Godehard Giese

Ein Mann des unsichtbaren Wirkens

Ich möchte Ihnen von einem Mann erzählen, von Godehard Giese. Er ist ein Mann des unsichtbaren Wirkens. Falls Sie nun oder nach der Lektüre dieses Berichts vorhaben, einmal im Internet nach ihm zu suchen, werden Sie vielleicht einige Hinweise auf ihn finden, oder sie kommen gleich auf den deutschen Schauspieler selbigen Namens, doch ich versichere Ihnen, dass es sich dabei nicht um unseren Godehard Giese handelt! Unserer hinterlässt keine Spuren, auch nicht im Internet, er wirkt nämlich im Unsichtbaren!

Wie er zu seinem Vornamen kam, darüber vermag ich nur zu spekulieren, aber die Ähnlichkeit mit (dem heiligen) Gotthard ist unverkennbar, während sein Nachname zwar nicht gerade weit verbreitet, doch ein keineswegs untypischer deutscher Familienname ist. Möglicherweise schrieb er ihn auch mit einem H, also „Giehse“, aber ich habe beschlossen, ihn so zu schreiben, wie er mir aus der Erinnerung her geläufig ist. Von der Existenz dieses gleichnamigen Schauspielers habe ich erst viel später erfahren, und ich habe beide Godehard Gieses, also weder den Schauspieler noch den, um den es hier geht, übrigens selbst nie gesehen, gar kennengelernt, aber, wie gesagt, unserer wirkt ja im Unsichtbaren.

Der Legende nach soll Sankt Godehard resp. Gotthard Tote zum Leben erweckt haben, damit sie ihre Sünden beichten konnten, um sie danach wieder beruhigt einschlafen zu lassen. Das Wirken unseres Godehard mit dem des heiligen vergleichen zu wollen oder gar von Wundern zu sprechen, wäre sicherlich vermessen, doch wie soll man es nennen, wenn jemand es schafft, Menschen zusammenzubringen, die sich entweder überhaupt nicht kannten oder einander aus den Augen verloren hatten? Denn das Wirken von Godehard Giese bestand unter anderem in der Organisation und Veranstaltung von Partys, die auch wegen der Tatsache, solche Menschen zusammenzubringen, einen geradezu legendären Ruf hatten, sodass man von ihm nur mit leiser Stimme und in einem ehrfurchtsvollen Ton sprach.

Nun, Sie glauben, das reiche nicht aus, um ihn hier zu würdigen? Träumen Sie häufiger, kann ich Ihnen dann nur empfehlen! Träumen Sie, dann passiert Ihnen vielleicht auch, was mir in einem Traum passierte: Mir träumte nämlich, dass ich auf einer von Godehard Gieses legendären Partys, zu denen eingeladen worden zu sein eine große Ehre ist, einer meiner früheren Freundinnen wieder begegnete. Entgegen meiner Annahme, dass sie nicht gerade gut auf mich zu sprechen sein und mir aus dem Weg gehen würde, hatte es im weiteren Verlauf der Nacht resp. des Traums den Anschein, als ob wieder eine Annäherung stattfinden könnte. Und mit diesem nicht unwillkommenen und keineswegs unangenehmen Gefühl konnte ich danach, ähnlich den Toten, die der Heilige erweckte, damit sie ihre Sünden beichten konnten, wieder beruhigt in einen traumlosen und tröstlichen Tiefschlaf verfallen. (Der Name meiner früheren Freundin tut hier natürlich nichts zur Sache, sodass Sie, falls Sie auch einmal einen ähnlichen Traum träumen, nicht unbedingt auf sie zurückgreifen müssen.)

Sie glauben, dass Ihnen dies immer noch nicht reiche, um ihn hier dermaßen gewürdigt zu sehen? Aber gibt es denn bei Ihnen nicht auch jemanden, den Sie nie vergessen haben, gern einmal wiedertreffen würden? Vielleicht sogar einen Menschen, der längst gestorben ist?

