Archiv der Kategorie Liebe und Beziehungen

Lass es frei!

Es gibt Sätze, die wir einmal lesen und dann nie wieder vergessen. Und mehr noch: Sie können geeignet sein, uns ein ganzes Leben lang zu begleiten und dieses sogar zu beeinflussen!

Im alten und ersten Kulturzentrum „Fabrik“ in Hamburg gab es vor dem Brand 1977 eine Pinnwand, auf der jeder Zettel mit irgendwelchen Nachrichten oder Sprüchen anbringen konnte. (Ausschnitt aus einem interaktiven Bild von Hamburger Jung auf Flickr vom 13. Januar 2009, dort irgendwo im Hintergrund müsste diese Pinnwand früher gewesen sein; zum Vergrößern bitte anklicken!)

Innenansicht Ergeschoss der Fabrik in Hamburg (Bild: Hamburger Jung/Flickr)

Unter den vielen Sprüchen, die dort hingen, hat mich einer bis heute nicht verlassen. Es kursieren verschiedene Versionen dieses inzwischen geflügelten Worts, ein einfacheres Sprichwort soll auf Konfuzius zurückgehen. Ich verlasse mich auf meine Erinnerungen:

Wenn du etwas liebst, lass es frei!
Kommt es zurück, ist es dir.
Kommt es nicht zurück, war es nie gewesen.

In diesem Sinne: ein gutes neues Jahr all meinen Leserinnen und Lesern!

Verlangen

Mein Auge sieht sie noch vor mir,
die Jacke auf dem Gang,
träum’ Träume immerfort von ihr
und keiner weiß, wie lang.

Büro gestrichen hätte ich
mit Rosa, Himmelblau,
und kenn’ doch ihren Namen nicht,
weiß nichts von dieser Frau.

Die Stimme klingt mir noch im Ohr,
ihr Lächeln schaut mich an.
Geliebt wär sie wie nie zuvor
und ich so gern ihr Mann.

Ein Zettel war’s und klein dafür
mit Gruß und Name drauf,
doch fand sie ihn vor ihrer Tür
und hebt ihn auch noch auf?

Verlangen hat hier viel Figur
und Blicke voller Heiterkeit.
Verlangen ist es ohne Kur,
geheilt nur von der Zeit.

Verlangen ist es, Wünsche pur,
ein Hafen für die Sinnlichkeit.
Ein Sehn, ein Wort, die Stimme nur
wär’n Liebe für die Ewigkeit.

Das Intime

Das Intime zwischen Menschen ist Nachsicht, Duldung, Zuflucht für Eigenheiten.

(Theodor W. Adorno: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben)

Geliebt

Geliebt wirst du einzig, wo du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren.

(Theodor W. Adorno: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben)

Ehe

Das schrieb mir gerade eine nette Brieffreundin in einer E-Post:

„Weißt Du eigentlich, wofür ‚Ehe‘ die Abkürzung ist? Errare humanum est. Irren ist menschlich.“

Darin scheint mir oft ein größerer Wahrheitsgehalt zu liegen … Danke dafür!