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Flüchtlinge: Ende der Flüchtlingskrise — 8 Kommentare

  1. Es ist, glaube ich, bei vie­len hoff­nungs­los, gegen man­che „Argu­mente“ anzu­schrei­ben. Was ich ja in mei­nem Face­book­pro­fil ja auch tue. Aller­dings ist es wohl beson­ders wich­tig, immer wie­der Stel­lung zu bezie­hen, damit all die als „Gut­men­schen“ Ver­un­glimpf­ten mer­ken, dass sie nicht allein sein. 

    Soli­da­ri­tät für Mensch­lich­keit, für Men­schen­rechte am bes­ten über Par­tei-, Natio­na­li­täts- Reli­gi­ons­gren­zen (u.ä. Gren­zen) hinweg!

    • Aller­dings!

      Ich habe nicht nur im Jour­nal Frank­furt, son­dern bei­spiels­weise auf You­Tube und vie­len ande­ren Sei­ten, immer wie­der ver­sucht, sol­chen Leu­ten mit Gegen­ar­gu­men­ten ihre Argu­men­ta­tion aus­ein­an­der­zu­neh­men — allein: Es hilft nicht (siehe die neu­es­ten Kom­men­tare die­ses die­ter baden)!

      Es ist, wie ich im Jour­nal auch an einer Stelle schrieb, als ob eine Gruppe von Leu­ten plötz­lich behaup­tet, der Him­mel sei grün, für diese Ansicht alle mög­li­chen angeb­li­chen Beweise auf­führt und alle, die gegen­tei­li­ger Mei­nung sind, als linksextrem/​grün und als „Lügen­presse“ bezeich­net. Da hat man schlechte Kar­ten. In die­sem Fall aller­dings würde man sich fra­gen, ob psych­ia­tri­sche Behand­lung nicht erfolg­ver­spre­chen­der wäre!

      Übri­gens gibt es heute, 6. Sep­tem­ber 2015, um 21.35 Uhr auf 3sat die Satire „Die Schwei­zer­ma­cher“ von 1978, die Inte­gra­ti­ons­wil­len und -fähig­keit auf die Schippe nimmt und (wie­der oder noch) hoch aktu­ell ist.

  2. Manch­mal habe ich das Hin- und Her­kom­men­tie­ren auf­ge­ge­ben, wenn ich glaubte, alles Wesent­li­che gesagt zu haben, wenn ich nur immer noch mehr Blöd­hei­ten und Anfein­dun­gen als Ant­wor­ten auf meine Ansicht bekom­men hatte. 

    Das Schrei­ben und Kom­men­tie­ren, manch­mal auch Quel­len her­aus­su­chen etc., frisst ja unend­lich viel Zeit, die einem anderswo für min­des­tens genauso Wich­ti­ges fehlt. 

    Ich hatte auch manch­mal das Gefühl, ohne mir Namen notiert zu haben, aber mir kamen die Namen bekannt vor, dass es immer die­sel­ben waren, die plötz­lich in Foren oder auf Face­book­sei­ten auf­tauch­ten und mit ihrem Welt­bild ver­such­ten, die Kom­men­tare zu beherrschen. 

    Man sollte sol­chen Leu­ten nicht allzu viel Fut­ter geben und sie nach ein- oder zwei­ma­li­ger kla­rer Ansage ein­fach mal die kalte Schul­ter zei­gen. Dann macht das denen ver­mut­lich auch kei­nen Spaß mehr… 😉

  3. Eigent­lich ist das falsch, dass die Flücht­lings­ströme erst seit dem Ende des 2. Welt­kriegs began­nen. Schon wäh­rend­des­sen muss­ten Men­schen flüchten.

    • Voll­kom­men rich­tig: Juden muss­ten aus Deutsch­land und aus Ost­eu­ropa flüch­ten oder wur­den ver­trie­ben, die Bevöl­ke­rung in den von der Wehr­macht erober­ten Gebie­ten flüch­tete oder wurde ver­trie­ben, Men­schen flo­hen vor den deut­schen Besat­zern usw.! Danke für den Hin­weis, wurde im Bei­trag geändert.

