervorholen lassen

Wer ein Weblog beginnt, kennt das: Man stellt Inhalte ein, hat aber meist noch wenig oder keine Besucher, die diese Inhalte lesen. So verschwinden diese Einträge in den Tiefen des Blogs. In den Augen der Betreiber sind das oft unterbewertete Inhalte. Sie präsenter zu machen, dafür gibt es Abhilfen!

Deprimierter Mann vor Rechner

Mist: so viele unterbewertete Inhalte und schon wieder keine Kommentare! (Microsoft Clip Art)

Juhu, das eigene Weblog ist fertig eingerichtet! Ein ansprechendes und persönliches Design und Layout, ein Theme in der Bloggersprache, das, je nach Kenntnissen, noch zusätzlich personalisiert wurde, mit übersichtlicher und lesbarer Typografie wurde ausgewählt — und nun geht es an die ersten Inhalte. Um dabei nicht nur für die zukünftige Leserschaft aufzufallen, sondern sich eventuell auch gleich bei den Suchmaschinen „einen Namen zu machen“, neigen viele dazu, in den ersten Beiträgen außergewöhnliche und besondere Inhalte einzustellen. Doch leider stellt sich bald heraus, dass selbst diese in den eigenen Augen „genialen“ Beiträge nicht so recht ankommen, sodass man weiter neue Inhalte produziert und die älteren naturgemäß in den Tiefen des Weblogs verschwinden, aus denen sich spätere Leserinnen und Leser nicht mehr die Mühe machen werden, sie hervorzuholen, um sie entsprechend zu würdigen. In den Augen der Betreiber sind das oft unterbewertete Inhalte. Gleiches gilt natürlich auch für Leute, die ihren Inhalten nicht unbedingt Genialität unterstellen, weil sie eher „aus Spaß an der Freude“ bloggen: Auch sie werden es irgendwann schade finden, wenn alte Inhalte in den Tiefen verschwinden, ohne so recht bemerkt worden zu sein.

Das hat drei Gründe:

    1. Das neue Blog hat noch kein Publikum und ist
    2. noch nicht in den Suchmaschinen präsent.
    3. Sowohl Suchmaschinen als auch das Publikum haben die Neigung, nur an neuesten Inhalten interessiert zu sein.

Sind, wie meist so eingerichtet, auf der Startseite die aktuellsten fünf oder zehn Beiträge sichtbar, schaut das Publikum, ruft es diese Homepage auf, eventuell noch einmal kurz über die zweite Seite, selten bis nie aber weiter nach hinten. Gelangt es durch einen Treffer einer Suchmaschine oder vielleicht auch durch eine Empfehlung anderer auf einen einzelnen Eintrag, wird dieser meist nur nach Relevanz beurteilt und gelesen. Findet es das Ergebnis hilfreich oder sympathisch, wird eventuell noch ein Kommentar hinterlassen, und schon ist es wieder weg. Es dauert, bis sich eine feste Leserschaft gebildet hat, aber inzwischen sind, sagen wir mal: etwa 90 oder 95 von 100 Einträgen für diese quasi „verschwunden“! Und je länger man sein Weblog führt, je mehr Monate und Jahre zu den Archiven hinzukommen, um so größer wird deren Anzahl!

Doch es gibt einfache Möglichkeiten, unterbewertete Inhalte wieder so hervorzuheben und zu fördern, dass sie nun eine entsprechende Würdigung erfahren können.

Aktualisierung von alten Beiträgen

Eine einfache Möglichkeit, unterbewertete Inhalte neu aufzubereiten, ist, sie zu aktualisieren. Natürlich kann man einfach nur den Zeitstempel, den Timestamp erneuern, indem man das aktuelle Datum eingibt, und den Eintrag „neu“ einstellen. Hierbei sollte allerdings ein Plug-in, eine Erweiterung, eingesetzt werden, das Suchmaschinen über die Änderung des Veröffentlichungsdatums informiert, besonders dann, wenn das Datum Teil des Uniform Resource Identifier (URI, die Internetadresse) des Beitrags ist, weil sonst auf die bisher bekannte URI verlinkt wird, die nun nicht mehr gefunden werden kann, was eine Error-404-Fehlermeldung provoziert: Seite nicht gefunden!

Weitaus sinnvoller ist es jedoch, nicht nur das Datum, sondern den Inhalt selbst zu aktualisieren und ein „Zuletzt aktualisiert am [aktuelles Datum]“ in den Eintrag einzufügen. Zusätzlich kann man diesen manuell an die oberste Stelle seines Blogs setzen, wozu keine Datumsaktualisierung notwendig ist. Wer aber beispielsweise Ratgeber- oder andere fachspezifische Weblogs betreibt, kann nach neuen, bei der Erstveröffentlichung noch nicht berücksichtigten, weil noch nicht vorhandenen Quellen, Artikeln, Produkten usw. Ausschau halten, diese in den alten Eintrag einarbeiten und ihn dann mit aktuellem Datum als „neu“ einstellen, wobei er automatisch an die oberste Stelle rückt. Zusätzlich kann man die neue, aktualisierte Version im alten Beitrag verlinken, falls dieser nicht gelöscht wird, womit wir bei den internen Verweisen sind.