Träumen Sie, und falls Sie sich dann plötzlich auf einer Party wiederfinden, fragen Sie jemanden, wer diese veranstaltet. Falls nun in flüsterndem und ehrfurchtsvollem Ton der Name „Godehard Giese“ fällt, vielleicht ja auch mit einem H, also „Giehse“, dürfen Sie sich glücklich schätzen. Lassen Sie sich fallen!

Träumen Sie! Öfter!

Robert Enkes Leiche, 5 Jahre danach

Am 10. November 2014 wiederholte sich der Todestag von Robert Enke zum fünften Mal, doch es gibt immer noch reichlich Leute, die im Internet per Suchmaschine nach Robert Enkes Leiche oder Ähnlichem suchen (siehe dazu hier auch „Robert Enkes Leiche“).

Wenn ihr sie endlich gefunden habt, sagt mir Bescheid!

Was Sie schon immer (nicht) wissen wollten (7)

Digital

Das Eigenschaftswort „digital“ ist ein Wort unserer Zeit. Sollte man meinen. Aber wussten Sie, dass es ursprünglich aus dem medizinischen Bereich kommt? Und in dem Sinn, in dem wir es heutzutage meist verwenden, aus dem Englischen?

Statue in Bremen

Nein, das ist kein Stinkefinger; das legt nur die Perspektive nahe! (Statue in Bremen, Autor: Rami Tarawneh/Wikimedia Commons)


Das Eigenschafts- bzw. Beiwort (Adjektiv) „digital“ wurde im Deutschen zunächst im medizinischen Bereich verwendet, wo es im Sinne von „mithilfe des Fingers“, „mit dem Finger“ oder „den Finger betreffend“ gebraucht wurde. In dieser Bedeutung handelt es sich um eine Entlehnung aus dem Lateinischen, nämlich des Wortes digitalis, einer adjektivischen Ableitung des Hauptworts (Substantivs) digitus für „Finger“.

Eine in der deutschen (und englischen) Sprache weitaus größere Verbreitung fand „digital“ aber in einer anderen Bedeutung: In der Technik und in der Datenverarbeitung steht es etwa für „zahlenmäßig“, „ziffernmäßig“, „in Stufen erfolgend“ und kann für sogenannte „wert- und zeitdiskrete Signale“ oder die Anzeige eines Messinstrumentes (beispielsweise einer Uhr) mittels Ziffern oder Zeichen stehen. In dieser Form ist das Wort in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus dem Englischen digital übernommen worden, das eine Ableitung des Substantivs digit in seiner Bedeutung „Ziffer“ ist. Wobei, nebenbei bemerkt, das englische „digit“ u. a. auch für „Finger“ stehen kann, wobei wir nun wieder am Anfang und bei den Fingern wären.

Aber nicht, dass Sie dem Autor nun einen von diesen zeigen!

(Quellen: der Newsletter der Duden-Sprachberatung vom heutigen Tag, die Wikipedia-Begriffserklärungsseite „Digital“ und „digit“ im Englisch-Deutsch-Wörterbuch von leo.org)

EM-Qualifikation bei RTL

Liebe Leute vom RTL,

mit Enttäuschung muss ich leider Feststellen, dass ihr euch entschlossen habt, keinen Livestream des Europameisterschafts-Qualifikationsspiels Polen gegen Deutschland anzubieten.

Meinen Augen vermeinte ich schon kaum zu trauen, als ich laß, dass RTL die Übertragungsrechte für die Qualifikationsspiele mit der deutschen Fußballnationalmannschaft eingekauft hat. Es konnte einem Übles schwanen, was sich nun bestätigt hat: Man kann das Spiel zwar bei RTL im Fernsehen verfolgen, aber nicht als Livestream, den bisher sämtliche öffentlich-rechtlichen Sender abgeboten hatten. Und wenn, muss man bei euch 1,79 Euro dafür berappen!

Habt ihr sie noch alle? Reichen euch eure ganzen sonstigen Werbeeinahmen nicht mehr? Da gehen euch nun außer mir sicher einige hundert, wenn nicht Tausende von Leuten verloren, die über keinen Fernseher verfügen oder gerade nicht darauf zugreifen können und die nun eure ganzen Werbeeinblendungen nicht verfolgen können, auf die wir uns so gefreut haben.

Und auf das Spiel natürlich auch!