  4. Zum Thema pas­send, vor eini­ger Zeit von mir in Face­book veröffentlicht:

    Gut­mensch?

    ein Wort, das bei mir inzwi­schen reflex­ar­tig Wider­stand aus­löst. Ist das berechtigt?

    Es wird oft (nicht immer) von denen ver­wen­det, die einen für blöd, naiv oder welt­fremd hal­ten, weil man zu Schwä­che­ren, ins­be­son­dere Frem­den, ver­sucht „gut“ zu sein – zu hel­fen durch kör­per­li­chen Arbeits­ein­satz, Rat­schlag, Hilfe bei Behör­den­an­ge­le­gen­hei­ten oder ein­fach nur freund­li­che Worte fin­det, Ver­ständ­nis für Fremde hat, und nicht bei all den Hass­ti­ra­den mitmacht.

    Ist hel­fen nicht selbstverständlich? 

    Es wird so viel vom christ­li­chen Abend­land gere­det. Ich habe den Begriff jahr­zehn­te­lang kaum gehört, aber jetzt… Viele Men­schen wür­den, wenn sie von sich berich­ten und sich beschrei­ben, nicht unbe­dingt den christ­li­chen Glau­ben erwäh­nen, den sie mehr oder weni­ger oder viel­leicht auch gar nicht haben. Aber sei­nen Mit­men­schen zu hel­fen, ist gerade für Chris­ten selbst­ver­ständ­lich, sollte es sein. Dabei wird nicht nach fremd oder nicht­fremd, also Natio­na­li­tä­ten oder Reli­gio­nen, unterschieden. 

    Ich möchte NICHT miss­ver­stan­den wer­den. Es gibt Men­schen, die nicht hel­fen kön­nen. Wer krank ist, wer zu Hause Kranke oder Alte pflegt, wer einen Säug­ling hat, wer Allein­er­zie­hend ist (Auf­zäh­lung nicht abschlie­ßend), der kann viel­leicht wirk­lich nicht mit „anpa­cken“, wenn bei Men­schen im Umfeld irgend­eine Not herrscht. Man kann auch im Geist soli­da­risch sein und zu einer men­schen­freund­li­chen Stim­mung bei­tra­gen (z.B. in Gesprächen). 

    Was ist denn jemand, der kein Gut­mensch ist? Jemand, der nicht hilft, dem der Andere sch…egal ist, jemand, der Fremde ver­prü­gelt, tot prü­gelt oder ande­rer Leute Häu­ser ansteckt, Tote in Kauf neh­mend? Das ist ein Schlecht­mensch?! Und jemand, der für so etwas Ver­ständ­nis auf­bringt, in Gesprä­chen nega­tiv über die Frem­den redet, und zu einer men­schen­un­freund­li­chen Stim­mung bei­trägt, ist auch einer?! Wenn ich andere Ver­bre­chen gut finde – Mord (egal an wem), Dieb­stahl, Betrug, Kin­des­miss­brauch, Steu­er­hin­ter­zie­hung – bin ich ein schlech­ter Mensch, ein Schlecht­mensch. Man­che wer­den dann noch gefei­ert und glo­ri­fi­ziert, ins­be­son­dere wenn ich an Steu­er­hin­ter­zie­hung im gro­ßen Stil denke, obwohl sie doch dem Staat Geld hin­ter­zo­gen haben, mit dem Schu­len und Kin­der­gär­ten hät­ten gebaut oder erhal­ten wer­den können. 

    Wenn man über das, was in der Welt pas­siert, nach­denkt, kann man schon besorgt sein. In die­sem Sinn bin ich eine besorgte Bür­ge­rin. Die Frage ist für mich, auf wen ich sauer bin und wie ich reagiere. Men­schen angrei­fen, Brand­an­schläge, ver­un­glimp­fende Gerüchte in die Welt set­zen, ist jeden­falls der ein­deu­tig fal­sche Weg. Wer den unter­stützt, in Wor­ten oder Taten, ist für mich ver­ab­scheu­ungs­wür­dig, ein Schlecht­mensch, um in der Begriff­lich­keit zu blei­ben. Man könnte sich schließ­lich infor­mie­ren, aber es heißt „Unwis­sen­heit schützt vor Strafe nicht“. Dumm­heit übri­gens auch nicht. 

