Was Sie schon immer (nicht) wissen wollten (14)

Vom Plenken und Klempen

Plenken und klempen Sie auch? Nie gehört? Dann liegt das vielleicht daran, dass die Begriffe „Plenk“ und „Klemp“ aus dem Netzjargon stammen, was allerdings nicht heißen muss, dass Sie nicht doch auch plenken und klempen. Und diese Begriffe haben nichts mit dem Klempner zu tun, sondern bezeichnen die falsche Verwendung von Leerzeichen!

klempner

PLENK, KLEMP? Nein, damit hat der Klempner nichts zu tun! (Microsoft Clip Art)

Plenken und klempen haben weder etwas mit dem Klempner zu tun noch sind sie lautmalerische Ausdrücke seiner Tätigkeiten, so etwa im Comic-Stil. Wenn Sie davon noch nie gehört haben, liegt das vielleicht daran, dass sie aus dem Netzjargon stammen, was allerdings nicht heißen muss, dass Sie nicht trotzdem auch plenken und klempen! Denn „Plenk“ und „Klemp“ bezeichnen die falsche Verwendung von Leerzeichen.

In der deutschen Sprache und deren Rechtschreibung bzw. Zeichensetzung werden vor Satzzeichen keine Leerzeichen gesetzt, anders als beispielsweise im Französischen. Ausnahmen gelten jedoch beim Gedankenstrich —, bei der sich öffnenden ( Klammer und bei den Auslassungspunkten (Ellipse) …, hier aber nur, wenn sie ein ganzes Wort ersetzen! Außerdem wird vor dem Ergänzungsstrich (Beispiel: Warenein- und -ausgang) natürlich auch ein Leerzeichen gesetzt.

Plenks

Herzlich willkommen in der Hauptstadt der DDR Berlin

Plenken und klempen nacheinander, bis ca. 1990 am Grenzübergang Bornholmer Straße zu sehen! (Alter jakob/Wikimedia Commons)

Das Wort „Plenk“ rührt vom englischen blank her, das für Leerzeichen oder -stelle steht, und ist eine Verballhornung des englischen Worts. Sie plenken, wenn Sie vor Satzzeichen, die nicht oben aufgeführt sind, Leerzeichen setzen. Beispiel:

Ich plenke , dass du plenkst !

Gern falsch gemacht wird auch, den Bindestrich, der ja verbinden soll, durch Leerzeichen unwirksam zu machen:

Blumenkohl – Suppe oder Diplom – Ingenieur,

was bei automatischem Zeilenumbruch oftmals zu sehr unschönen und unerwünschten Trennungen führt, zudem wird in vielen Textverarbeitungsprogrammen der Strich auf der Tastatur, der für einen Bindestrich steht, beim Plenken durch einen Halbgeviertstrich (Gedankenstrich) ersetzt, wodurch völlig sinnentstellende Schreibweisen und grobe typografische Fehler entstehen!

Klemps

Das Wort „Klemp“ ist auch eine Lehnwortbildung aus dem englischen clamp für Schraubzwinge, das mit dem deutschen Wort „Klammer“ verwandt ist. Hier werden zwei oder auch mehrere Worte zu nah aneinander geklemmt, also notwendige Leerzeichen ausgelassen. Beispiele dafür sind noch häufiger als die Plenks zu sehen (hier aus dem Beitrag „Flüchtlinge: Ende der Flüchtlingskrise“ zitiert):

Dann die vielen Grünen und Linken,die ja unbegrenzte Zuwanderung wollen…die nehmen doch sicher auch Flüchtlinge privat auf?

Hin und wieder kommt auch der Telegrammstil vor; hier ein Beispiel aus einer Danksagungs-E-Post zum Beitrag „Carolas Fantasie“:

WOW…was für eine Geschichte…superspitzenklasse….und das meine ich ganz im Ernst!!! Super geschrieben…sehr fesselnd…und voller Überraschungen……ja…DU hast echt Geschmack….Stil…und wie schon öfters erwähnt….ein mehr als gutes Händchen zum Schreiben!!! Chapeau!!!!!

Hier wird geklempt bis zum Gehtnichtmehr — und das wird tatsächlich so geschrieben. Seien Sie also kein Klempner und klempnern, Pardon: plenken und klempen Sie nicht an der (Schrift)sprache herum!

Verweise zum Thema

Rainer Seitel: Bedeutung und Herkunft der Worte Plenk, plenken
Duden Rechtschreibregeln
Würfel Zucker“ in diesen Notizen


Kommentare

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