Was Sie schon immer (nicht) wissen wollten (7)

Digital

Das Eigenschaftswort „digital“ ist ein Wort unserer Zeit. Sollte man meinen. Aber wussten Sie, dass es ursprünglich aus dem medizinischen Bereich kommt? Und in dem Sinn, in dem wir es heutzutage meist verwenden, aus dem Englischen?

Statue in Bremen

Nein, das ist kein Stinkefinger; das legt nur die Perspektive nahe! (Statue in Bremen, Autor: Rami Tarawneh/Wikimedia Commons)


Das Eigenschafts- bzw. Beiwort (Adjektiv) „digital“ wurde im Deutschen zunächst im medizinischen Bereich verwendet, wo es im Sinne von „mithilfe des Fingers“, „mit dem Finger“ oder „den Finger betreffend“ gebraucht wurde. In dieser Bedeutung handelt es sich um eine Entlehnung aus dem Lateinischen, nämlich des Wortes digitalis, einer adjektivischen Ableitung des Hauptworts (Substantivs) digitus für „Finger“.

Eine in der deutschen (und englischen) Sprache weitaus größere Verbreitung fand „digital“ aber in einer anderen Bedeutung: In der Technik und in der Datenverarbeitung steht es etwa für „zahlenmäßig“, „ziffernmäßig“, „in Stufen erfolgend“ und kann für sogenannte „wert- und zeitdiskrete Signale“ oder die Anzeige eines Messinstrumentes (beispielsweise einer Uhr) mittels Ziffern oder Zeichen stehen. In dieser Form ist das Wort in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus dem Englischen digital übernommen worden, das eine Ableitung des Substantivs digit in seiner Bedeutung „Ziffer“ ist. Wobei, nebenbei bemerkt, das englische „digit“ u. a. auch für „Finger“ stehen kann, wobei wir nun wieder am Anfang und bei den Fingern wären.

Aber nicht, dass Sie dem Autor nun einen von diesen zeigen!

(Quellen: der Newsletter der Duden-Sprachberatung vom heutigen Tag, die Wikipedia-Begriffserklärungsseite „Digital“ und „digit“ im Englisch-Deutsch-Wörterbuch von leo.org)

EM-Qualifikation bei RTL

Liebe Leute vom RTL,

mit Enttäuschung muss ich leider Feststellen, dass ihr euch entschlossen habt, keinen Livestream des Europameisterschafts-Qualifikationsspiels Polen gegen Deutschland anzubieten.

Meinen Augen vermeinte ich schon kaum zu trauen, als ich laß, dass RTL die Übertragungsrechte für die Qualifikationsspiele mit der deutschen Fußballnationalmannschaft eingekauft hat. Es konnte einem Übles schwanen, was sich nun bestätigt hat: Man kann das Spiel zwar bei RTL im Fernsehen verfolgen, aber nicht als Livestream, den bisher sämtliche öffentlich-rechtlichen Sender abgeboten hatten. Und wenn, muss man bei euch 1,79 Euro dafür berappen!

Habt ihr sie noch alle? Reichen euch eure ganzen sonstigen Werbeeinahmen nicht mehr? Da gehen euch nun außer mir sicher einige hundert, wenn nicht Tausende von Leuten verloren, die über keinen Fernseher verfügen oder gerade nicht darauf zugreifen können und die nun eure ganzen Werbeeinblendungen nicht verfolgen können, auf die wir uns so gefreut haben.

Und auf das Spiel natürlich auch!

Ode an Paris

– während ich an die Fahrt und an Max denke

Ich war nur Gast in dieser Stadt
Wir wurden nur bestellt um Möbel zu holen

Ich fand Paris – ein Häusermeer, eine Lichterstadt
Deine Weite überfliege ich vom Montmartre
wo Sacré-Cœur sein Auge über die Stadt wirft

Der Dunst, der Dich einhüllt, macht Dich groß … und weit

Je t’aime, ma belle cité

Allein auf dem Friedhof du Père-Lachaise suche ich ein Grab
Zwischen all dem Prunk ein flaches Grab
verwelkte Blumen, ohne Name

This is love street

Friedhofsgärtner lachen und scherzen

Wishing you were here

Später – ein café-calva, eine Zigarette mit Blick auf die Straße
wo müde Fahrer
versunken in Gedanken, Unterhaltungen, Träumen, im Rausch
zur gleichen Zeit ihrem Ziel zustreben
Fußgänger: frei, furchtlos und überall

Welches Ziel scheint es zu sein? Niemand leidet …

Ein kurzes Gespräch, ein kurzer Blick zwischen uns / Vibrations
weiter geht es – vorbei an den bekannten Häusern und Kirchen
in denen Touristen den Staub abwischen

Ein goldenes Tor lädt uns ein zu einem Gang
durch vergangene Zeiten. Ludwig XIV. feierte hier seine Orgien
Sterbende Menschen auf niemals sterbenden Treppen

Meine Gedanken kreisen um Dich
wie Mücken um eine Kerze
Aber du läßt mich nicht viel denken

„Na, Ron, an was denkst du?“

Tu me ne fait pas chier!

Auf dem Heimweg begleitet uns la tour Eiffel
Bis uns die untergehende Sonne in rosa Licht
verzaubert

und wir Paris nur noch
als Erinnerung in Gedanken sehen
und du wieder ein Gespräch anfängst

(Ursprüngliche Rechtschreibung beibehalten.)

Vibrations

Vibrations oder Vibes oder sensed out oder Telepathie sind außersinnliche Schwingungen von einer Person zur anderen, zeit-, raum- und sprachunabhängige Übertragungen von Gedanken oder Gefühlen. Sie können kaum bewußt herbeigeführt werden; auch nicht immer werden Vibrations durch tiefen Blick in die Augen erreicht. Sie werden der Parapschychologie zugezählt.

Bei uns beiden waren sie plötzlich da
wie die Sonne nach einem Gewitter
öffnet die Weite meiner Seele
und tanzt hilflos umher
Hilflose Augen treffen sich im Raum
jenseits allen Vorstellungsvermögens
Aber keiner getraut sich anzufangen
Türen zu öffnen zu Gefilden
neuem menschlichen Zusammenlebens
mit Sex in seinem Zentrum
und Freiheit an den Seiten

Aber –
Probiere es selbst!
Es sind genug Worte verloren
die verklingen in einer unendlichen Musik
die sich in deinem Lächeln spiegeln
und reisen zu dem Geräusch des Wiedersehens

(Ursprüngliche Rechtschreibung beibehalten.)