    Wenn man über das, was in der Welt und bei uns pas­siert, nach­denkt, sollte man sich bei denen beschwe­ren, die für Krieg, Ver­fol­gung, schlechte Gehäl­ter, einen unzu­rei­chen­den Woh­nungs­markt, Aus­beu­tung, usw. ver­ant­wort­lich sind. Sie – die poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Füh­run­gen die­ser Welt, sind es, die Mil­lio­nen Men­schen ver­an­las­sen, eine gefahr­volle Flucht zu wagen oder hier im Inland bewir­ken, dass sich immer mehr für ihre Rechte ein­set­zen müs­sen, z.B. durch Streik. Wir soll­ten uns glück­lich schät­zen, dass wir hier in der Mitte Euro­pas 70 Jahre Frie­den haben, nicht hun­gern müs­sen und ein Dach über dem Kopf haben. 

    Wenn wir mit unse­rer Welt wei­ter so umge­hen wie jetzt, dann wird das viel­leicht nicht mehr so lange so gemüt­lich sein wie bis­her. Schuld daran sind dann aber nicht die Flücht­linge, die zu uns kommen. 

    Ich mag das Wort “Gut­mensch” nicht. Aber ich glaube, man kann sich glück­lich schät­zen, wenn man als Gut­mensch beschimpft wird, offen­bart der andere doch mit die­sem als Schimpf­wort gemein­ten Wort die Inten­tion des Han­delns des jewei­li­gen Gut­men­schen und von die­sem Han­deln kön­nen wir gar nicht genug haben. 

    Einen Kom­men­tar dazu möchte ich auch nicht vorenthalten:
    „Wenn mich jemand „Gut­mensch“ nennt, meint er damit auch, dass ich anders bin als er. Ich wette, dass ich in 99.9% der Fälle heil­froh bin, anders zu sein als er.“ 🙂

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    • Nach einer Pres­se­mit­tei­lung vom heu­ti­gen Tag wurde das Wort „Gut­mensch“ zum Unwort des Jah­res 2015 gewählt. In der Begrün­dung heißt es: „Das Wort ‚Gut­mensch‘ ist zwar bereits seit lan­gem im Gebrauch und wurde auch 2011 schon ein­mal von der Jury als ein zwei­tes Unwort gewählt, doch ist es im Zusam­men­hang mit dem Flücht­lings­thema im letz­ten Jahr beson­ders pro­mi­nent gewor­den. Als ‚Gut­men­schen‘ wur­den 2015 ins­be­son­dere auch die­je­ni­gen beschimpft, die sich ehren­amt­lich in der Flücht­lings­hilfe enga­gie­ren oder die sich gegen Angriffe auf Flücht­lings­heime stel­len. Mit dem Vor­wurf ‚Gut­mensch‘, ‚Gut­bür­ger‘ oder ‚Gut­men­schen­tum‘ wer­den Tole­ranz und Hilfs­be­reit­schaft pau­schal als naiv, dumm oder welt­frem­des Hel­fer­syn­drom dif­fa­miert. Der Aus­druck ‚Gut­mensch‘ flo­riert dabei nicht mehr nur im rechts­po­pu­lis­ti­schen Lager als Kampf­be­griff, son­dern wird auch hier und dort auch schon von Jour­na­lis­ten in Leit­me­dien ver­wen­det. Die Ver­wen­dung die­ses Aus­drucks ver­hin­dert somit einen demo­kra­ti­schen Aus­tausch von Sach­ar­gu­men­ten. Im glei­chen Zusam­men­hang sind auch die eben­falls ein­ge­sand­ten Wör­ter ‚Gesin­nungs­ter­ror‘ und ‚Empö­rungs-Indus­trie‘ zu kritisieren.“

      Außer­dem wer­den übri­gens die Wör­ter „Haus­auf­ga­ben“ (im Zusam­men­hang mit Grie­chen­land) sowie „Ver­schwu­lung“ gerügt.

  5. Pingback:(Keine) Fake News: neue Wörter im Duden – Ronalds Notizen

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