Interne Verweise

Wer beispielsweise auch noch in sozialen Netzwerken aktiv ist, hat damit die Möglichkeit, mittels externer links auf das Weblog zu verweisen. Eine weitere Methode, unterbewertete Inhalte in den Blickpunkt zu rücken und zusätzlich das Publikum auf seinen Seiten zu halten, ist, interne Verweise zu schaffen, also links auf ähnliche Inhalte in die Beiträge einzubauen. Für Leserinnen und Leser sind Kategorien oder Schlagworte (tags), unter denen Inhalte veröffentlicht wurden, selten interessant; viel wichtiger sind auch schon vom Linktext (der Text, der statt der URI erscheinen soll) her gut erkennbare Verweise, die einen größeren „Mehrwert“ darstellen, besonders dann, wenn sie nicht nur aus dem Wörtchen „hier“ oder aus „finden Sie hier“ bestehen!

Erlaubt sind bei dieser Möglichkeit sowohl Verweise im Text selbst als auch Listen „zum Weiterlesen“ oder „ähnlicher Beiträge“ am Ende desselben. Zudem gibt es Erweiterungen, die sich bei Plug-in-Suchen nach beispielsweise „related content“ oder „popular posts“ finden lassen, auf die aber nicht eingegangen, weil hier zu „Handarbeit“ angeregt werden soll.

Verweise in Widgets

Fast immer haben Weblogs sogenannte Sidebars mit den Widgets, am besten mit „Komponenten einer Benutzeroberfläche“ zu übersetzen, die entweder links, rechts oder unten angeordnet und unter denen, je nach Einrichtung, beispielsweise die Kategorien, Schlagwörter und Archive sowie die letzten Einträge und Kommentare gelistet sind. Zudem steht ein Textfeld zur Verfügung, das sich individuell nutzen lässt, von dem aber viel zu wenig Gebrauch gemacht wird. Hierin lassen sich nämlich nicht nur freier Text, etwa das Motto des Blogs, sondern auch Weblinks platzieren!

So schiebe man das Textfeld an die gewünschte Stelle und füge etwa unter der Überschrift „Unterbewertete Inhalte“ seine eigene Auswahl ein (natürlich nicht als vollständigem Text, sondern als URI!), die am besten periodisch ersetzt wird. Sowohl die Überschrift als auch die Art der verlinkten Beiträge kann man natürlich persönlich anpassen, und, sofern vorhanden, hilft eine Übersicht über die aufgerufenen Seiten im Administrationsbereich (Dashboard) des Weblogs dabei, diese nach Nachfrage zu sortieren.

Es gibt zwar Erweiterungen, die Widgets nach meistgelesenen oder -aufgerufenen Inhalten generieren, oder auch spezielle Analysewerkzeuge für die Traffic- oder Protokolldateien-Auswertung, aber hier soll zu, siehe oben, „Handarbeit“ angeregt werden.

Beiträge „sticky“ machen

Beim Aufsuchen jedweder Internetpräsenz landet man allermeist auf der Startseite, es sie denn, dass man über eine Suche einem deep link folgt, also direkt „tief“ innerhalb der Präsenz auf einer bestimmten Seite landet. Inhalte auf der Homepage und besonders solche, die ganz oben stehen, werden erfahrungsgemäß am meisten gelesen. Auch hat man nicht immer und jeden Tag, jede Woche oder jeden Monat Material zu veröffentlichen. Warum nicht also unterbewertete Inhalte von ganz hinten sticky machen, sie also oben auf der Startseite zu halten, um damit als erwünschtem Nebeneffekt auch Zeiten von Abwesenheit zu überbrücken und mitzuteilen, dass sich trotzdem „etwas tut“?

Dazu wird entweder im Beitrags-Erstellungs- und -bearbeitungsfenster des entsprechenden Inhalts in der rechten Spalte die „Sichtbarkeit“ durch Klick auf „Bearbeiten“ geöffnet und „Beitrag auf der Startseite halten“ ausgewählt oder im Übersichtsfenster aller Beiträge unter dem ausgewählten Inhalt „Quick Edit“ geöffnet, unter „Status“ „Diesen Beitrag oben halten“ angekreuzt und schließlich aktualisiert. Je nach Theme werden diese Einträge zusätzlich „ausgezeichnet“, was in der Typografie heißt, dass sie besonders hervorgehoben werden, beispielsweise durch Hinterlegung mit einer farbig abgesetzten Fläche, wie hier auf der Startseite zu sehen.

Diese Möglichkeit, unterbewertete Inhalte „künstlich“ oben auf der Startseite zu halten, empfiehlt sich nicht unbedingt für sämtliche unterbewerteten Inhalte, zumindest nicht für alle auf einmal! Und nicht für allzu lange! Da Kontinuität auch schnell langweilig erscheinen kann, ist es sinnvoll, sie je nach Besucherfrequenz wöchentlich oder spätestens nach ein, zwei Monaten zu wechseln.

Fazit und externer Verweis

Nur die (aller)größten Fans gehen auch einmal zurück in die Anfänge des Weblogs und würdigen die dortigen Einträge. In unterschiedlicher Form und Auswirkung, auch auf die eigene Mitarbeit und Kreativität, sind all diese Methoden geeignet, in den eigenen Augen unterbewertete Inhalte auch für die unregelmäßige Leserschaft zu fördern. Finden sie selbst dann keine erhöhte Beachtung, kann man sie nur dort belassen, wo sie sich schon befinden: in den Tiefen des Weblogs!

Ein sehr hilfreicher und lesenswerter, allerdings englischsprachiger Eintrag, der zudem zur Erstellung dieses Beitrags animierte, stammt von Shaun Quarton: „How to promote under-appreciated, old blog content“ auf Torque — WordPress News, WP Community Experts | @thetorquemag. Und wen es interessiert: „Warum ich es jetzt auch mit Bloggen versuche“, der allererste Eintrag hier vom 27. Januar 2009.